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Info: Der Dorngrasmücke (Sylvia communis) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung der Grasmücken (Sylvia).

Beschreibung: Die Dorngrasmücke ist ein kleiner Vogel. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 14 Zentimetern, eine Flügelspannweite von 19 bis 23 Zentimeter und ein Gewicht von ungefähr 12 bis 18 Gramm. Zwischen dem Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen ist im Aussehen farbenprächtiger als das Weibchen, das etwas glanzlos erscheint. Das Männchen weist einen blaugrauen Kopf auf, während das Weibchen dagegen einen braunen Kopf zeigt. Der dünne Augenring ist weißlich gefärbt. Der Schnabel ist kurz, kräftig und spitz. Die Oberseite des Schnabels ist grau, während die Unterseite des Schnabels eine geblich-graue Färbung aufweist. Die Kehle ist weiß abgesetzt. Der Rücken zeigt eine mattbraune Färbung, während die Unterseite hell verwaschen rosa ist. Auf den Flügeln sind auffallend rostbraune Felder zu sehen. Der lange dunkle Schwanz ist weiß gesäumt. Die Extremitäten sind hell orangebraun geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei nach vorn.

Die Jungvögel ähneln in der Färbung dem Männchen, allerdings ist die Kehle nicht so deutlich weiß gefärbt und der Rücken weist eine weniger bräunliche Färbung auf. Des weiteren zeigen die Flügel der Jungvögel schwärzliche Federzentren. Der Flug ist meist niedrig, aber auch manchmal vertikal aufsteigend. Die Dorngrasmücke bewegt sich hüpfend in Wellenlinien mit wippendem Schwanz fort. Der Alarmruf ist etwas nasal und klingt rau. Der Gesang ist kurz, manchmal längere raue und hastig vorgetragene Strophen. Das Männchen singt manchmal vom niedrigen Sitzplatz, manchmal auch von einem hohen Leitungsdraht und oft auch in hüpfenden Singflügen. Sehr oft ist die Dorngrasmücke auch heimlich und hält sich tief in der dichten Vegetation versteckt. Sie verrät sich aber durch ihre bezeichnenden Rufe und zeigt sich dann oft auch neugierig auf einem exponierten Sitzplatz. Markantes Merkmal der Dorngrasmücke ist das Aufrichten ihrer Kopffedern. Die Dorngrasmücke kann unter günstigen Umständen in der Natur ein Alter von etwa fünf Jahren erreichen.

Verbreitung: Die Dorngrasmücke ist ein Langstreckenzieher und brütet von April bis September in vielen Teilen Europas mit Ausnahme von Island und weiten Teilen Skandinaviens. Im Winter migriert die Dorngrasmücke ins tropische Afrika. Die Abreisezeit und Zugrichtung sind der Dorngrasmücke angeboren. Sie ist ein Sommervogel offener Landschaften mit niedrigen Büschen und Gestrüpp. Des weiteren liebt sie bewachsene Straßenböschungen und Bahndämme, Hecken und als lebende Zäune gesetzte Brombeersträucher oder Dickichte um Weiden und Heideflächen sowie dichte Staudenflora.

Ernährung: Die Dorngrasmücke ernährt sich vorwiegend von kleinen Insekten und deren Larven sowie von Spinnen und Weichtieren, die sie von den Blättern pickt. Im Spätsommer und im Herbst nimmt sie dann auch viele Beeren zu sich. Gärten besucht sie nur manchmal. 

Fortpflanzung: Die Dorngrasmücke ist mit einem Jahr geschlechtsreif. Die Paarungszeit und Brutsaison finden in den Monaten von Mai bis Juli statt. Während dieser Zeit kann es zu zwei Jahresbruten kommen. Das napfförmige Nest liegt gut versteckt in dichten Dornbüschen knapp über dem Boden. Es ist aus Gräsern, Pflanzenhalmen, Pferdehaaren und feinen Wurzeln konstruiert. Das Weibchen legt vier bis fünf grünliche Eier, die mit blassen grauen Sprenkelungen markiert sind. Das Weibchen und das Männchen verrichten gemeinsam das Brutgeschäft. Die Eier werden abwechselnd fünfzehn Tage lang gewärmt. Nach etwa neun bis dreizehn Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Sie werden aber weiterhin von den Altvögeln mit Nahrung versorgt bis die Jungvögel flügge sind. Die Jungvögel ähneln sehr dem Männchen, allerdings ist die Kehle nicht so deutlich weiß gefärbt und der Rücken weist eine weniger bräunliche Färbung auf. Des weiteren zeigen die Flügel der Jungvögel schwärzliche Federzentren. Die Lebenserwartung der Dorngrasmücke kann unter günstigen Umständen in der Natur etwa fünf Jahre betragen. Der Bestand ist gesichert und die Dorngrasmücke wird in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Datei:Dorngrasmücke.jpg

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