Tier Lexikon Wiki
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Klappmütze
Datei:Klappmütze.jpg

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Systematik
Klasse: Säugetiere

(Mammalia)

Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere(Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere

(Eutheria)

Ordnung: Raubtiere

(Carnivora)

Unterordnung: Hundeartige

(Cynoidea)

Familie: [1]

Hundsrobben (Phocidae)

Gattung: Cystophora
Art: Klappmütze
Wissenschaftlicher Name
Cystophora cristata
Erxleben, 1777

Bescheibung[]

Aussehen und Maße[]

Die Klappmütze erreicht eine Körperlänge zwischen 195 und 350 Zentimeter, und ein Gewicht von bis zu 400 Kilogramm und deutlich mehr. Das Männchen wird deutlich größer und schwerer als das Weibchen. Das typische namensgebende Merkmal der Männchen, ist die aufblasbare Rüsselnase. Wenn diese voll aufgebläht ist, tritt sie als knallrote Blase aus der Nasenscheidewand hervor. Zwar hat das kleinere Weibchen, von vorne betrachtet ein genauso breites Gesicht wie das Männchen, der Rüssel ist jedoch nur sehr schwach ausgebildet. Auf dem grauen Grund der adulten Tiere, zeigen sich unregeläßige, bis zu handteller große Flecken. Ihr breites Gesicht ist bis zu den Augen hin schwarz.

Die Jungtiere, auch "Klappmützenferkel" genannt, haben ein dunkles Fell an der Oberseite, die Unterseite ist weiß. Aus dem oberen dunklen Fell entsteht dann langsam die schwarze Färbung im Gesicht der Erwachsenen. Jungtiere bekommen die ersten Flecken mit zirka einem Jahr, mit jedem weiteren Haarwechsel, breiten sich die Flecken aus.

Lebensweise[]

Die Klappmützen können bis zu 300 Meter tief tauchen und dabei bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben ohne Luft schnappen zu müssen. Unter Wasser legen sie dann größere Strecken zurück. Die Jungtiere tauchen auch schnell vom Eisrand ab, wenn Gefahr droht. Zur Geburt der Jungtiere wandern die Klappmützen, genau so wie die Sattelrobben (Pagophilus groenlandicus), an bestimmte Plätze am Eisrand, die sie traditionell benuzen. Die zwei wichtigsten Stellen liegen nordöstlich von Neufundland und nördlich von Jan Mayen. Örtlich gehen sich die beiden Arten aber aus dem Weg. Die kräftigeren Klappmützen begeben sich auch auf festes Eis, wenn es mit Schnee bedeckt ist und nahe genug an der Treibeiskante liegt.

Verbreitung[]

Diese Robbenart bewohnt Kanada, Grönland, Island, Norwegen und die USA. Nicht sesshaft, aber trotzdem manchmal antreffbar sind sie in Argentinien, in den Bahamas, Bermuda, Dänemark, an den Färöer Inseln, Frankreich, Deutschland, Irland, Portugal, Puerto Rico, in der Russischen Föderation, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Die Klappmützen bewohnen vor allem die Hochseezonen entlang des Treibeises in der nordatlantischen Arktis. Mit dem Winter und der Eisfront kommen die Robben immer weiter nach Süden. Im Sommer wandern sie aber wieder in die hocharktischen Breiten zurück. Bevorzugt bewohnt diese Art größere Wassertiefe, oft gelangen sie mit dem Treibeis auch ans Land.

Ernährung[]

Als reine Fischfresser, ernähren sich die Klappmützen hauptsächlich von Bodenfischen, wie den Flundern (Platichthys flesus)Rotfischen (Hucho hucho)Dorschen (Gadidae) und Lachsen (Oncorhynchus). Sie tauchen aber auch nach verschiedenenKopffüßern (Cephalopoda) wie Kraken (Octopoda) und Kalmare (Teuthida).

Fortpflanzung[]

Nach der Geburt der Jungtiere tragen sie dieses Wollkleid und können somit gleich ins Wasser gehen. Dies tun sie aber lediglich, wenn Gefahr droht, wie z.B. von einem Eisbär (Ursus maritimus). Ansonsten bleiben diese acht Tage auf dem Eis und leben drei Wochen ausschließlich von Muttermilch. Danach müssen die Jungen um sich selbst sorgen, da diese aber schon weit entwickelt zur Welt kommen und auch die Muttermilch viel Kraft gibt, ist das kein Problem. Die Säugezeit beträgt nur 3 Tage und ist damit die kürzeste aller Säugetiere. Ein Jungtier hat bereits am 2. Lebenmstag sein Gewicht verdoppelt. Die Milch ist extrem nährstoffrein und die fettreichste aller Säugetiere.

Nachdem die Jungiere selbstständig werden, beginnt die Paarungszeit der Erwachsenen erneut. Zu dieser Zeit blähen die Männchen ihre Rüsselnasen auf und lassen ein Gebrüll hören, das man weit über 6 Kilometer hören kann. Oft kämpfen die Männchen auch sehr heftig um die Weibchen. Nach der Paarung, im Juni, versammeln sich die Klappmützen erneut an einem bestimmten Platz zwischen Island und Ostgrönland, um das Haarkleid zu wechseln. In manchen Jahren wurden an diesen Stellen, von schwedischen Fangschiffen über 50.000 Klappmützen erbeutet.

Prädatoren[]

Außer dem Menschen, der die Robben nach ihren Fellen jagte und es heute auch noch tut, wie z.B. in Kanada, indem bei der jährlichen Robbenjagt jeweils 10.000 ausgewachsene Klappmützen gejagt werden, zählen zu ihren natürlichen Feinden der Eisbär (Ursus maritimus), der an Land auf sie lauert, der Grönlandhai (Somniosus microcephalus) und der Schwertwal (Orcinus orca) denen sie im Wasser zum Opfer fallen.

Gefährdung und Schutz[]

Der Bestand der Klappmützen sank in den letzten 40 bis 60 Jahren um fast 90%, der Grund hierzu ist unbekannt. Jüngste Berichte zeigen aber, dass trotz der vielen Schutzmaßnahmen der Bestand in den letzten 8 Jahren um 30% sank. Obwohl die Klappmütze an einigen Stellen noch häufig zu finden ist, wird sie in der Roten Liste der IUCN als Vunerable, also als gefährdet eingestuft, da der Bestand im Osten in den letzten Jahrzehnten drastisch sank. Zuvor lebten mehr als eine halbe Million Individuen im Osten, jetzt nur noch 70.000.

Früher wurden die Klappmützen wegen ihres Fells gejagt, besonders begehrt waren die Felle der Jungtiere. Als die Jagd zum Teil aufhörte, vermutete man dass sich der Bestand wieder erholen könnte.

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