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Marmorkatze
Datei:Marmorkatze.jpg

Systematik
Klasse: Säugetiere

(Mamalia)

Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere

(Theria)

Ordnung: Raubtiere

(Carnivora)

Familie: [1]

Katzen (Felidae)

Unterfamilie: Großkatzen

(Pantherinae)

Gattung: Pardofelis

(Severtzov, 1858)

Art: Marmorkatze
Wissenschaftlicher Name
Pardofelis marmorata
(Martin, 1837)

Beschreibung[]

Aussehen und Maße[]

Die mittelgroße Marmorkatze erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 450 bis 530 mm, eine Schwanzlänge von 475 bis 550 mm, eine Schulterhöhe von bis zu 280 mm sowie ein Gewicht von 2.000 bis 5.000 Gramm. Im Aussehen ähnelt die Marmorkatze dem Nebelparder (Neofelis nebulosa), jedoch sind die schwärzlichen Flecken lateral weniger stark ausgeprägt. Das dichte weiche Fell weist variable, marmorartige Muster auf. Es weist eine gelbliche bis gelblichbraune Grundfärbung auf. Dorsal und lateral zeigen sich große Flecken, die im Kern schwarz gefärbt sind. Im Bereich des Kopfes zeigen sich vom Stirnbereich bis zum Hinterkopf schwarze Streifen. Ventral zeigt sich eine weißliche bis cremefarbene Färbung. Ähnlich gefärbt sind auch die Lippen und der Kinnbereich. Der lange und buschige Schwanz ist schwärzlich getupft, wobei die Schwanzspitze einheitlich schwarz gefärbt ist. Das kräftige Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/2, m1/1. Das Milchgebiss weist 26 Zähne auf (Novak, 1999; Lekagul & McNeely, 1977; Leyhausen, 1979; Corbett & Hill, 1993).

Lebensweise[]

Über die Lebensweise der Marmorkatzen ist nur wenig bekannt. Als sicher gilt, dass Marmorkatzen strikt nachtaktiv sind. Sie leben einzelgängerisch und sind hauptsächlich aboreal. Sie leben demnach überwiegend in den Bäumen. Nur selten lassen sich die Tiere am Waldboden beobachten (Novak, 1999; Sunquist, 2002; Nowell & Jackson, 1996).

Unterarten[]

Verbreitung[]

Marmorkatzen sind in Südostasien weit verbreitet. Nach Angaben der IUCN ist die Art in Bhutan, Brunei, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Thailand und in Vietnam verbreitet. Pardofelis marmorata charltonii ist in Nepal endemisch. Marmorkatzen sind ausschließlich in feuchten tropischen Regenwäldern und sumpfigen Mangrovenwäldern anzutreffen. Bei den Wäldern handelt es sich um Laub- oder Mischwälder. Offene Flächen werden strikt gemieden. In Sekundärwäldern wurden Marmorkatzen auch nachgewiesen. Die einzelnen Tiere leben weit verstreut. Selbst in Schutzgebieten liegt die Siedlungsdichte bei kaum einem Tier auf 5 km² (Novak, 1999; Sunquist, 2002; Nowell & Jackson, 1996; Trinh, 1991).

Ernährung[]

Marmorkatze ernähren sich als Carnivoren von kleinen Säugetieren (Mammalia), [2] Vögeln (Aves), aber auch Kriechtieren (Reptilia), Insekten (Insecta) und Lurchen (Amphibia). Nagetiere (Rodentia) wie [3] Hörnchen (Sciuridae) und Eigentliche Ratten (Rattus) stehen weit oben auf der Speisekarte. Die Jagd auf Beutetiere erfolgt in der Dunkelheit meist aboreal, seltener auch auf dem Waldboden (Novak, 1999; Nowell & Jackson, 1996).

Fortpflanzung[]

Marmorkatzen erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des zweiten Lebensjahres, meist im Alter von 21 Monaten. Das Paarungsverhalten kann wie bei allen Katzen als polygam bezeichnet werden. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen im Wesentlichen nur zur Paarungszeit aufeinander. Nach einer durchschnittlichen Tragezeit von 81 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Unterschlupf 1 bis 4 (2) Jungtiere zur Welt. Sie weisen ein Geburtsgewicht von 70 bis 100 (85) Gramm auf. Das erste Milchgebiss besteht aus 26 Zähnen. Die Augen öffnen sich im Alter von gut 16 Tagen, die ersten Gehversuche beginnen in der vierten Lebenswoche. Der Zeitpunkt der Entwöhnung und der Selbständigkeit sind nicht bekannt. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei 12 Jahren (Novak, 1999; Medway, 1978; Green, 1991).

Ökologie, Gefährdung und Schutz[]

Die Marmorkatze gehört mittlerweile zu den gefährdeten Katzenarten. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt (Stand 2008). Das Washingtoner Artenschutzabkommen führt die Art in Anhang I des Abkommens. Die Marmorkatze ist auf intakte Wälder angewiesen. Diese werden jedoch in allen Teilen Südostasiens weitflächig zugunsten von Plantagen, anderen landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungsraum abgeholzt. In den Plantagen werden hauptsächlich Ölpalmen gepflanzt. Ein weiteres Problem stellt die Bejagung dar. Den Tieren wird wegen des Felles, des Fleisches und der Knochen nachgestellt. In der Nahe des Menschen sind die Marmorkatzen nicht gerne gesehen, da sie hin und wieder Geflügel reißen (Mishra et al., 2006; Nowell & Jackson, 1996).

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