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Nördlicher Seeelefant
Datei:Nördlicher Seeelefant.jpg

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Systematik
Klasse: Säugetiere

 (Mammalia)

Unterklasse: Höhere Säugetiere

 (Eutheria)

Ordnung: Raubtiere

 (Carnivora)

Unterordnung: Hundeartige

 (Cynoidea)

Familie: [1]

 Hundsrobben (Phocidae)

Gattung: Seeelefanten

 (Mirounga)

Art: Nördlicher Seeelefant
Wissenschaftlicher Name
Mirounga angustirostris
Gill, 1866

Beschreibung[]

Aussehen, Maße[]

Der Nördliche Seeelefant erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 300 bis 500 Zentimeter sowie ein Gewicht von 600 bis 2.200 Kilogramm. Ein Weibchen bleibt deutlich kleiner und leichter und erreicht meist nur eine Länge von 300 bis 320 Zentimeter sowie ein Gewicht 600 bis 850 Kilogramm. Das sehr dichte Fell weist eine graubraune bis bräunliche Färbung auf. Männchen sind in der Regel etwas dunkler gefärbt als Weibchen. Das ventrale Fell ist bei beiden Geschlechtern etwas heller. Welpen weisen meist eine schwarze Färbung auf. Die Extremitäten haben sich im Laufe der Evolution zu flossenartigen Gebilden ungewandelt. Die Hinterbeine haben sich dabei weit nach hinten verlagert und bilden antriebsstarke Flossen. Die vorderen Flipper liegen im Brustbereich und dienen zum einen dem Antrieb und der Steuerung unter Wasser und zum anderen der Fortbewegung an Land. Markantes Merkmal der Männchen ist die rüsselartig verlängerte Nase. Mit Erreichen der Geschlechtsreife ist sie voll ausgebildet und hängt meist bis zum Maul herunter. Der Rüssel kann leicht aufgeblasen werden. Beim Ausatmen entstehen so die charakteristischen Töne der Bullen. Auch das Gebiss der beiden Geschlechter unterscheidet sich beträchtlich. Es ist beim Männchen deutlich stärker ausgeprägt. Dies gilt insbesondere für die stark verlängerten Eckzähne, die nicht nur zum Fangen von Beutetieren dienen, sondern auch im Kampf mit Rivalen als Waffe eingesetzt werden.

Verhalten[]

Nördliche Seeelefanten verbringen weit mehr Zeit im Wasser als andere Hundsrobben. Bis auf die Paarungszeit verbringen sie ihr ganzes Leben im Wasser. Dies entspricht annähern 90 Prozent ihres Lebens. Sie sind nur wenig sesshaft und legen auf ihren Wanderungen zum Teil Tausende Kilometer zurück. Sie kehren allerdings immer an die gleichen Fortpflanzungsstrände zurück. Zumindest dahingehend gelten sie als sesshaft. Außerhalb der Paarungszeit leben Nördliche Seeelefanten einzelgängerisch. Ein soziales Gefüge bildet sich nur an den Fortpflanzungsstränden. Hier beanspruchen dominante Bullen einen Harem, der aus Weibchen und deren Nachwuchs besteht. An Land bewegen sich die Tiere aufgrund ihres hohen Gewichtes sehr langsam und unbeholfen. Im Wasser sind Nördliche Seeelefanten allerdings elegante und ausdauernde Schwimmer. Ihre Tauchtiefen sind annähernd unübertroffen und werden nur von wenigen Walarten übertroffen. Bei ihren Tauchgängen wird der Organismus mit Sauerstoff versorgt, der im Blut eingelagert ist. So können sie teilweise über eine Stunden tauchen.

Verbreitung[]

Der Nördliche Seeelefant ist entlang der pazifischen Westküste der USA verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei vom nördlichen Alaska bis nach Kalifornien. Während des Jahres kommt es dabei zu saisonalen Nord-Süd-Wanderungen. Die Geschlechter bewegen sich dabei in getrennten Gruppen. Bullen wandern dabei deutlich weiter, nicht selten bis zu den Aleuten. Beliebte Habitate der Nördlichen Seeelefanten sind felsige Küsten mit sandigem Strand oder auf der Küste vorgelagerten Inseln. An Land sind Nördliche Seeelefanten immer in großen Kolonien anzutreffen. Jedoch halten sie sich nur während der Paarungszeit verstärkt an Land auf. Gut 90 Prozent ihrer Zeit verbringen die Tiere im Meer. Im Wasser können sie erstaunliche Tauchtiefen von bis zu 1.500 Metern erreichen. Tauchzeiten von über einer Stunde sind dabei keine Seltenheit.

Gefährdung, Schutz[]

Nördliche Seeelefanten sind heute noch nicht in ihrer Art geführt. Dementsprechend wird die Art in der Roten Liste der IUCN als nur gering gefährdet geführt. Im 19. Jahrhundert stand es um die Art deutlich schlechter. Die Tiere wurden wegen ihres Felles und des Trans von Jägern und Wilderern stark gejagt und fast ausgerottet. Aus dem Fett wurde ein Öl für Öllampen gewonnen. Nur rund 100 Tieren überlebten die Massenabschlachtung. Heute zählt man wieder zwischen 150.000 und 170.000 Tiere. Die Verschmutzung der Küsten und der Gewässer sowie die Störungen durch Touristen in den Brutgebieten zählen aber auch heute noch zu den größten Gefährdungsfaktoren. Gejagt werden diese wunderbaren Tiere heute nicht mehr.

Prädatoren[]

Zu den natürlichen Feinden der Nördlichen Seeelefanten gehören im Grunde genommen nur der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) und der Große Schwertwal (Orcinus orca). Aufgrund der extremen Tauchtiefen kommt es allerdings nur nahe der Wasseroberfläche zu übergriffen der genannten Räuber. Weibchen halten sich im Wasser vorzugsweise auf hoher See auf. Auch hier sind sie vor den Nachstellungen durch Weiße Haie oder Große Schwertwale halbwegs sicher.

Ernährung[]

Nördliche Seeelefanten ernähren sich im Meer von Fischen, Kopffüßern wie Kalmare und Tintenfische sowie kleinen Knorpelfischen wie Rochen und Haie. Knorpelfische werden hauptsächlich vom Männchen gefressen. Im Wasser sind sie fast ausschließlich nur mit der Nahrungssuche befasst. Die durchschnittlichen Tauchtiefen bewegen sich zwischen 500 bis 700 Metern. Tauchzeiten von 20 bis 30 Minuten sind dabei die Regel. In seltenen Fällen sind auch Tauchtiefen von bis zu 1.500 Metern und Tauchzeiten von über einer Stunde möglich. Unter den Säugetieren ist nur der Pottwal(Physeter catodon) in der Lage noch tiefer zu tauchen. Die Männchen und Weibchen haben unterschiedliche Nahrungsgründe. Männchen bleiben bei der Nahrungssuche in relativer Nähe zur Küste, während Weibchen weit draußen auf offener See tauchen. Während der Paarungszeit leben Nördliche Seeelefanten an Land. Während dieser Zeit fasten sie, nehmen also keine Nahrung zu sich und leben von den Fettreserven. Auch wenn Nördliche Seeelefanten Meeressäuger sind, so trinken sie nicht. Ihren Wasserbedarf stillen sie ausschließlich über die Nahrung. Der Wasserverlust durch Urinabgabe ist sehr gering. Dies schützt die Tiere zusätzlich vor Dehydrierung.

Fortpflanzung[]

Der Nördliche Seeelefant erreicht die Geschlechtsreife mit sechs bis zehn Jahren. Weibchen können unter Umständen auch schon mit drei Jahren die Geschlechtsreife erreichen. Die Tiere leben in einer polygamen Beziehung. An Land leben sie in zum Teil großen Kolonien, die sich in kleineren Haremsgruppen aufteilen. Angeführt wird eine Haremsgruppe durch einen dominanten Bullen, der das Paarungsrecht mit allen Weibchen seiner Gruppe inne hat. Konkurrierende Bullen werden nicht in die Nähe des eigenen Harems geduldet. Wagt es ein Rivale dennoch, so kommt es zu einem erbitterten Gefecht, bei dem sich die Bullen zum Teil schwere Verletzungen zufügen können. Zudem versucht ein Bulle permanent seinen Harem zu erweitern. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Dezember bis März oder April. Der Östrus der Weibchen beträgt lediglich 19 Tage. Bei der eigentlichen Kopulation geht der Bulle mit einem Weibchen ausgesprochen ruppig um. Er schiebt dabei seinen massigen Körper auf den des Weibchens und führt sein Geschlechtsorgan ein.

Ist ein Weibchen schwanger, so beginnt nicht sofort die embryonale Entwicklung, sondern es setzt eine Keimruhe ein. Die Keimruhe erstreckt sich dabei über einen Zeitraum von etwa drei Monaten. Die Trächtigkeit erstreckt sich inklusive der Keimruhe über einen Zeitraum von rund 330 bis 340 Tagen. Das Weibchen bringt am Strand meist ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere kommen im Jahr nach der Befruchtung zur Welt. Die Welpen, so werden Jungtiere genannt, werden für lediglich vier Wochen gesäugt. Das Geburtsgewicht beträgt rund 45 Kilogramm. Die Milch der Nördlichen Seeelefanten ist sehr fettreich. Aufgrund dessen wachsen die Jungtiere sehr schnell heran. Nach einem Monat weisen sie bereits eine Länge von 150 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 140 bis 150 Kilogramm auf. Die Trennung von der Mutter erfolgt abrupt. Nach vier Wochen kehrt die Mutter ins Wasser zurück und lässt ihr Junges zurück. Es ist nun auf sich alleine gestellt. Bis zur Selbständigkeit leben Jungtiere in größeren Gruppen, die nur aus Jungtieren bestehen. Im Alter von gut drei Monaten zieht es die Jungtiere dann ins Meer. Die Jugendsterblichkeit ist im ersten und zweiten Lebensjahr mit bis zu 30 Prozent sehr hoch. Die Lebenserwartung beträgt je nach Geschlecht zwischen 13 und 18 Jahren. Männchen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung. Hauptgrund dafür dürften die erbitterten Rivalenkämpfe sein, die für die Tiere sehr kraftraubend sind.

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