Tier Lexikon Wiki
Advertisement
Knochenfische
Fisch Icon.png

Osteichthyes

Systematik
Stamm Chordatiere (Chordata)
Unterstamm Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse Knochenfische
Zeitraum
vor 420 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: Gewässer weltweit
Größe: Paedocypris progenetica (0,79-1 cm)

Regalecus glesne (bis zu 8 m)

Ernährung: Pflanzenfresser, Allesfresser, Fleischfresser

Knochenfische sind diejenigen Fischgruppen, deren Skelett im Gegensatz zu dem der Knorpelfische vollständig oder teilweise verknöchert ist. Die meisten Knochenfische haben einen spindelförmigen, der Bewegung im Wasser wenig Widerstand leistenden Körper. Paarige und unpaarige Flossendienen dem Antrieb und der Stabilisierung.   

Merkmale[]

Das Skelett der Knochenfische besteht aus drei Hauptteilen: Schädel, Wirbelsäule und Flossenskelett. Die paarigen Kiemen befinden sich hinter dem Kopf unterhalb des Schädels. Sie sind von einer Knochenklappe bedeckt, dem Operculum, und die untere Kiemenkammer enthält Knochenstützen, die Branchiostegalstrahlen. Mit diesen beiden Strukturen kann der Fisch Wasser ins Maul aufnehmen und über die Kiemen pumpen. Die Branchiostegalstrahlen helfen beim Öffnen des Mauls und regulieren das Einströmen, während das Operculum als Verschluss für die Kiemen dient und das Ausströmen reguliert. Diese Strukturen werden auch beim Ergreifen und Verschlucken der Nahrung benutzt. Die meisten Knochenfische haben leichte, biegsame Cycloid- oder Ctenoidschuppen, die meist von einer dünnen, Schleim absondernden Haut bedeckt sind. Der Schleim hält Parasiten und Krankheitserreger fern. Bei einigen Arten verhindert er Austrocknung. Andere Knochenfische haben große schützende oder keine Schuppen.

Skelett[]

Im Schädel eines Knochenfisches sitzt das Gehirn, er trägt Kiefer und Kiemenbögen. Zähne finden sich im Kiefer, im Schlund, am Gaumen oder auf der Zunge. Die Wirbelsäule - aus zusammenhängenden Wirbeln, die im Hinterleib mit den Rippen verbunden sind - stützt den Körper. Jede Flosse besteht aus einer knöchernen, im Körper verankerten Basis, von der stabähnliche Strukturen ausgehen.

Sinne[]

Die meisten Knochenfische können gut sehen und hören. Diese beiden Sinne werden für Kommunikation und soziale Interaktion benutzt. Sie tragen auch dazu bei, dass die Fische Schwärme bilden können. Die Augen sitzen meistens seitlich am Kopf, damit der Fisch ein großes Sichtfeld hat. Stäbchen und Zapfen in der Retina sorgen für gutes Farbensehen und viele Arten sind leuchtend gefärbt, um Partner anzulocken oder ihr Revier zu verteidigen. Töne sind gut geeignet, um unter Wasser zu kommunizieren. Einige Arten können Laute erzeugen, entweder mit ihrer Schwimmblase oder durch Aneinanderreiben von Körperteilen.

Auftrieb[]

Die meisten Knochenfische kontrollieren ihren Auftrieb mit der Schwimmblase. Diese Blase ist mit Gas gefüllt und hat so eine geringere Dichte als Wasser. Der Fisch kann durch Veränderung von Gas-Volumen und -Druck den Auftrieb regulieren. Die Schwimmblase bei Süßwasserfischen ist größer als bei Meeresfischen, weil Süßwasser eine geringere Dichte als Salzwasser hat und den Fischkörper nicht so gut trägt. Dank der Schwimmblase müssen die Knochenfische (im Gegensatz zu Knorpelfischen) ihre Flossen nicht zur Regulierung des Auftriebs benutzen, sondern können sie ausschließlich zum Steuern verwenden.

Fortpflanzung[]

Bei den meisten Knochenfischen erfolgt eine äußere Befruchtung, nur bei wenigen Arten eine innere. Meeresfische, die im offenen Meer leben, legen meistens Eier, die als Plankton schweben, in sehr großer Zahl, weil nur aus wenigen Jungtiere schlüpfen. Küsten- und Süßwasserarten erzeugen eine geringere Anzahl an Eiern, die dann im Sediment, in Nestern oder an Pflanzen abgelegt werden. Nur wenige Arten, wie die Kieferfische, kümmern sich um ihre Eier oder die Jungen. Sie beschützen sie vor Feinden - einige wenige Arten versorgen sie sogar mit Nahrung. Bei den Knochenfischen gibt es auch Zwitter. Andere verändern ihr Geschlecht während des adulten Lebens. Die Männchen, die sich in Weibchen verwandeln, werden größer und erhalten mehr Eier (die größer als Spermien sind). Zu Männchen werdende Weibchen haben innerhalb ihrer Gruppe eine dominante Stellung.

Schwarmbildung[]

Viele Knochenfische schwimmen in großen Gruppen aus oft Zehntausenden von Tieren. Wenn sich Fische zusammenschließen, aber unabhängig handeln, spricht man von Aggregation. In einer Schule oder einem Schwarm erfolgen die Bewegungen harmonischer, sodass der Schwarm wie ein einziger Organismus wirkt. Nur Knochenfische schwimmen so koordiniert. Jeder Fisch folgt einem Kurs parallel zu seinem Nachbarn und hält seine Position, indem er Augen, Gehör und Seitenlinienorgan benutzt. Fische sind im Schwarm sicherer als einzeln, weil mehr Tiere nach Gefahr Ausschau halten können und es für einen Feind schwierig ist, einen Fisch aus der Menge herauszufangen. Es ist auch in der Gruppe einfacher, Partner und Nahrung zu finden.

Systematik[]

  • Fleischflosser (Sarcopterygii)
  • Strahlenflosser (Actinopterygii)
Advertisement