Tier Lexikon Wiki
Advertisement
Nashörner
Ngorongoro Spitzmaulnashorn.jpg

Rhinocerotidae

Systematik
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung Laurasiatheria
ohne Rang Scrotifera
Ordnung Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie Nashörner
Zeitraum
vor 55,8 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: östliches und südliches Afrika, Nordindien, Sumatra, Java
Größe: 2,5-3,2 m (Sumatra-Nashorn)

3,4-3,8 m (Breitmaulnashorn)

Ernährung: Pflanzenfresser

Die Nashörner (Rhinocerotidae), auch Rhinozerosse, sind eine Säugetierfamilie innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla). Die Familie enthält fünf noch lebende Arten, die allesamt gefährdet sind.

Merkmale[]

Schädel vom Spitzmaulnashorn

Nashörner sind große, schwer gebaute Tiere – das Breitmaulnashorn wiegt bis zu 2,3 Tonnen. Bei den drei asiatischen Arten tragen dicke Beine die massige Gestalt. Die zwei afrikanischen Arten haben relativ dünne Beine und rennen bis zu 45 km/h schnell (so schnell wie ein Auto in der Stadt). Jeder Fuß besitzt drei Zehen, jeweils mit einem Huf. Der große Kopf trägt ein bis zwei Hörner (je nach Art). Das Horn hat keinen Knochenkern (wie etwa bei den Rindern), sondern besteht vollständig aus Keratin – einem harten Protein, das auch in Haaren und Fingernägeln vorkommt. Das Horn sitzt an einem harten Bereich des Schädels und ist nicht in ihm verankert. Die Haut der Nashörner ist bis zu zwei Zentimeter dick. Die Körperbehaarung ist meist unauffällig, aber alle Arten tragen eine Quaste am Schwanz und einen Haarsaum an den Ohren. Asiatische Nashörner haben stark gefaltete Haut, die wie Panzerplatten aussieht.

Von allen Sinnen ist der Geruchssinn am besten ausgeprägt. Nashornarten hören mit ihren beweglichen, röhrenförmigen Ohren sehr gut. Die Augen sind dagegen klein und das Sehvermögen schlecht.

Verbreitung[]

Früher kamen Nashörner in fast ganz Afrika (mit Ausnahme von West- und Zentralafrika), sowie in den nördlichen Regionen Indiens und Pakistans, in Indochina, auf Sumatra, Borneo und Java vor. Noch im Pleistozän lebten sie auch in weiten Teilen Eurasiens und Nordamerikas. Heute kommen Nashörner nur noch in Ost- und Südafrika, in einigen Regionen Nepals und Nordindiens, sowie auf Sumatra und Java vor.

Die afrikanischen Arten und das Panzernashorn leben in Savannen, offenen Wäldern und Halbwüsten. Die beiden südostasiatischen Arten leben dagegen in tropischen Regenwäldern. Alle Arten leben sowohl im Tiefland, als auch in Bergregionen.

Sozialverhalten[]

Nashörner sind vorwiegend Einzelgänger, doch Heranwachsende ziehen oft paarweise umher. Weibliche Breitmaulnashörner bilden mitunter Gruppen, Panzernashörner teilen sich Badetümpel. Adulte Männchen aller Arten sind territorial, Weibchen nicht. Die Streifgebiete stärkerer, männlicher Panzernashörner überlappen sich mit denen mehrerer Weibchen und werden mit Urin und Kothaufen markiert. Schwächere Männchen teilen sich mit stärkeren ein Revier, versuchen aber, sich nicht zu paaren. Treffen sich zwei starke Panzernashörner, kämpfen sie mit ihren stoßzahnähnlichen unteren Schneidezähnen. Viele Kämpfen enden mit dem Tod eines Rivalen. Bei Breitmaulnashörnern leben auch starke und schwache Männchen zusammen. Die starken Männchen treiben die Weibchen in ihr Revier und verhindern, dass sie es verlassen. Spitzmaulnashörner haben weniger festgelegte Reviere. Über das Sozialverhalten von Java- oder Sumatra-Nashörnern ist wenig bekannt.

Systematik[]

Untertribus Dicerorhinina:

Untertribus Rhinoceratina:

Untertribus Dicerotina:

Nashörner und Mensch[]

Nashörner in der Kultur[]

folgt...

In der Popkultur[]

  • Clam ist ein musikalisch begabtes Albino-Zwergnashorn aus der Zeichentrickserie Camp Lazlo.
  • Meister Donnerndes Nashorn ist ein berühmter Kung-Fu-Meister aus dem Animationsfilm Kung Fu Panda 2.
  • Rambi ist ein Nashorn aus den Donkey-Kong-Spielen von Nintendo.
  • Reinhold das Nashorn ist ein Comicstrip Loriots über ein anthropomorphes Nashorn.

Bedrohung und Schutz[]

Alle Nashorn-Arten sind in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgelistet, vor allem, weil das Horn einen höheren Handelswert als sein Gewicht in Gold hat. In China wird es als Pulver in der traditionellen chinesischen Medizin benutzt und im Jemen als Dolchgriff verwendet. Beides ist heute illegal, jedoch werden die Hörner weiterhin auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Dennoch sind die Schutzmaßnahmen nicht erfolglos geblieben. Der Bestand der Panzernashörner in Indien nimmt zu und vom afrikanischen Südlichen Breitmaulnashorn gibt es wieder 18.000 Tiere. Auch das Spitzmaulnashorn scheint seinen katastrophalen Rückgang zu überleben.

Advertisement