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Gepard
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Acinonyx jubatus

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Acinonyx
Art Gepard
Zeitraum
vor 1,9 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: Afrika, Iran
Lebenserwartung: 10-15 Jahre
Lebensraum: In Graslandschaften und mit Sträuchern bewachsenden Biotopen
Größe: 1-1,5 m Körperlänge zuzügl. 70-80 cm Schwanz, bis zu 80 cm Schulterhöhe
Gewicht: 20-70 kg
Ernährung: Fleischfresser
Gefährdung: VU (gefährdet)

Der Gepard (Acinonyx jubatus) gehört zu der Familie der Katzen (Felidae), innerhalb der Kleinkatzen (Felinae). Der Gepard ist mit ca. 110 Kilometer pro Stunde das schnellste Landsäugetier!

Merkmale[]

Der Gepard ist auf Geschwindigkeit ausgelegt. Mit seinem schlanken Körper und der flexiblen Wirbelsäule kann er die Richtung wechseln ohne die Balance zu verlieren. Mit den langen Beinen erreich er Schrittlängen von bis zu 7 m. Der kleine Kopf trägt zur Aerodynamik bei und die weiten Nasenlöcher und großen Lungen verbessern die Atmung. Das große Herz sorgt für den entsprechenden Blutkreislauf. Doch der Gepard ist nicht der erfolgreichste Jäger unter den afrikanischen Katzen, weil die Anpassungen an die Geschwindigkeit auch Nachteile bringen. Die kurze Schnauze und der kleine Kopf verringern die Kraft der Kiefer.

Lebensweise[]

Jagd[]

Für die Jagd ist der Körper der "Windhund"-Katze in vollendeter Form geschaffen. Sie ist hochbeinig, schlank und sehnig, mit schmalem Kopf, großem Lungenvolumen und äußerst elastischem Rückgrat. Einzigartig unter Katzen sind die für den Sprinter idealen hundeähnlichen Pfoten: Die stumpfen Krallen sind nicht einziehbar und funktionieren wie Spikes. Zum Niederstrecken der Beute dient eine messerscharfe, säbelartig gebogene Daumenkralle an der Innenseite der Vorderpfoten. Obwohl der Gepard bei der Jagd deutlich erfolgreicher ist als alle anderen Großkatzen, führt sie ihn im Durchschnitt nicht zu einer sättigenden Mahlzeit. Denn häufig vertreiben Löwen, Leoparden, Hyänen, wilde Hunde, Schakale, und auch Geier den ermatteten Hochleistungssprinter von seiner Beute. Mehr als die Hälfte aller Geparde überlebt die ersten Wochen nach der Geburt nicht. Häufigste Todesursache: andere Raubtiere wie Löwen, Hyänen, oder Leoparde, aber auch Greifvögel und kleinere Räuber. Wird die Mutter verletzt und so jagdunfähig oder gar getötet, sind die Jungen hilflos. Solange sie noch nicht gelernt haben zu jagen, werden sie verhungern. In Freiheit können Geparde etwa 10 Jahre und in Gefangenschaft etwa 15 Jahre alt werden.

Sozialverhalten[]

Geparde sind tagaktive Tiere. Dadurch vermeiden sie weitgehend Begegnungen mit den eher nachtaktiven Löwen, Leoparden, Tüpfel-, Streifen- und Schabrackenhyänen, die Geparden leicht die Beute streitig machen können und auch eine große Gefahr für den Nachwuchs darstellen. Sie sind geselliger als die meisten anderen Katzen. Die Weibchen leben meistens allein – mit Ausnahme der Zeit, in der sie Junge führen. Männchen hingegen formen Verbände, in denen sie (meistens Wurfbrüder) zu zweit oder dritt leben. Selten gibt es größere Gepardengruppen von bis zu 15 Individuen. Männchen und Weibchen kommen nur zur Paarung zusammen und trennen sich gleich darauf wieder. Das Revier wird durch Urinmarkierungen abgegrenzt.

Fortpflanzung[]

Im Alter von etwa drei Jahren ist ein Gepard geschlechtsreif. Die Tragzeit beträgt etwa 95 Tage, ein Wurf besteht aus einem bis drei Jungen. Das Weibchen bringt sie in einem Bau zur Welt, in dem sie für etwa acht Wochen bleiben. Dies ist nötig, da Geparde nicht die körperlichen Voraussetzungen besitzen, ihren Nachwuchs erfolgreich gegen die stärkeren Großkatzen – Löwe und Leopard – oder auch Hyänen zu verteidigen. Die Jungen haben auf dem Rücken lange silbrige Haare, die wahrscheinlich der Tarnung dienen und die sie nach etwa drei Monaten rasch verlieren. Trotz dieser natürlichen Schutzvorrichtungen ist die Mortalität während des ersten Lebensjahres hoch; meistens fallen sie Raubfeinden zum Opfer. Haben sie die erste kritische Phase überstanden, können sie ein Lebensalter von 15 Jahren erreichen.

Ernährung und Jagd[]

Das Spektrum der Beutetiere eines Gepards ist für gewöhnlich nicht besonders breit. Seine bevorzugte Beute sind kleinere Huftierarten, wie Gazellen und Moschusböckchen. In Ostafrika ernähren sich Geparde fast ausschließlich von Thomson-Gazellen, Grant-Gazellen und Impalas. Diese Antilopen sind leicht und sehr viel einfacher zu überwältigen als ausgewachsene Zebras oder Gnus, die für einen Gepard nahezu unbezwingbar sind. Allerdings werden die Jungtiere beider Arten gelegentlich von in der Gruppe jagenden Geparden überwältigt. Normalerweise halten sich die schnellen Jäger jedoch an Beutetiere unter 60 kg Körpergewicht. In Notzeiten jagt ein Gepard auch Hasen, Kaninchen und Vögel.

Geparden pirschen sich in der Regel auf mindestens ca. 50 bis 100 m an ihre Beutetiere heran, um sie dann mit der gepardentypisch hohen Geschwindigkeit anzugreifen. Diese Art der Jagd wird mitunter mit der Hetzjagd etlicher Hunde (Canidae) verglichen. Letztere zeichnet sich jedoch durch Ausdauer gegenüber den auf kurzen Distanzen oft schnelleren Beutetieren aus, während im Gegensatz dazu Geparden aufgeben müssen, wenn sie das anvisierte Beutetier nicht nach einigen hundert Metern erreicht haben. Dies entspricht prinzipiell durchaus der Jagdweise anderer Katzen, nur dass der Gepard auf das Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten spezialisiert ist und bei der Verfolgung im Vergleich zu den meisten anderen Katzen längere Distanzen überwindet. Auf diese Weise sind 50 bis 70 % der Jagden erfolgreich. Kein anderes einzeln jagendes Raubtier hat eine höhere Erfolgsquote, lediglich in Rudeln jagende Raubtiere übertreffen die Quote des Gepards. Die Beute wird einfach überrannt: der Gepard läuft in die Beine des Opfers, das daraufhin das Gleichgewicht verliert und stürzt. Anschließend drückt der Gepard dem Beutetier mit den Zähnen die Kehle zu. Er zerbeißt also nicht die Nacken- oder Halswirbel, um seine Beute zu töten, sondern erstickt sie. Hiernach muss sich der Gepard erst einmal ausruhen, denn eine zu lange Jagd kann zur Überhitzung seiner Muskeln führen. Doch dann muss der Gepard schnell fressen, denn er kann seine Beute gegen andere Raubtiere wie Hyänen oder Leoparden praktisch nicht verteidigen.

Kulturgeschichte[]

Schon früh hat der Mensch es verstanden, Geparde zu zähmen und sich als Jagdbegleiter nutzbar zu machen. Deswegen hat man ihn für die Jagd abgerichtet und er erhielt seinen synonym verwendeten Namen „Jagdleopard“. Sowohl in Mesopotamien als auch im Alten Ägypten hat man – seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend – Geparde auf diese Weise verwendet. Im mittelalterlichen Europa war die Jagd mit Geparden ein Luxus, den man sich nur an Königshöfen leisten konnte. Da sich diese Katze aber in Gefangenschaft nicht vermehrte, mussten immer neue Geparde gefangen werden. Zu ihrer Dezimierung trug außerdem bei, dass sie wegen ihres Fells getötet wurden.

Verbreitung[]

Der Gepard war einst auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und in Asien weit verbreitet. Die Art ist heute jedoch durch Jagd und Lebensraumverlust auf Reliktpopulationen in 25 afrikanischen Staaten beschränkt. Eine asiatische Reliktpopulation lebt im Iran.

Unterarten[]

  • Asiatischer Gepard (A. jubatus venaticus)
  • Nordwestafrikanischer Gepard (A. jubatus hecki)
  • Nordostafrikanischer Gepard (A. jubatus soemmeringii)
  • Ostafrikanischer Gepard (A. jubatus fearsoni)
  • Südafrikanischer Gepard (A. jubatus jubatus)

Aktuelle Populationsgröße und Schutzstatus[]

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Man schätzt, dass noch etwa 12.400 Geparde in 25 afrikanischen Ländern in freier Wildbahn leben, wobei Namibia mit 2.500 Individuen die größte Anzahl vorweisen kann. Weitere geschätzte 60 bis 100 Individuen kommen im Iran vor. Die geschätzte effektive Populationsgröße liegt bei etwa 10.000 Individuen. Die meisten Geparde leben nicht in Schutzgebieten, was vielfach zu Konflikten mit Viehzüchtern führt. Die Art wird auf der roten Liste der IUCN als „gefährdet“ gelistet, wobei die afrikanischen Unterarten als „gefährdet“ bis „stark gefährdet“, die asiatische Unterart als „vom Aussterben bedroht“ gelten. Zuchtprogramme in Zoos und die Anwendung von künstlicher Befruchtung sind erfolgreich.

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