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Info: Der Diloboderus abderus (Diloboderus abderus) zählt innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) zur Gattung der Diloboderus.

Beschreibung: Die Körperlänge des Diloboderus abderus variiert zwischen 25 und 30 Millimeter. Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von bis zu 25 Millimeter. Die Farbe des Chitinpanzers kann zwischen schwarz und kastanienbraun variieren. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zwischen Männchen und Weibchen. Das Männchen weist an der Unterseite des Kopfes ein ausladendes gabelförmiges Cephalic-Horn auf, das nach hinten gebogen ist. Der durch eine Querfurche abgegrenzte hintere Teil des etwas geschwungenen Halsschildes (Pronotum) weist ein höckerartiges, leicht nach vorn gebogenes Hörnchen auf, das sich zur Spitze hin teilt und mit kurzen gelben Härchen besetzt ist. Seitlich gesehen stellt dieses Gebilde eine Art Vorhängeschloss dar.

Beim Weibchen fehlen das ausladende Horn und das höckerartige Gebilde am hinteren Teil des Halsschildes. Das Pronotum ist beim Weibchen relativ glatt und weist keine sichtbaren Merkmale auf. An den unteren Flanken, zwischen den Flügeldecken sowie an den obeneren Segmenten der Extremitäten zeichnet sich eine bräunliche Behaarung ab. Die Flügeldecken (Elytren) schließen mit dem unteren Teil des Körpers ab und zeigen keine wesentlichen oder sichtbaren Markierungen. Wie alle Käfer, so hat auch der Diloboderus abderus sechs Beine, die an den Enden hakenförmige Gebilde aufweisen. Der Diloboderus abderus ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Käfer. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich meist über Januar bis April.

Verbreitung: Der Diloboderus abderus ist bei den Sammlern sehr begehrt. Zur Zeit besteht aber weltweit ein Exportstopp für den Käfer.

Der Diloboderus abderus kommt hauptsächlich in Argentinien und Uruguay vor. Er hält sich in Laubmischwäldern auf. Bevorzugt aber auch landwirtschaftliche Flächen wie Wiesen und Getreidefelder, vor allem während der Paarungszeit werden diese Habitate gerne aufgesucht.

Ernährung: Der fertige Käfer ernährt sich ausschließlich von Baumsäften und dem Saft von überreifen Früchten. Die Larven dagegen richten im Larvenstadium erhebliche Schäden in der Landwirtschaft an. Sie sind in diesem Stadium sehr gefräßig. Sie graben bis zu 20 cm tiefe Gänge und ernähren sich von den Wurzeln verschiedener Pflanzen wie Luzerne, Mais, Sorghum (Brotgetreide), Kartoffeln, Weizen, Sonnenblumen, Gerste, Roggen, Rote Rüben, Zuckerrohr, Hafer und herkömmliche hülsenartige Früchte.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß die Larven des Käfers nicht nur Schädlinge sind, sondern auch in gewisser Hinsicht als Nützlinge zur konsequenten Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit im larvalen Raum in einer Tiefe von 19.71 Zentimeter (± 0.53) beitragen.

Fortpflanzung: Die Flugzeit der Imagines kann schon im Januar beginnen. Die Paarungszeit des Käfers erfolgt zwischen März und April. Während der Balz kommt es zwischen den Männchen regelmäßig zu Kommentkämpfen, bei denen sie ihr ausladendes Horn einsetzen und versuchen, den Widersacher auf den Rücken zu werfen. Der Gewinner hat das Recht auf die Paarung mit dem Weibchen. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen kleine weiße um die 15 bis 20 Eier, die eine Länge von fünf Millimeter aufweisen. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven aus den Eiern, die gleich mit dem Fressen anfangen. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum Käfer beträgt ungefähr acht bis neun Monate. Die engerlingsartigen Larven weisen je nach Alter eine Körperlänge von 13 bis 15 Millimeter auf.

Während dieser Zeit richten die Larven des Käfers auf Wiesen und Getreidefeldern beträchtlichen Schaden an, indem sie sich von den Wurzeln verschiedener Pflanzenarten ernähren. Zu den Fressfeinden des Käfers gehören die sogenannten Käferfleischfresser Acanthoscurria[1]suina und Eupalaestrus weijenberghi. Beide Vogelspinnen-Arten kommen hauptsächlich in Uruguay vor. Ihre maximale Leistungsfähigkeit in der Käfervertilgung liegt bei etwa 65.000 Käfern pro Hektar Wiese im Monat und tragen wesentlich zur biologischen Steuerung der Käferplage bei.

Während dieser Zeit kommt es zu drei Häutungen. Nach der dritten Häutung verpuppen sich die Larven in einen Kokon, um dort nach zwei bis drei Monaten als fertiger Käfer zu schlüpfen.

Datei:Diloboderus abderus.jpg

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