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Schlangen

Serpentes

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetropoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen
Zeitraum
vor 94 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: weltweit (außer: Polargebiete, Alaska, größter Teil Kanadas, Island, Irland, Sibirien, Neuseeland), Indopazifik
Größe: Tetracheilostoma carlae (10-10,5 cm)

Netzpython (150-690 cm)

Ernährung: Fleischfresser

Die Schlangen (Serpentes) sind eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata).

Merkmale[]

Der Körperform der Schlangen weist auf den Lebensraum hin. Kletternde Arten sind lang und dünn, die wühlenden Arten sind kurz und gedrungen, ihr Schwanz ist kurz, das Maul stumpf. Der Schwanz von Seeschlangen ist abgeflacht und ruderartig. Anders als andere Reptilien haben Schlangen unterseits eine einzelne Reihe breiter Bauchschuppen und kleinere Schuppen oberseits. Einige Arten tragen große, regelmäßige Schilde am Kopf, andere kleine unterteilte Schuppen. Jedes Auge ist mit einer durchsichtigen Schuppe bedeckt, die beim Häuten ersetzt wird. Schuppen können glatt, gekielt oder gekörnt sein. Die inneren Organe sind dem Körper angepasst. Paarige Organe sind an der Körperhöhle hintereinander angeordnet. Nur ein Lungenflügel ist funktionsfähig, der andere rückgebildet. Seeschlangen besitzen eine größere Lunge, die teilweise dem Auftrieb dient.

Primitive Schlangen haben einen schweren Schädel mit wenigen Zähnen, andere einen leichteren Schädel mit Kieferknochen, die getrennt werden können. Die Zähne sitzen an Ober- und Unterkiefer oder am Gaumen. Giftzähne stehen vorn oder hinten im Maul. Bei einigen Giftschlangen sind die Giftzähne gelenkig mit dem Oberkiefer verbunden.

Sinne[]

Schlangen sehen und hören schlecht und verlassen sich daher auf andere Sinne. Ein gut entwickelter Geruchssinn ist das Jacobson'sche Organ. Eine aktive Schlange züngelt ständig, um ihre Umgebung zu "schmecken". Grubenottern und einige Boas und Pythons nehmen kleine Temperaturunterschiede der Luft mit dem Grubenorgan vorne am Kopf wahr.

Bewegung[]

Schlangen haben verschiedene Bewegungsweisen entwickelt, um das Fehlen von Beinen zu kompensieren. Dabei werden die Rippen und die zugeordneten Muskeln unterschiedlich eingesetzt, auch Gewicht, benötigte Geschwindigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche spielen eine Rolle. Fast alle Schlangen wenden nach Bedarf verschiedene Bewegungsweisen an. Einige Vipern sind Seitenwinder, die sich in typischer Weise seitwärts über losen Sand schlängeln.

Geradlinig[]

Schwere oder auch langsame Schlangen bewegen sich mitunter in gerader Linie voran. Dabei haken sich die Ränder der Bauchschuppen an Erhebungen des Untergrundes fest. Das geschieht wellenartig, wobei sich die Schlange selbst vorwärts zieht.

Seitliche Wellenbewegung[]

Die Schlange windet sich hin und her, indem sie sich mit jedem Punkt ihres Körpers an Erhebungen der Oberfläche abdrückt. Mit dieser Methode klettert und schwimmt sie auch.

Ziehharmonika-Bewegung[]

Beim Kriechen durch den Bau strecken grabende Schlangen ein Körperende, verkeilen es zwischen den Wänden und lassen das andere vorwärtsschnellen.

Ernährung und Jagd[]

Einige Schlangen sind Nahrungsspezialisten, wogegen andere die unterschiedlichsten Tiere fressen, auch andere Schlangen. Kleine Tiere oder solche, die sich nicht wehren können, werden gepackt und verschlungen. Größere oder wehrhaftere Tiere müssen vor dem Verschlingen durch Gift oder Umschlingen ruhig gestellt werden. Die Verdauung einer großen Mahlzeit dauert lange und beginnt mit dem Einspeicheln. Das Gift ist eine Mischung modifizierter Verdauungssäfte, die rasch auf das Nervensystem oder den Kreislauf des Körpers wirkt.

Fortpflanzung[]

Schlangen legen Eier oder gebären lebende Junge. Arten aus den gemäßigten Zonen paaren sich meist im Frühjahr kurz nach dem Winterschlaf und legen ihre Eier oder gebären ihre Jungen im Sommer. Bei tropischen Arten, die mehrmals im Jahr Eier ablegen, ist der Zeitpunkt abhängig von den Regenzeiten. Partner finden sich durch chemische Duftspuren und paaren sich meist ohne komplizierte Paarungsrituale. Schlangen betreiben wenig Brutpflege. Einige Pythons und andere Arten rollen sich schützend um ihre Eier. Junge Schlangen brechen mit einem scharfen Eizahn die Schale auf. Sie sind in der Schale oft so eng zusammengerollt, dass sie bis zu siebenmal länger als das Ei sein können.

Systematik[]

Warzenschlangen (Acrochordoidea)

  • Warzenschlangen (Acrochordidae)

Uropeltoidea

  • Wühlschlangen (Anomochilidae)
  • Walzenschlangen (Cylindrophiidae)
  • Schildschwänze (Uropeltidae)

Pythonoidea

  • Spitzkopfpythons (Loxocemidae)
  • Pythons (Pythonidae)
  • Erdschlangen (Xenopeltidae)

Booidea

Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)

  • Nattern (Colubridae)
  • Lamprophiidae
  • Giftnattern (Elapidae)
  • Wassertrugnattern (Homalopsidae)
  • Pareatidae
  • Vipern (Viperidae)
  • Höckernattern (Xenodermatidae)

Blindschlangenartige (Typhlopoidea)

  • Amerikanische Blindschlangen (Anomalepididae)
  • Gerrhopilidae
  • Blindschlangen (Typhlopidae)
  • Schlankblindschlangen (Leptotyphlopidae)
  • Xenotyphlopidae

Unbekannte Überfamilie

  • Rollschlangen (Aniliidae)
  • Bolyerschlangen (Bolyeriidae)
  • Erdboas (Tropidophiidae)
  • Xenophidiidae
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