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Info: Die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) zählt innerhalb der Familie der Familie Möwen (Laridae) zur Gattung Rissa. Im Englischen wird die Dreizehenmöwe black-legged kittiwake oder kittiwake genannt.

Beschreibung: Die Dreizehenmöwe gehört zu den mittelgroßen Möwenarten und erreicht eine Körperlänge von 38 bis 40 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 95 bis 105 Zentimeter sowie ein Gewicht von 300 bis 450 Gramm. Bis auf ihren gräulich gefärbten Rücken und Flügel sind Dreizehenmöwen durchweg weiß gefärbt. Ein weiterer Farbtupfer ist die schwarz gefärbte Schwanzspitze, die Flügelspitze weisen ebenfalls eine schwarze Färbung auf. Der kräftige Schnabel ist leicht nach unten gebogen und hellgelb bis gelblichgrün gefärbt. Bei den Küken und juvenilen Vögeln ist der Schnabel schwarz. Die kurzen Extremitäten weisen eine dunkle, fast schwarze Färbung auf.

Dreizehenmöwen sind eine überwiegend tagaktive Möwenart, nur selten sind sie auch in der Nacht aktiv. Sie leben in zum Teil großen Gruppen. Dies zeigt sich insbesondere während der Paarungszeit. Dreizehenmöwen gelten als gesellige Kolonienbrüter. Innerhalb einer Kolonie wird allerdings ein kleines Revier rund um das Nest verteidigt. Die einzelnen Nester liegen dabei meist dicht beieinander. Dreizehenmöwen sind außerhalb der Paarungszeit nicht sesshaft, sie legen auf hoher See teils weite Strecken zurück. Nicht selten wird beispielsweise der Atlantik überquert.

Verbreitung: Die Dreizehenmöwe ist fast weltweit vertreten. Neben dem Hauptverbreitungsgebiet in Nordamerika ist sie auch an den Küsten im nördlichen Europa, in Russland und Sibirien sowie im Nordosten Asiens verbreitet. In Nordamerika erstrecken sich die Brutgebiete sowohl im Westen über Alaska, über die Pazifikküste bis hinunter nach Baja California als auch über die östlichen und nordöstlichen Regionen Nordamerikas. Sie besiedeln dabei ausschließlich die Küstenstreifen, die durch schroffe Klippen und Felsen gezeichnet sind. In Europa reichen die Brutgebiete von Norwegen, über die Britischen Inseln bis hinunter nach Frankreich. Im Winter, außerhalb der Brutzeit, leben Dreizehenmöwen ausschließlich auf hoher See. Nur zum Brüten kommen sie letztlich an die Küsten ihrer Lebensräume.

Ernährung: Dreizehenmöwen ernähren sich fast ausschließlich von Fisch. Hier und da nehmen sie an der Wasseroberfläche aber auch Weichtiere (Mollusca) und Krebstiere (Crustacea) zu sich. Anders als andere Möwen jagen Dreizehenmöwen nur an der Wasseroberfläche, sie tauchen bei der Nahrungssuche also nicht ins Wasser ein. Zu den bevorzugten Fischen gehören beispielsweise Sandaale (Ammodytidae), Lodden (Mallotus villosus), Grönlanddorsche (Arctogadus glacialis) und Seelachse (Pollachius virens). Oft sieht man die Dreizehenmöwe auch in der Nähe von Fischtrawlern, wo sie auf den einen oder anderen Snack lauern.

Fortpflanzung: Die Dreizehenmöwe erreicht die Geschlechtsreife erst sehr spät mit vier bis fünf Jahren. Die Paarungs- und Brutzeit beginnt in der Regel im zeitigen Frühjahr. Dreizehenmöwen brüten in größeren Kolonien, verteidigen ihr kleines Revier rund um das Nest jedoch vehement. Streitigkeiten sind dabei an der Tagesordnung. Die Geschlechter leben in der Regel in einer monogamen Beziehung, jedoch ist eine polygame Lebensweise, bei der ein Männchen sich mit verschiedenen Weibchen paart nichts seltenes. Auch lokal können sich die Paarungsgewohnheiten bei einzelnen Populationen von einander unterscheiden. Die Nester entstehen üblicherweise auf kleinen Vorsprüngen innerhalb von Klippen. Auf zum Teil kleinster Vorsprüngen entstehen napfartige Nester, die überwiegend aus Pflanzenteilen vermischt mit Erde entstehen. Je nach Alter und Ernährungszustand des Weibchens werden ein bis drei Eier gelegt. Beide Geschlechter teilen sich das Wärmen der Eier im folgenden über einen Zeitraum von 24 bis 28 Tagen. Die Küken sind hellgrau bedunt und werden in den ersten Tagen von einem Elternteil gehudert. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Die Nestlingszeit erstreckt sich zumeist über einen Zeitraum von gut sechs Wochen. Unter günstigen Umständen kann eine Dreizehenmöwe ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz: Die Dreizehenmöwe gehört noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt. Jedoch bedrohen vor allem der Verlust der natürlichen Brutgebiete in den Klippen, die Wasserverschmutzung und die Überfischung der Meere die Art. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete finden Dreizehenmöwen nicht mehr genügend Nahrung, um ihren Nachwuchs durchzubringen.

Dreizehenmöwe.jpg

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