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Blauwal

Balaenoptera musculus

Systematik
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Überordnung Laurasiatheria
Ordnung Wale (Cetacea)
Unterordnung Bartenwale (Mysticeti)
Familie Furchenwale (Balaenopteridae)
Gattung Balaenoptera
Art Blauwal
Zeitraum
vor 1,5 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: alle Weltmeere
Lebenserwartung: bis zu 73 Jahre
Lebensraum: Meer
Größe: 20-33 m
Gewicht: 100-160 t
Ernährung: Planktonfresser
Gefährdung: EN (stark gefährdet)

Der Blauwal (Balaenoptera musculus) gehört zur Familie der Furchenwale (Balaenopteridae), somit zur Unterordnung der Bartenwale (Mysticeti), zur Ordnung der Wale (Cetacea) und zur Klasse der Säugetiere (Mammalia). Er ist bis zu 33 Meter lang und mit einer Körpermasse von bis zu 200 Tonnen das größte und schwerste bekannte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat.

Merkmale[]

Anatomie[]

Der Blauwal ist das größte Tier der Welt. Blauwale werden im Durchschnitt 26 Meter lang, wobei die in den Gewässern der Südhalbkugel lebenden Exemplare in der Regel größer sind als ihre auf der Nordhalbkugel beheimateten Artgenossen. Oft erreichen einzelne Tiere eine Länge von 30 Metern, und der größte nach wissenschaftlichen Methoden vermessene Blauwal kam auf 33,6 Meter (1922).[1] Dabei gibt es einen Geschlechtsdimorphismus in der Größe: Weibchen sind im Schnitt bis zu sechs Prozent größer und können nach dem Ende der Nahrungssaison bis 200 Tonnen wiegen. Das Herz des Blauwals wiegt im Durchschnitt etwa 600 kg bis eine Tonne, die Aorta (die Hauptschlagader) hat einen Durchmesser von etwa 20 cm. Die Herzfrequenz liegt bei zwei bis sechs Schlägen pro Minute, das hierbei vom Herz ausgestoßene Volumen liegt bei 2.000 bis 5.000 Litern pro Minute.[2] Das Gesamtvolumen des Bluts liegt bei 7.000–7.500 Litern.

Der Blauwal besitzt einen stromlinienförmigen und schlanken Körper, der dunkel-blaugrau gefärbt ist. Er ist zudem am gesamten Körper mit helleren Flecken gesprenkelt. Die etwas hellere Bauchseite kann bei Tieren, die längere Zeit in polaren Gewässern gelebt haben, auch gelblich gefärbt sein. Dies rührt von einem Bewuchs mit der harmlosen Kieselalge Cocconeis ceticola her; Wale mit dieser Färbung werden als Schwefelbäuche bezeichnet.[1] Die Rückenflosse ist mit einer Höhe von maximal 45 Zentimetern vergleichsweise klein, sie befindet sich auf dem hintersten Viertel des Rückens. Die auch als Fluke bezeichnete Schwanzflosse ist sehr breit und in der Mitte eingekerbt. Die unterseits blassblau gefärbten Flipper sind dagegen sehr schmal und haben eine Länge, die etwa 14 Prozent der Gesamtlänge des Tieres entspricht.[3][4]



Blas eines Blauwals

Der Kopf des Blauwals ist, verglichen mit anderen Furchenwalen, sehr breit mit einer sehr flachen Schnauze (Rostrum). Von der Schnauzenspitze bis zum Blasloch zieht sich ein Steg; das aus zwei Nasenlöchern bestehende Blasloch selbst ist vorn und an den Seiten von einem fleischigen Wall umgeben. An verschiedenen Stellen des Kopfes befinden sich Haare, vor allem am Kinn, beidseitig am Unterkiefer und auf der Oberseite. Im Maul trägt ein Blauwal auf jeder Seite 300 bis 400 Barten, die schwarz gefärbt und 50 bis 100 Zentimeter lang sind. Sie besitzen sehr grobe, arttypische Fransen. An der Unterseite ziehen sich 50 bis 90[5], nach anderen Quellen bis 120[1], Ventralfurchen vom Maul bis zum Nabel, die das namensgebende Merkmal der Furchenwale darstellen und die Erweiterung des Mundraumes bei der Nahrungsaufnahme ermöglichen.

1966 wurde der Zwergblauwal (B. m. brevicauda) als Unterart des Blauwals beschrieben. Er soll eine maximale Länge von 24 Metern erreichen, da der Körperabschnitt hinter der Rückenflosse kürzer ist. Die Barten sind zudem kleiner. Allerdings bezweifeln einige Zoologen die Gültigkeit dieser Unterart und halten die Exemplare für Jungtiere, wobei aber die erhöhte Anzahl der Schwanzwirbel dieser Tiere gegen diese Ansicht spricht.

Genetik[]

Karyotyp[]

Es gibt verschiedene Untersuchungen zur Ermittlung der Chromosomenzahl des Blauwals mit unterschiedlichen Ergebnissen. So wurde 1955 an konserviertem Reproduktionsgewebe ermittelt, dass Blauwale 2n = 48 Chromosomen besitzen[6] (also zwei Sätze mit je 24). 1974 wurde die Anzahl auch an verschiedenen anderen Walen ermittelt, darunter dem Finnwal, dem Seiwal und dem Grauwal, die alle übereinstimmend so wie letztlich der Blauwal 2n = 44 Chromosomen haben.[7][8]

DNA[]

Untersuchung an der mitochondrialen DNA haben ergeben, dass Finnwale und Blauwale in der Lage sind, Hybride zu zeugen, obwohl die Entwicklungslinien beider Arten seit mindestens fünf Millionen Jahren getrennt sind. Weibliche Hybride können sogar fruchtbar sein. Die Ähnlichkeiten im Karyotyp helfen dabei, Inkompatibilitäten bei der Meiose zu reduzieren und die Wahrscheinlichkeit der Fruchtbarkeit zu erhöhen.[8][9]

Lebenserwartung[]

Die Lebensdauer eines Blauwals kann 90 Jahre betragen, die meisten Wale sterben allerdings deutlich früher.

Verbreitung und Lebensraum[]

Der Blauwal kommt in allen Weltmeeren vor, wobei er in einer Jahresrhythmik zwischen hohen und niedrigen Breiten wandert. Den Winter verbringt er in gemäßigten und subtropischen Meeren, in denen seine Fortpflanzungsgebiete liegen, den Sommer in polaren Gewässern, in denen er reichlich Nahrung findet. Die Wanderrouten und auch die Nahrungsgründe der Wale sind sehr konstant, die konkreten Fortpflanzungsgebiete sind dagegen weitgehend unbekannt.

Als Hochseebewohner kommt der Blauwal nur sehr selten in die Küstenbereiche. Er folgt allerdings in den polaren Gewässern dem zurückweichenden Eis, an dessen Rändern die größten Mengen von Krillkrebsen leben. Aus diesem Grund kommt es regelmäßig vor, dass Blauwale bei plötzlichen Wetterumschwüngen im Eis eingeschlossen werden. Vor allem aus dem Sankt-Lorenz-Strom in Kanada wird dies regelmäßig berichtet.

Der Zwergblauwal ist vor allem auf der Südhalbkugel und im nördlichen Indischen Ozean anzutreffen. Eine große Gruppe lebt offensichtlich dauerhaft in der Subantarktis, weitere Gruppen wurden vor Chile und bei den Kerguelen gesichtet.

Lebensweise[]

Blauwale leben meist allein oder in Mutter-Kind-Paaren, obwohl sie zum Fressen manchmal lockere Gruppen bilden. Sie erzeugen Grunz-, Summ- und Stöhnlaute von über 180 Dezibel, die somit die lautesten von Tieren erzeugten Töne sind.

Ernährung[]

Der Blauwal kann über 6 Tonnen Planktonkrebse, seine Hauptnahrung, verspeisen. Er stößt in einen Schwarm hinein, wobei seine Kehle auf die vierfache Breite anschwillt. Er schließt das Maul, drückt das Wasser durch die Barten heraus und verschluckt die Tausende von Nahrungsteilchen, die in den Barten hängen geblieben sind. Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend im Sommer in und in der Nähe von arktischen Gewässern.

Fortpflanzung[]

Der Blauwal wandert im Winter von den arktischen Gewässern in wärmere Breiten, wenn die Weibchen gebären. Das Kalb ist 7 m lang, wiegt 2,5 Tonnen und wird 6-8 Monate lang gesäugt.

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