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Erdmännchen
Erdmännchen.jpg

Suricata suricatta

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidae)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Gattung: Suricata
Art: Erdmännchen
Zeitraum
vor 2,59 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: südlicher Teil von Afrika
Lebenserwartung (Gefangenschaft): bis zu 20 Jahre
Lebenserwartung (Freiheit): bis zu 15 Jahre
Lebensraum: Savannen, Halbwüsten
Größe: 24,5 - 35 cm
Schwanzlänge: 17 - 25 cm
Gewicht: 600 - 750 g
Ernährung: Fleischfresser, Eierfresser
Gefährdung: LC (nicht gefährdet)

Das Erdmännchen (Suricata suricatta), auch Surikate oder veraltet Scharrtier genannt, ist ein Säugetier aus der Familie der Mangusten.

Aussehen

Die Körperlänge variiert von 24,5 bis 35 Zentimetern, der Schwanz hat eine Länge von 17 bis 25 Zentimetern, während ein Erdmännchen von 600 bis 750 Gramm wiegt. Die Fellfarbe kann von Silber bis Braun gehen. Außerdem besitzen Erdmännchen dunkle Augenbänder, damit die Sonne nicht zu grell erscheint. Zudem haben sie lange, kräftige Hinterbeine, so können sie lange aufrecht stehen. Sie können nämlich sowohl auf zwei als auch auf vier Beinen laufen. Zudem besitzen sie Klauen zum Graben an den Vorderbeinen.

Lebensweise

Sozialverhalten

Erdmännchen leben mit durchschnittlich 20-30 Artgenossen, manchmal auch mit über 50 Tieren in Kolonien. Eine Kolonie hat ein festes, dominantes Paar und seinen Nachwuchs, aber es können auch in einer Kolonie mehrere Familienbände vorkommen. Die Erdmännchen haben ein ca. 5 Quadratkilometer großes Gebiet zum Leben. Sie haben mehrere Baus in ihrem Territorium verteilt. So können sie, falls es in ihrer Gegend mal nicht genug Beute gibt, umziehen. Eine Erdmännchen-Kolonie kann zudem bis zu 1000 Eingänge in ihrem Bau anlegen.

Während die meisten Tiere nach Nahrung suchen, schauen einige Wachposten nach Fressfeinden. Die Wachen stehen auf erhöhten Stellen wie Steinen, Hügeln oder Büschen und piepsen oder glucken zur Warnung. Scharfes Bellen oder Knurren bedeutet höchste Gefahr. Werden die Erdmännchen alarmiert, verschwinden sie im nächsten Loch oder rotten sich zusammen und versuchen den Eindringling zu vertreiben.

Ernährung

Das Erdmännchen ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Mäusen, Eidechsen, Skorpionen und Eiern. Bei einem Skorpion wird zunächst der Stachel abgebissen, bevor das Tier verspeist wird. Selten fressen Erdmännchen auch Früchte wie Melonen oder Pilze. Bevor sie das Tier zu sich nehmen untersuchen sie es mit ihrem sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und verspeisen es dann. Sie können auch problemlos harte Beute fressen, denn diese werden von ihrem starken Gebiss geknackt.

Fortpflanzung

Erdmännchen sind mit ca. 12 Monaten Geschlechtsreif. Sie paaren sich das ganze Jahr über, da es keine richtige Paarungszeit gibt. Das Weibchen hat eine Tragezeit von etwa 75 bis 80 Tagen. Danach werden 2 bis 5 Jungtiere im Bau zur Welt gebracht, die meist um die 25 bis 35 Gramm schwer sind. Diese öffnen nach 2 Wochen das erste mal ihre Augen und Ohren. Die Jungtiere werden nach der Geburt noch etwa 80 Tage lang gestillt und danach bekommen sie feste Nahrung, die vorgekaut wurde von den Eltern. Mit 3 Monaten sind die Jungtiere dann ausgewachsen und selbstständig, jedoch bleiben sie noch bei ihrer Familie.

Fressfeinde

Erdmännchen werden vor allem von Greifvögeln gefressen. Hauptfressfeinde sind dabei Gaukler, Kampfadler, Raubadler und Große Singhabichte. Auf dem Boden werden Erdmännchen von Kapfüchsen, Löffelhunden und Schabrackenschakalen, aber auch von Schlangen gefressen.

Verbreitung

Man findet das Erdmännchen nur im Süden Afrikas. Das Gebiet fängt in einem kleinen Teil südwestlich des Landes Angola an und zieht sich über Namibia und Botswana bis zur Republik Südafrika. Sie leben auf trockenen, offenen Landschaften mit kurzen Grasland und wenig Holzgewuchs. Sie bevorzugen in Savannen, nehmen aber auch Territorium in Halbwüsten ein.

Gefährdung

Trotz der gelegentlichen Verfolgungen durch Menschen sind Erdmännchen nicht gefährdet. Die Weltnaturschutzunion stuft das Erdmännchen als "nicht bedroht" ein.

Erdmännchen und Menschen

Den deutschen Namen Erdmännchen tragen die Tiere, weil sie oft auf zwei Beinen stehen, um die Umgebung zu beobachten. Auf Englisch und auf Afrikaans tragen die Erdmännchen den Namen Meerkat, was jedoch nichts mit der Gattung der Meerkatzen zu tun hat. Trotz ihrer weltweiten Beliebtheit, sind die Erdmännchen in ihrem Verbreitungsgebiet oft von den Menschen verhasst, da sie Farmland zerstören und die Tollwut übertragen können.

In manchen Gegenden werden Erdmännchen abgerichtet, um Schlangen aufzuspüren.

In der Popkultur

  • Timon ist ein Erdmännchen aus der König-der-Löwen-Filmreihe, sowie aus der Serie Abenteuer mit Timon und Pumbaa.
  • Jan und Henry sind zwei Erdmännchenbrüder, die auf dem Fernsehsender KIKA Gute-Nacht-Geschichten erzählen und als Detektive ermitteln.
  • Der Film Wächter der Wüste (2008) dreht sich halbdokumentarisch um eine Erdmännchenfamilie in der Kalahari-Wüste.

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