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Info: Der Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartige (Sylviidae) zur Gattung der Rohrsänger (Acrocephalus). Diese Art wird auch unter dem wissenschaftlichen Namen Turdus arundinaceus geführt.

Beschreibung: Dieser massige Drosselrohrsänger erreicht fast die Größe einer Singdrossel (Turdus philomelos) und ist ein Schilfbewohner. Durch seine Größe fällt der Drosselrohrsänger aus der Reihe unserer einheimischen Rohrsänger. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht kein Geschlechtsdimorphismus und weisen die gleiche Gefiederfärbung auf. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 16 bis 20 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 25 bis 26 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 30 bis 40 Gramm. Die Oberseite des Drosselrohrsängers ist einheitlich mit einer warmen bräunlichen Färbung versehen, ähnlich wie bei dem Teichohrsänger (Acrocephalus scirpaceus). Die braune Färbung des Drosselrohrsängers bietet ihm eine vorzügliche Tarnung innerhalb des Schilfes. Die Unterseite ist hell rostbräunlich oder cremefarben getönt. Die Flanken sind ockergelb gefärbt, während die Kehle weiß gezeichnet ist. Vom Schnabel bis über das Auge zieht sich ein kräftiger hellbräunlicher Streifen. Des weiteren ist ein dunkler Augenstrich erkennbar. Der Schnabel ist groß und relativ kräftig und weist eine dunkle Spitze auf. Der Schwanz ist breit, leicht gerundet und von einer satten dunkelbraunen Tönung, während die Flügelspitzen ziemlich lang erscheinen.

Verbreitung: Der Drosselrohrsänger brütet in Europa nordwärts bis an die Kanalküste und Nordseeküste und nach Südskandinavien, ferner in Nordwestafrika sowie in Vorderasien und Mittelasien. Sehr nahe Verwandte, vielleicht die gleiche Art, findet man in Ostasien. Bei uns in Deutschland ist der Drosselrohrsänger gebietsweise ein Brüter in großen Schilfgebieten. Im Westen ist der Drosselrohrsänger fast verschwunden und in Großbritannien fehlt er gänzlich. Er ist ein Langstreckenzieher von Mitte April bis September. Das Winterquartier liegt in Afrika südlich der Sahara. Des weiteren ist der Drosselrohrsänger ein Sommervogel und lebt vor allem in großen und hohen Schilfwäldern und schilfbestandenen Teichufern und Flussufern, in die auch Weidenbüsche eingestreut sind. Der Drosselrohrsänger kann aber mitunter auch an bemerkenswerten kleinen Feuchtstellen angetroffen werden oder auch in schmalen Schilfstreifen und hohem Gras entlang von Flüssen und an Überflutungsstellen. Solche ungestörten Bestände sind selten geworden und seine Anwesenheit in solchen Habitaten hängt stark vom Wassergehalt ab. In sehr kleiner Zahl erscheint er auch regelmäßig nördlich seiner Brutverbreitungsgebiete, solche Individuen bleiben dann manchmal eine oder zwei Wochen und singen lebhaft.

Ernährung: Der Drosselrohrsänger ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) und Larven. Dazu zählen unter anderem Schmetterlinge (Lepidoptera), Käfer (Coleoptera) und Libellen (Odonata). Die Insekten (Insecta) nimmt er von Blättern und vom Schilf auf, das der Drosselrohrsänger auf Nahrungssuche durchstöbert. Aber auch Gliederfüßer (Arthropoda) wie zum Beispiel Spinnentiere (Arachnida) verschmäht er nicht und sogar Amphibien (Amphibia) und Weichtiere (Mollusca) gehören zu seinem Nahrungsspektrum. Des weiteren nimmt er auch Beeren zu sich.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von Mai bis August statt. Während dieser Zeit kommt es normalerweise zu einer Jahresbrut. Zweitbruten kommen nur in geringer Zahl vor. Nach erfolgreicher Kopulation wird ein tiefes Nest, das ein dicht geflochtener Napf ist, an senkrechten Rohrhalmen aufgehängt, in der Regel über dem Wasser. Innen ist das Nest mit allerlei Blättern, Wurzelfasern und mit anderen pflanzlichen Materialien ausgepolstert. Der eigentliche Legebeginn ist im Mai. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier ins Nest, die eine helle Grundfärbung aufweisen und mit braunen, grünen sowie blauen Flecken bedeckt sind. Das Weibchen und das Männchen wechseln sich beim Wärmen der Eier ab. Die Inkubationszeit der Eier dauert etwa 14 bis 15 Tage. Nach dem Schlupf werden die Küken knapp zwei Wochen im Nest von dem Männchen und von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von allerlei Insekten (Insecta) gefüttert. Die Lebenserwartung des Drosselrohrsängers beträgt unter günstigen Umständen in der Natur von bis zu fünf Jahren.

Gefährdung und Schutz: Auch wenn der Bestand in einigen Teilen Europas gesichert ist und der Drosselrohrsänger in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt wird. So ist der Bestand in Frankreich abnehmend. Sein Rückgang wird insbesondere durch die Zerstörung seiner Lebensräume verursacht, vor allem die Schilfbestände an den Teichen und Wasserläufen nehmen zusehends ab. Auch die Verschlechterung der Qualität der Winterquartiere in Afrika kann sich ebenfalls ungünstig auf den Drosselrohrsänger auswirken.

Datei:Drosselrohrsänger.jpg

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