Tier Lexikon Wiki
Advertisement
Flusspferd
Flusspferd in Botswana.jpg

Hippopotamus amphibius

Systematik
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere
Überordnung Laurasiatheria
Ordnung Paarhufer (Artiodactyla)
Familie Flusspferde (Hippopotamidae)
Gattung Hippopotamus
Art Flusspferd
Allgemeines
Verbreitung: Afrika südlich der Sahara
Lebenserwartung (Gefangenschaft): bis zu 61 Jahre
Lebenserwartung (Freiheit): 30-40 Jahre
Größe: 2,7-5 m
Schwanzlänge: 56 cm
Gewicht: 1,4-4,5 t
Ernährung: Pflanzenfresser
Gefährdung: VU (gefährdet)

Das Flusspferd (Hippopotamus amphibius), auch Nilpferd oder Großflusspferd genannt, ist eine Säugetierart aus der Familie der Flusspferde innerhalb der Ordnung der Paarhufer.

Beschreibung[]

Das Flusspferd wird auch Nilpferd genannt. Es ist aber seit längerem am Nil ausgestorben. Adulte Tiere erreichen eine Länge von 4,00 Meter bei einer Schulterhöhe von 1,70 Meter. Die Schwanzlänge liegt bei ca. 60 Zentimetern. Die Tiere werden bis zu 4 Tonnen schwer und sind somit neben den Nashörnern nach den Elefanten die zweitgrößten Landtiere. Neueste genetische Untersuchungen lassen annehmen, dass Mitglieder der Familie Hippopotamidae enger mit den Walen verwandt sind, als mit irgendwelchen anderen Paarhufern.

Körperbau[]

Beeindruckend ist der große massige Kopf, auf dem Augen, Ohren und Nasenöffnungen weit oben gelagert sind. Diese Anordnung ist nützlich, da die Tiere einen Großteil des Tages im Wasser verbringen und fast untergetaucht atmen und die Umgebung beobachten können. Beim Tauchen werden Nasen und Ohren verschlossen. Die Eckzähne im Unter- und Oberkiefer haben sich zu riesigen Hauern herausgebildet. Die Eckzähne können eine Länge von 50 cm erreichen. Die Kiefer lassen sich bis zu 150° weit öffnen. Im Gegensatz zu ihrem massigen Körper haben die Flusspferde sehr kurze, stempelartige Beine. Die Hautfärbung ist grau mit einem Rosastich an Unterseite, Augen und Hautfalten. Die Haut des amphibischen Säugers besteht aus einer dünnen Außenschicht (Epidermis), die leicht austrocknet und empfindlich gegenüber Insektenbissen ist. Sie wird trotz Schleim produzierender Drüsen schnell rissig, wenn sie nicht regelmäßig mit Wasser oder Schlamm benetzt ist. Flusspferde besitzen keine Talgdrüsen. Die Innenschicht (Dermis) ist bis zu 3,5 cm dick und aus einer dichten, Festigkeit verleihenden, Schicht Fasern.

Verhalten[]

Flusspferde leben in kleinen Gruppen von bis zu 20 Tieren. Sie sind überwiegend nachtaktiv. Die Bullen einer Herde markieren ihre Reviere zu Wasser und zu Land mit Kot und verteidigen gegenüber gruppenfremden Tieren diese erbittert. Diese Revierkämpfe enden ab und an auch tödlich für den unterlegenden Bullen; auf jeden Fall drangsalieren sich die Kontrahenten stark und tragen oft Wunden davon, wenn nach einer Zeit von Schreien und Imponiergehabe keiner der Rivalen nachgibt. Ein Kampf kann Stunden andauern. Dabei werden die unteren Eckzähne als Waffen eingesetzt. Flusspferde leben zwar hauptsächlich im Wasser, dennoch sind es keine Schwimmer. Sie lassen sich vom Wasser tragen oder laufen vielmehr auf dem Grund, denn die Dichte des Körpers ist etwas größer als die des Wassers, weshalb Flusspferde sanft absinken. Wenn die Tiere jedoch beim Atmen an der Oberfläche die Lungen gut mit Luft füllen, wird die zusätzliche Dichte genommen und das Tier kann sich leicht treiben lassen. Sie können bis zu 10 Minuten unter Wasser verweilen. An Land ermüden Flusspferde sehr schnell, erreichen jedoch trotz der kurzen Beine ein beachtliches Tempo. Während der Trockenzeit finden Wanderungen statt. Die Tiere sind auf der Suche nach Nahrung und kehren nicht immer alle in ihr Heimatgebiet zurück. Nah gelegene Tümpel werden zu Aufenthaltsorten von oft sehr vielen Flusspferden, die jedoch nur für die Dauer der Trockenzeit dort verweilen.

Flusspferde wurden zu allen Zeiten wegen ihres Fleisches und ihrer Hauer aus Elfenbein gejagt. Von daher sind sie in weiten Teilen Afrikas ausgestorben. Auch wenn man es den Tieren auf den ersten Blick nicht ansieht, sind es keine friedfertigen Tiere. In Afrika sterben mehr Menschen durch Angriffe der Nilpferde, als durch Übergriffe durch Krokodile oder Löwen. Vor allem im Wasser greifen sie gerne Boote an, die ihnen zu nahe kommen. Ihren Lebensraum teilen sie sich mit Krokodilen. Beide Arten gehen sich in der Regel aus dem Weg, sodass es zu keinen Übergriffen kommt.

Vögel wie die Madenhacker (Buphagus) suchen auf der Haut von Flusspferden nach Parasiten wie z.B. Zecken und Insekten. Man spricht hier von einer "Pflege-Symbiose".

Die Reviermarkierung erfolgt durch das Verteilen von Kot und Urin. Diese verstreut das Flusspferd mehrere Meter weit, indem es seinen Schwanz als Propeller benutzt.

Verbreitung[]

Nachdem viele Flusspferdpopulationen aufgrund von intensiver Jagd erloschen sind, kommen die Tiere noch südlich der Sahara in Afrika vor. Sie sind an Seen und in langsam fließenden Gewässern mit ausgedehnten Sandbänken und Sandstränden zu finden. Während der Trockenzeit finden große Ansammlungen an Wasserstellen statt.

Nahrung[]

Die Tiere sind reine Pflanzenfresser und kommen in der Regel nachts an Land um zu grasen. Pro Tag nehmen sie etwa 40 bis 50 Kg Pflanzenmasse zu sich. Die Hauptnahrung dabei ist Gras, welches mit den Lippen abgepflückt wird. Flusspferde sind Wiederkäuer.

Es tritt Infantizid auf, d.h. nach der Geburt muss das Muttertier sehr vorsichtig sein, da das Junge stark vom Bullen bedroht wird.

Fortpflanzung[]

Das dominante Männchen paart sich mit den Weibchen seines Reviers. Nach einer Tragzeit von 240 Tagen wird (meist unter Wasser) ein einziges Kalb mit einem Geburtsgewicht von ca. 30 Kg geboren. Gesäugt werden die Jungen anfangs nur unter Wasser, später auch an Land. Die Mutter schützt das Kalb vor Großkatzen und Hyänen und lässt es niemals weit aus den Augen. Nach der Entwöhnung, die zwischen 6. und 8. Monat stattfindet, bleiben die Kälber noch etwa 5 Jahre bei der Mutter. Man spricht daher von Familiengruppen. Die Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit 6 bis 8 Jahren, Weibchen mit 5 bis 7 Jahren. Flusspferde werden bis zu 50 Jahre alt. In Freiheit allerdings nur bis zu 30 Jahren.

Flusspferde in der Kultur[]

In Ägypten wurde das Flusspferd, wie viele andere Tiere des Nils auch, als heilig angesehen und auch verehrt. Bekannt ist die Göttin Tawaret, die ägyptische Schutzgöttin schwangerer und stillender Frauen. Sie wurde mit Nilpferdkörper, menschlichen Brüsten, Krokodilschwanz und Löwenkopf dargestellt. In späterer Zeit fraß sie auch die Herzen unreiner Seelen beim Totengericht. Es sind zudem zahlreiche altägyptische Nilpferdstatuetten aus Fayence bekannt.

Das Ungeheuer Behemoth aus dem jüdischen Kulturkreis wird teilweise als Flusspferd dargestellt.

Popkultur[]

  • Gloria ist einer der Hauptcharaktere der Animationsfilmreihe Madagascar.
  • Die Happy Hippos sind wiederkehrende Inhalte des Kinder Überraschungseis von Ferrero.
  • Hippo Hurra ist eine französisch-belgische animierte Kinderserie.
  • Moto Moto ist ein machohaftes Flusspferd, das sich im Animationsfilm Madagascar 2 in Gloria verliebt.
  • Die Mumins sind flusspferdähnliche Trollwesen aus den Büchern der schwedischen Autorin Tove Jansson.
  • Nepomuk ist ein Halbdrache aus Michael Endes Buch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Seine Mutter war ein Nilpferd, sein Vater ein Drache.

Galerie[]




Advertisement