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Leopard
Leopard

Panthera pardus

Systematik
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Überfamilie: Katzenartige
Familie: Katzen
Unterfamilie: Großkatzen
Gattung: Eigentliche Großkatzen
Art: Leopard
Zeitraum
1 bis 1,25 Mio. - heute
Allgemeines
Verbreitung: Afrika und Asien
Lebensraum: Regenwälder, Savannen, Buschland, Gebirge und Halbwüsten
Größe: Körperlänge: 90 - 190 cm, Schulterhöhe: 75 cm
Gewicht: 30 - 80 kg
Ernährung: Säugetiere unterschiedlicher Größe

Der Leopard (Panthera pardus) ist nach dem Löwen, dem Tiger und dem Jaguar die viertgrößte Großkatze. Er gehört zu den Säugetieren.

Aussehen Bearbeiten

Maße und Gewicht des Leoparden sind innerhalb des großen Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich. Generell sind waldbewohnende Leoparden kleiner und gedrungener, die der offenen Lebensräume in der Regel schlanker und größer. Der Leopard wird 90 bis 190 cm lang, den 60 bis 110 cm langen Schwanz nicht mitgerechnet. Männliche Leoparden wiegen etwa 40 bis 90 kg und haben eine Schulterhöhe von 70 bis 80 cm. Weibchen sind etwa halb so groß und wiegen nur etwa 30 bis 60 kg. Kleine Weibchen messen nur etwa 45 cm an der Schulter. Die Fellzeichnung ist je nach Unterart sehr verschieden, aber auch innerhalb eines Gebietes treten oft Unterschiede auf.

Meistens zeigt das Fell ringförmige Rosetten, die besonders in Längsrichtung des Rückens reihenförmig angeordnet sind. An der Brust und am unteren Hals finden sich häufig, statt nebeneinander stehender Ringe, Erdbeerflecken, die in einer Richtung angeordnet sind und wie Halsbänder wirken. An der Oberseite des langen Schwanzes setzen sich die Ringe entlang der Mittellinie fort. Zum Schwanzende werden die Rosetten immer weniger ausgeprägt, können aber manchmal noch zu mehreren Querringen verschmelzen. Weiter zu den Pranken hin sind Vollflecken zu finden, die nach unten zu immer kleiner werden. Am Kopf und oberen Hals und Nacken sind ebenfalls nur schwarze Vollflecken vorhanden. Die Schwanzunterseite ist zum Ende hin sehr hell bis weiß. Der Bauch und die oberen Beininnenseiten sind ebenfalls frei von Rosetten und weiß, gelblich-weiß oder in grau übergehend gefärbt. Waldleoparden sind im Allgemeinen intensiver gefärbt als Leoparden offener Landschaften. In großen Höhenlagen und im Regenwald findet man manchmal Leoparden mit schwarz gefärbtem Fell, die auch Schwarze Panther genannt werden. Die Ausprägung des schwarzen Fells ist erblich und wird über ein einziges Gen vererbt. Damit kann die Erbanlage auch bei einem normal gefleckten Leoparden vorhanden sein, oder es können in einem Wurf Schwarze Panther neben normal gefärbten Jungtieren vorkommen. Bei schräg einfallendem Licht sind jedoch auch bei schwarzen Leoparden die typischen Rosetten zu erkennen. In einigen Gebieten, etwa auf der Malaiischen Halbinsel sind bis zu 50% aller Leoparden schwarz. In Afrika treten Schwärzlinge am häufigsten im Äthiopischen Bergland auf.

Die Ohren sind abgerundet. Der Gehörsinn ist ausgezeichnet entwickelt. Leoparden können sehr hohe, für Menschen nicht mehr hörbare Frequenzen bis zu 45.000 Hertz wahrnehmen. Die Augen sind nach vorn gerichtet und weisen eine breite Überschneidung der Sehfelder auf. Das ermöglicht ihnen ein ausgezeichnetes räumliches Sehen. Bei Tag entspricht das Sehvermögen eines Leoparden in etwa dem eines Menschen, in der Nacht verfügt der Leopard jedoch über ein fünf- bis sechsfach besseres Sehvermögen: Leoparden können die runde Pupille sehr weit öffnen, sodass selbst schwaches Licht ins Auge gelangen kann. Weiterhin besitzen Leoparden wie alle Katzen eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, das sogenannte Tapetum lucidum, das durch Rückspiegelung die Lichtausbeute steigert. Auch der Geruchssinn ist hervorragend ausgeprägt

Lebensweise Bearbeiten

Verhalten Bearbeiten

Leoparden sind typische Einzelgänger. Die Streifgebiete benachbarter Leopardinnen überlappen sich teilweise erheblich. Die viel größeren Streifgebiete männlicher Leoparden können sich mit denen mehrerer Weibchen überschneiden. Männchen beanspruchen je nach Beutetierdichte etwa 16 bis 96 km² und Weibchen ungefähr 5 bis 30 km². In sehr kargen, beutearmen Regionen können die Streifgebiete auch um einiges größer sein. Das Territorium wird markiert und gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen unter Drohgebärden und notfalls im territorialen Kampf verteidigt. Ein Territoriumsinhaber kann sich das Privileg des Zugangs zu Sexualpartnern, aber auch zu Nahrungsquellen, Wasserstellen, Schattenplätzen und Deckungsmöglichkeiten sichern.

In erster Linie markieren Leoparden ihr Revier durch Urin und Kot, aber auch akustisch durch ihr charakteristisches Sägen – ein Laut, der an Holzsägen erinnert. Darüber hinaus kennzeichnen sie die Reviergrenzen auch optisch durch Kratzspuren an Bäumen oder am Boden. Die Markierung hat einerseits die Funktion, Artgenossen fernzuhalten und andere Tiere über die Anwesenheit des Territoriumsinhabers zu informieren, andererseits dient sie aber auch der Strukturierung des Streifgebiets. Geruchliches Markieren erleichtert dort das Zurechtfinden

Ernährung Bearbeiten

Was Leoparden fressen, richtet sich in erster Linie nach dem Nahrungsangebot des jeweiligen Lebensraumes. So nehmen Leoparden sehr unterschiedliche Nahrung zu sich wie Käfer, Reptilien, Vögel und Großsäuger. Wenn irgendwie möglich, versuchen Leoparden aber Säugetiere im Gewicht von 30 bis 50 Kilogramm zu erbeuten. Meist handelt es sich dabei um mittelgroße Huftiere. Je nach Region sind seine Hauptbeutetiere Hirsche wie Axishirsch und Sikahirsch oder Antilopenarten wie Sasins, Schirrantilope oder Impala. Einen relativ großen Teil seiner Nahrung machen kleinere Raubtiere wie Mangusten oder Schakale aus. Er wagt sich aber auch an so wehrhafte Tiere wie Wildschweine, Buschschweine, Stachelschweine und Paviane, die er normalerweise im Schutze der Nacht überfällt. Zebras sind als Beute bereits zu groß, aber gelegentlich reißt er ein unvorsichtiges Fohlen dieser Einhufer oder auch stark verletzte Tiere. Meist werden Leoparden als nächtliche Jäger angesehen, eigentlich haben die Tiere aber keine Vorliebe für eine bestimmte Tageszeit. Der Zeitpunkt einer Jagd hängt mit der Verfügbarkeit der Beutetiere in seinem Jagdrevier zusammen.

Grundsätzlich kann man bei Leoparden zwei prinzipiell verschiedene Jagdweisen beobachten: die Anschleichjagd und die eher passive Lauerjagd. Anschleichjagden gehören zu den häufigsten Jagdmethoden des Leoparden. Leoparden sind zwar schnell im Antritt und überwinden mit wenigen Sätzen etliche Meter, doch schon auf mittleren Distanzen sind ihnen die meisten Beutetiere an Geschwindigkeit überlegen. Die Katze versucht daher so nahe wie möglich unbemerkt an ihr Opfer heranzukommen, um den Abstand vor dem Angriff so kurz wie möglich zu gestalten. Bei der Anschleichjagd erbringen Leoparden oft enorme Leistungen. In der Kalahari und anderen kargen Wüstengegenden müssen sie sich über enorme Strecken fast ohne Deckung an ihre Opfer heranschleichen.

Die reine Lauerjagd, bei der der Jäger auf sein Opfer wartet, ist bei Leoparden ebenfalls eine häufig zu beobachtende Jagdmethode. Leoparden, die den Tag auf Bäumen verbringen, benutzen diese als erhöhten Ansitz. Mit bemerkenswerter Geduld lassen sie Herden grasender Tiere in geeigneter Größe an sich oder gelegentlich direkt unter ihrem Ansitz vorbeiziehen oder weiden. Wenn der Ast, auf dem der Leopard ruht, nicht zu hoch ist, kann er direkt von oben auf seine Beute springen. Meistens verlässt er aber vor dem eigentlichen Angriff den Baum. Er klettert dazu vorsichtig an der für das auserwählte Opfer nicht sichtbaren Seite des Baumstammes herab und sucht Deckung hinter dem Stamm oder − wenn vorhanden − hinter anderer dichter Vegetation. Dabei können sie nach sehr langer Wartezeit auf einem Ast des Baumes noch einmal dieselbe Zeit am Fuß des Baumes zubringen, um auf solche Tiere zu warten, die sie von oben über längere Zeit bei der Annäherung zu dem betreffenden Baum beobachtet haben. Gelegentlich stöbert der Räuber seine Beute auch einfach beim Umherstreifen im Revier auf und überrascht sie. Abseits liegende Kitze von Hornträgern oder sich reglos an den Boden drückende Hasen werden oft rein durch Zufall im Vorübergehen entdeckt, und nicht gezielt angeschlichen. Leoparden nehmen auch mit Aas vorlieb oder vertreiben schwächere Raubtiere, wie Geparden, von ihrer Beute.

Manchmal wird dem Leoparden seine erlegte Beute von Löwen oder Tüpfelhyänen abgenommen, die oft durch Geier oder die Unruhe die bei der Jagd entsteht (flüchtende andere Tiere) aufmerksam werden. Daher versucht er seinen Riss in der Regel in ein schützendes Dickicht zu zerren oder sie auf einen Baum zu bringen. Er frisst den Kadaver von der Unterseite her an, bis schließlich nur noch Kopf, Hals und Rücken vorhanden sind. Nach dem Mahl bedeckt er seine Beutereste, wenn sie am Boden liegen, mit Gras, Zweigen oder Laub, indem er dieses bedeckende Material mit allen vier Beinen darüber scharrt.

Fortpflanzung Bearbeiten

An nur wenigen Tagen duldet eine Leopardin einen männlichen Leoparden in ihrer Umgebung, wenn sie, etwa 6 bis 7 Tage lang, zur Paarung bereit ist. Dann durchstreift sie mit großer Unruhe vor allem das Kerngebiet ihres Territoriums und markiert unzählige auffällige Stellen wie Bäume, Felsen, Felsbrocken, Büsche und Grasbüschel mit Urin und kratzt mit ihren Hinterläufen am Boden. Mit diesen Duftmarken und visuellen Hinweisen lockt sie den männlichen Leoparden des Territoriums an. Nicht selten wälzen sich paarungswillige Leopardinnen in den Harnstellen männlicher Leoparden. Sie rollen sich dann auf diesen Duftmarken im Gras hin und her und versuchen, möglichst viel Fell damit in Berührung zu bringen. Die Bezeichnung Rolligkeit für die Paarungsbereitschaft des Weibchens resultiert aus diesem Verhalten. Die beiden bleiben 8 bis 9 Tage lang zusammen und paaren sich wiederholt. Während dieser Zeit jagen sie auch zusammen und teilen sich auch die Beute. Wird die Leopardin in diesen Tagen nicht trächtig, wiederholt sich ihre Paarungspereitsschaft 25 bis 28 Tage später. Nach einer Tragzeit von 90 bis 105 Tagen bringt sie zwei bis vier Jungen zur Welt, die je etwa 500 g wiegen. Eine feste Geburtensaison ist bei Leoparden in Ostafrika und in den Waldgebieten nicht bekannt. Als Geburtsort dienen unzugängliche Verstecke. In weiten Teilen Afrikas sind das Höhlen in Felsen, aufeinander liegende Felsblöcke, buschbestandene Bodenvertiefungen oder Strauchdickichte. Solche Plätze und ihre Umgebung dienen dann später auch der Jungenaufzucht. Im Wald lebende Leoparden benutzen zur Aufzucht oft ausgehöhlte Baumstämme.

Gelegentlich wurde beobachtet, dass männliche Leoparden auch nach der Paarung bei ihrer Partnerin blieben und sich sogar an der Aufzucht der Jungen beteiligten. Doch in der Regel kümmern sich nur die Mütter um ihre Jungen. Leoparden beginnen durchschnittlich im Alter von 2 bis 3 Monaten Fleisch zu fressen. Sie sind dann durchaus schon in der Lage, der Mutter ein paar hundert Meter zu folgen, doch meistens bringt auch in diesem Alter die Mutter den Riss noch zu den Jungen. Junge Leoparden verlassen ihre Mütter im Durchschnitt zwischen 13 und 18 Monaten, männliche meist früher als weibliche Jungtiere. Die Lösung des Mutter-Kind-Verhältnisses erfolgt, nachdem die Jungtiere in der Nahrungsversorgung unabhängig geworden sind. Im Allgemeinen bleiben junge Leoparden noch für unterschiedlich lange Zeit im Streifgebiet der Mutter. Weiblicher Nachwuchs kann sogar das eigene Streifgebiet in der Nachbarschaft zu dem der Mutter mit mehr oder weniger großer Überlappung lebenslänglich etablieren. Männliche Jungleoparden pflegen auch in weite Entfernungen auszuwandern.

Verbreitung und Lebensraum Bearbeiten

Der Leopard war in geschichtlicher Zeit über ganz Afrika beiderseits der Sahara sowie über große Teile Asiens verbreitet. In Afrika lebt er sowohl in den zentralen Regenwäldern als auch in den Gebirgen, Savannen und Halbwüsten von Marokko bis zum Kap der Guten Hoffnung. Lediglich die großen, wasserlosen Wüsten meidet der Leopard und fehlt daher naturgemäß in der Sahara und den trockensten Regionen der Namib.

In Asien bewohnt er die Nadelwälder am Amur ebenso wie die Tropen Indiens und Südostasiens. Hier dringt er im Südwesten bis auf die Arabische Halbinsel, nach Israel und Anatolien vor und im Südosten bis auf die Insel Java. Er fehlt allerdings auf Sumatra und Borneo, sowie in den wasserlosen Kernwüsten Asiens, wie etwa der Rub al-Chali. Fossilfunde zeigen jedoch, dass der Leopard einst auch Sumatra bewohnt hat. Die Nordgrenze des asiatischen Verbreitungsgebietes verläuft heute vom Kaukasus, wo er auch in Europa vorkommt, über Nordpersien, Afghanistan und Kaschmir, entlang des Himalaya bis zum Amurfluss in Ostsibirien. In vorgeschichtlicher Zeit gab es Leoparden auch in Mitteleuropa. Hier verschwanden sie aber bereits am Ende der Eiszeit. Der Leopard hat von allen sieben Großkatzen das größte Verbreitungsgebiet.

Bedrohung Bearbeiten

Near Threatened

Wie bei allen anderen Raubkatzen, nimmt auch die Zahl der Leoparden ständig ab. In der Vergangenheit war der rapide Rückgang der Bestände vor allem darauf zurückzuführen, dass die Tiere in großer Zahl wegen ihres hübschen Felles geschossen wurden, für das sich im Pelzhandel hohe Summen erzielen ließen. So wurden in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts allein in Ostafrika rund 50.000 Leoparden getötet, weil ihre Felle in dieser Zeit sehr gefragt waren. Trophäenjägern galten Leoparden ebenfalls stets als eine willkommene Beute und in einigen Ländern wurden außerdem bestimmte Körperteile der hübschen Katzen unsinnigerweise für medizinische Zwecke eingesetzt. Heute ist für das langsame Verschwinden der Raubkatzen in vielen Regionen ihres Verbreitungsgebiets aber auch der zunehmende Verlust an Lebensräumen verantwortlich, sowie der damit zusammenhängende Rückgang geeigneter Beutetiere. Obwohl die Tiere schon seit Jahrzehnten unter Schutz stehen, werden sie weiterhin wegen ihres immer noch begehrten Felles gewildert. Zusätzlich fallen sie immer wieder Viehzüchtern und Landwirten zum Opfer, weil Leoparden nicht besonders scheu sind. So kommen sie häufiger auch in die Nähe der Menschen, um sich hin und wieder eine leichte Beute aus einer Viehherde zu holen oder einen herumstreunenden Hund zu schlagen. In einigen Regionen kommt es wegen der engen Nachbarschaft von Menschen und Leoparden aber auch immer wieder zu schweren Unfällen durch Angriffe der furchtlosen Raubkatzen.

Systematik Bearbeiten

Die Wissenschaftler sind sich noch nicht einig darüber, wie viele Unterarten es genau gibt. Derzeit anerkannt sind folgende:

Als Unterarten gezählt werden könnten höchstwahrscheinlich auch diese drei:

Vor allem beim Afrikanischen Leopard besteht noch Unklarheit darüber, ob es nicht doch mehrere Unterarten statt einer gibt.

Quellen Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Hans W. Kothe: Raubkatzen. Arten – Lebensräume – Verhalten. Komet 2011, ISBN 978-3-86941-079-1, S. 208-225.
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