Tier Lexikon Wiki
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Ichneumon
Datei:Ichneumon.jpg

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Systematik
Klasse: Säugetiere

 (Mammalia)

Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere(Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere

 (Eutheria)

Ordnung: Raubtiere

 (Carnivora)

Überfamilie: Katzenartige

 (Feloidea)

Familie: [1]

 Mangusten (Herpestidae)

Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten(Herpestinae)
Gattung: Herpestes
Art: Ichneumon
Wissenschaftlicher Name
Herpestes ichneumon
Linnaeus, 1758

Beschreibung[]

Aussehen und Maße[]

Der Ichneumon erreicht eine Körperlänge von 48 bis 60 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 35 bis 50 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.800 bis 3.800 Gramm. Das Fell des schlanken Körpers weist eine graubraune, rötlichbraune oder braune Färbung auf. Der Oberkörper ist zudem mit bräunlichen Flecken übersät. Die kurzen Beine enden in jeweils fünf Zehen, die mit kleinen aber scharfen Krallen versehen sind. Der Kopf ist leicht länglich und spitz zulaufend und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Als Fleischfresser ist ihr Gebiss mit den rund 40 Zähnen kräftig ausgebildet. Ichneumons besitzen im Analbereich Geruchsdrüsen, die einerseits zum Markieren von markanten Stellen dienen und andererseits bei der Kommunikation, insbesondere während der Paarungszeit eingesetzt werden.

Ichneumons sind tagaktiv und leben überwiegend einzelgängerisch. Selten sieht man sie auch in kleinen Familiengruppen. Während der Nacht und der heißen Mittagszeit halten sich die Ichneumons hauptsächlich in ihrem Bau auf. Ansonsten sind sie während ihrer aktiven Phase meist auf Nahrungssuche. Ichneumons gelten als gute Schwimmer und gehen daher auch im Wasser auf Beutefang.

Verbreitung[]

Der Ichneumon ist in südlichen Teilen der Iberischen Halbinsel, im Nahen Osten sowie in weiten Teilen Afrikas beheimatet. In Afrika werden lediglich Regenwälder und reine Wüsten wie die Sahara oder die Namib-Wüste nicht besiedelt. In einigen Regionen wie Italien wurde der Ichneumon als natürlicher Schädlingsbekämpfer eingesetzt und gedeiht prächtig. Lichte Wälder, Baumsavannen ähnliche Habitate gehören zu den natürlichen Lebensräumen. In ihrem Lebensraum ist immer eine Wasserquelle wie ein Fluss, See oder Teich zu finden. In der Nähe des Menschen fühlen sich Ichneumons auch auf landwirtschaftlichen Flächen wohl. Als Unterschlupf dienen Baumhöhlen, Erdbauten oder andere geschützte Plätze.

Ernährung[]

Ichneumons gehören wie alle Mangusten zu den Allesfressern. An tierischer Nahrung nehmen sie alles zu sich was sich erbeuten lässt. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören Kleinsäuger, Reptilien, Vögel, Fische und Krebstiere. Aber auch wirbellose Tiere, Eier von Vögeln und Reptilien stehen durchaus hoch im Kurs. Am Nil machen sie sich insbesondere über die Eier von Nilkrokodilen her. Hier und da bessern sie ihren Speiseplan auch mit reifen Früchten und Beeren auf. Meist gehen sie am frühen Morgen und am frühen Abend auf der Suche nach Nahrung. Gelegentlich ist auch zu beobachten, dass sie Giftschlangen angreifen. Sie sind zwar gegen deren Gift nicht immun, aber durch ihre Schnelligkeit können sie diese Schlangen leicht überwältigen. Zum Aufspüren von Beute setzen Ichneumons vor allem auf ihren hoch entwickelten Geruchssinn.

Fortpflanzung[]

Der Ichneumon erreicht die Geschlechtsreife mit zwei Jahren. Die Geschlechtsorgane sind bei paarungsbereiten Weibchen deutlich sichtbar geschlossen. Ichneumon führen eine saisonale Einehe, die zumeist nicht über einen längeren Zeitraum hält. Die Paarungszeit erstreckt sich in den tropischen Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Im Süden der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika erstreckt sich die Paarungszeit in der Regel über das Frühjahr. Nach einer Tragezeit von 77 bis 80 Tagen bringt ein Weibchen meist zwei bis vier Jungtiere in ihrem Bau zur Welt. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt, verfügen aber schon über ein Fell. Ihre Augen öffnen sie meist nach 40 Tagen. Gesäugt wird der Nachwuchs über einen Zeitraum von etwa 60 Tagen. Die Selbständigkeit wird mit sechs bis acht Monaten erreicht. Spätestens mit einem Jahr verlassen sie den Familienverband. Die Lebenserwartung in Freiheit kann unter günstigen Umständen bei 10 bis 12 Jahren liegen. In Gefangenschaft ist ein deutlich höheres Alter möglich.

Gefährdung und Schutz[]

In ihrem Ökosystem haben Ichneumons eine herausragende Rolle. Sie steuern insbesondere die Populationen von Nagetieren (Rodentia) und Schlangen (Serpentes). Daher werden sie von der einheimischen Bevölkerung durchaus geschätzt. In einigen Verbreitungsgebieten werden Ichneumons als Haustiere gehalten, sie lassen sich relativ leicht zähmen. Ichneumons sind überall noch häufig anzutreffen. Daher werden sie in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt.

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