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Info: Der Drachenstärling (Pseudoleistes virescens), auch unter dem Synonym Agelaius virescens bekannt, zählt innerhalb der Familie der Stärlinge (Icteridae) zur Gattung Pseudoleistes. Im Englischen wird der Drachenstärling brown-and-yellow marshbird genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Der Drachenstärling erreicht eine Körperlänge von etwa 20,0 bis 22,0 Zentimeter. Zwischen beiden Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Das Gefieder beider Geschlechter weist eine dunkelbraune fast schwarze Färbung mit einer Oliv-Tönung auf. Im unteren Brustbereich zeigt sich eine kräftige Gelbfärbung, während der Hals und der obere Brustbereich sowie der Kopf, das Gesicht, der Nacken, der Rücken und der Schwanz eine satte dunkelbraune Tönung aufweisen. Die Flügelunterseite ist ebenfalls wie der untere Bereich der Brust gelb gefärbt. Des Weiteren zeigen sich im Flug ebenfalls gelb gefärbte Schulterfedern. Die Iris der Augen ist von einer schwarzen Färbung. Der schwarze Schnabel wirkt ziemlich groß und kräftig und weist eine konische Form auf. Die Beine, die Füße sowie die Krallen sind ebenfalls schwarz geschönt. Der Drachenstärling weist große Ähnlichkeit mit dem Gelbbürzelstärling (Pseudoleistes guirahuro) auf, jedoch ist die letztgenannte Art größer und weist mehr Gelb auf der Brust und am Bürzel auf.

Lebensweise: Außerhalb der Brutzeit lebt der Drachenstärling sehr gesellig und man trifft ihn häufig in kleinen oder großen Gruppen an. Gelegentlich sieht man den Drachenstärling in Gesellschaft mit dem Gelbbürzelstärling (Pseudoleistes guirahuro). In der Abenddämmerung suchen die Gruppen in den Wäldern oder auf den Wiesen gemeinsam ihre Schlafplätze auf. Die natürlichen Feinde dieser Art sind unter anderem Greifvögel wie der Chimangokarakara (Milvago chimango), der Blaubussard (Geranoaetus melanoleucus), der Rotschanbelbussard (Buteo magnirostris) und das Weißohropposum (Didelphis albiventris). Wenn keine Gefahr droht, hört man ein scharfes Pfeifen kombiniert mit einem Zwitschern. Droht Gefahr, dann erklingt ein angehobenes Pfeifen und Zirpen, um so die anderen Mitglieder der Gruppe zu warnen. Die Paarungszeit beginnt ab September oder Oktober und die Brutzeit endet im November oder Dezember.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN weist der Drachenstärling ein großes Verbreitungsgebiet auf, darunter zählen unter anderem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Der Drachenstärling hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Feuchtgebiete (Inland) wie Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, Ackerflächen und Weiden.

Ernährung: Der Drachenstärling ernährt sich von Insekten, Krebstieren, Würmern, Larven und gelegentlich auch von Sämereien. Er tritt bei der Nahrungssuche in Schwärmen auf und sucht seine Nahrung in Lagunen und in Sümpfen sowie auf Ackerflächen und Weiden. Ansitzwarten sind in der Regel Wasserpflanzen oder der Ast eines Baumes.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit beginnt ab September oder Oktober und die Brutzeit endet im November oder Dezember. Das Nest ist eine becherförmige Konstruktion und besteht aus Ästen und Zweigen. Das Fundament des Nestes wird mit Schlamm oder Kot stabilisiert und das Nestinnere wird mit Gräsern und anderen Pflanzenfasern ausgekleidet. Das Weibchen baut das Nest allein in hohen Gräsern wie Zypergräser. Des Weiteren wählt das Weibchen auch dichtes Schilfgras, Binsen oder platziert das Nest auf oder in Artischocken (Cynara) sowie unter Ringdisteln (Carduus). Das Weibchen legt vier bis sechs weiße Eier, die mit bräunlich-roten Flecken besetzt sind. Gelegentlich werden die Nester von dem Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis) und von dem Rotachsel-Kuhstärling (Molothrus rufoaxillaris) paratisiert. Der Drachenstärling ist nicht territorial und die Nester können ein paar Meter voneinander entfernt sein.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Drachenstärling heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Der Drachenstärling ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Drachenstärling selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Drachenstärling als least concern (nicht gefährdet) geführt.

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