Tier Lexikon Wiki
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Info: Die Dünnschlange (Leptophis ahaetulla), auch unter den Synonymen Coluber ahaetulla, Coluber filiformis, Coluber liocercus, Ahaetulla liocercus, Dendrophis liocercus und Leptophis liocercus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung Leptophis. Im Englischen wird die Dünnschlange lora, green parrot snake oder parrot snake genannt.

Aussehen und Maße: Die relativ schlanke Dünnschlange erreicht eine Körperlänge von etwa 91,4 bis 219,0 Zentimeter, wobei die Männchen kleiner sind als die Weibchen. Der Kopf ist mäßig langgestreckt und setzt sich vom Hals ab. Die Anzahl der Schuppen beträgt wie folgt: 8 bis 9 Oberlippenschuppen, 10 bis 11 Unterlippenschuppen, 1 Ocularschuppe direkt vor dem Auge und 2 Ocularschuppen direkt hinter dem Auge, 1 und 2 Schläfenbeinschuppen, 15-15-11 dorsale Schuppenreihen und ventral 166 bis 185 Schuppen. Die Analplatte ist geteilt und der Schwanz ist in 153 bis 185 Hornschuppen unterteilt. Die Lorealgrube fehlt in der Regel bei dieser Art. Die dorsalen Skalen, exklusiv der paraventralen Reihe, sind gekielt. Die Kiele der paraventralen Reihe sind besonders gut entwickelt und prominent.

Die Oberseite weist eine blattgrüne Färbung mit gelben und orangen Schattierungen auf. Die interstitielle Haut und einige Schuppen in der dorsolateralen Region sind leuchtend gelb und bilden unregelmäßige diagonale Markierungen, die am deutlichsten sind, wenn der Körper aufgebläht erscheint. Die Kiele der dorsalen Schuppen sind schwarz gefärbt. Die Lippen, das Kinn, der Hals sowie der Bauch und der Schwanz erscheinen blassgrün oder gelbgrün. Des Weiteren zeigen sich kurze, schwarze seitliche Streifen, die sich von der Nase durch die Augen bis auf die Rückseite des Kopfes erstrecken. Die Iris der Augen weist eine gelbe Färbung auf und die runden Pupillen sind von einer schwarzen Tönung. Zwar fehlen der Dünnschlange Giftzähne, doch weist sie Giftdrüsen auf. Deshalb ist der Speichel schwach giftig.

Lebensweise: Wo sich Frösche und Jungvögel aufhalten, ist auch die Dünnschlange nicht weit. Sie hat sich zu einer wahren Kletterkünstlerin entwickelt und stellt vor allem den Baumfröschen und kleinen Echsen nach, wie Geckos und Anolis. Die blattgrüne Dünnschlange, die der Umgebung optisch hevorragend angepasst ist, hat einen schwach giftigen Speichel, der vermutlich nur auf ihre spezifischen Beutetiere wirkt. Die Dünnschlange hält sich nicht nur im Kronendach auf, sondern durchstreift sämliche Etagen der Bäume. Die Dünnschlange ist vorwiegend eine tagaktive Schlange, gelegentlich durchstreift sie auch in der Nacht die Bromelien auf der Suche nach Baumfröschen. Die Dünnschlange lebt in tropischen nassen, feuchten und trockenen Wäldern. Obwohl sie eine tagaktive Schlange ist und viel Zeit in den Bäumen verbringt, wird sie kaum vom Menschen wahrgenommen. Bei Gefahr reißt die Dünnschlange ihr Maul weit auf und verläßt sich auf die abschreckende Wirkung dieser Drohgebärde, wobei der Rachen wegen der bläulichen Färbung besonders bedrohlich erscheint. Des Weiteren bläht sie den vorderen Teil des Körpers auf und enthüllt so das helle Gelb der Haut zwischen den Schuppen. Nur äußerst selten beißt die Dünnschlange wirklich einmal zu. Am häufigsten hält sich die Dünnschlange in bewaldeten Lebensräumen auf, insbesondere findet man sie in den Büschen entlang von Flüssen und Bächen.

Verbreitung: Die Dünnschlange ist in Zentralamerika verbreitet, dazu zählen unter anderem Süd-Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Des Weiteren findet man die Dünnschlange in Südamerika, darunter Kolumbien, Venezuela, Trinidad und Tobago, Französisch-Guayana, Brasilien, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Uruguay, Peru und Argentinien. Die Dünnschlange ist arboreal und lebt in dichter buschiger Vegetation. Ferner hält sich die Dünnschlange in sekundären und primären Wald auf.

Ernährung: Die Dünnschlange ernährt sich hauptsächlich Fröschen. Im Tropenwald sucht die Dünnschlange in den Bromelien methodisch nach Baumfröschen, darunter Genetzter Baumfrosch (Smilisca baudinii) und die Art Craugastor gollmeri. Darüber hinaus macht die Dünnschlange auch jagt auf Eidechsen und gelegentlich auf Vögel, Jungvögel, Vogeleier und auf Heuschrecken.

Fortpflanzung: Die Dünnschlange gehört zu den eierlegenden (viviparen) Schlangen. Die Paarungszeit kann sich in den meisten Regionen des großen Verbreitungsgebietes über das ganze Jahr erstrecken, fällt jedoch in der Regel in die frühe Regenzeit. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander und trennen sich bereits kurz nach der Paarung wieder. Wenige Wochen nach der Begattung legt das Weibchen drei bis fünf Eier.

Gefährdung und Schutz: In den meisten Verbreitungsgebieten kommt sie recht häufig vor. Die noch gesunden Populationen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, das weite Teile der natürlichen Lebensräume durch Urbanisierung und Trockenlegung bedroht sind. Dünnschlangen steuern in ihrem Lebensraum die Populationen von kleinen Vögeln, Eidechsen und von Fröschen. Von daher sind sie ein wichtiger Bestandteil in ihrem Ökosystem. Die Dünnschlange selbst ist die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von natürlich lebenden Feinden. Dazu zählen unter anderem Greifvögel und Kojoten. Dünnschlangen werden oft in privater Hand in Terrarien gehalten.

Datei:Dünnschlange.jpg

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