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Stellerscher Seelöwe

Eumetopias jubatus

Systematik
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung Hundeartige (Caniformia)
ohne Rang Robben (Pinnipedia)
Familie Ohrenrobben (Otariidae)
Gattung Eumetopias
Art Stellerscher Seelöwe
Allgemeines
Verbreitung: Alaska, Aleuten, Kurilen, Kamtschatka, Westrussland, Westchina, Nordkorea, Japan
Lebensraum: Küsten
Größe: 3-3,5 m
Gewicht: 585-1120 kg
Ernährung: Fleischfresser
Gefährdung: NT (gering gefährdet)
Stellerscher Seelöwe
Datei:Stellerscher Seelöwe.jpg

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Systematik
Klasse: Säugetiere

(Mammalia)

Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere(Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere

(Eutheria)

Ordnung: Raubtiere

(Carnivora)

Überfamilie: Hundeartige

(Canoidea)

Familie: [1]

Ohrenrobben (Otariidae)

Gattung: Eumetopias
Art: Stellerscher Seelöwe
Wissenschaftlicher Name
Eumetopias jubatus
Schreber, 1776

Aussehen und Maße[]

Der Stellersche Seelöwe erreicht eine Körperlänge von 240 bis 320 Zentimeter sowie ein Gewicht von 350 bis 1.100 Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als ein Männchen. Sie erreichen eine Länge von bis zu 290 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 350 Kilogramm. Das kurze Fell weist eine überwiegend rotbraune bis gelblichbraune Färbung auf. Ist das Fell nass, so wirkt es eher schwarzbraun. Männchen verfügen im Nacken- und Halsbereich über eine Mähne. Stellersche Seelöwe gehören zu den größten Arten innerhalb der Ohrenrobben. Die Augen der Seelöwen sind ausgesprochen groß und erlauben unter Wasser eine gute Sicht. An Land und im Wasser bewegen sich Stellersche Seelöwen mit ihren Brustflossen, im Wasser auch mit der Schwanzflosse fort.

Lebensweise[]

Stellersche Seelöwen sind ausgesprochen territorial und angriffslustig. Dies trifft vor allem auf die Bullen zu. Unter den Bullen kommt es während der Paarungszeit zu erbitterten Gefechten, die meist sehr blutig enden. Mit dem kräftigen Gebiss fügen sich Bullen dabei tiefe Wunden zu. Nur siegreiche Bullen haben ein Recht auf ein Harem und somit ein Recht auf Paarung. Stellersche Seelöwen gelten als sehr gute Schwimmer und Taucher. Auf der Suche nach Nahrung wie Fischen, Krebsen und kleineren Robben tauchen sie regelmäßig bis in Tiefen von 150, teilweise bis 180 Meter.

Verbreitung[]

Der Stellersche Seelöwe ist an den Küsten des nördlichen Pazifik verbreitet. Er ist insbesondere im nordwestlichen und nordöstlichen Pazifik an den Küsten von Kanada, den nordwestlichen USA (Alaska) sowie Japan und Russland anzutreffen. Die Meere zählen zu den arktischen und subarktischen Gewässern. Die Hauptverbreitungsgebiete des Stellerschen Seelöwen reichen von Hokkaido, Japan über die Kurilen, dem Ochotskischen Meer, den Aleuten und zentralen Bering Meer bis an die südliche Küste von Alaska und weiter im Süden bis nach Kalifornien.

Ernährung[]

Stellersche Seelöwen ernähren sich als Fleischfresser von Fischen wie Kohlfisch (Pollachius virens), Makrele (Scomber scombrus), Pazifischer Hering (Clupea pallasii), Kapelan (Mallotus villosus), Kabeljau (Gadus morhua) und Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha). Es werden aber auch Kopffüßer (Cephalopoda) wie Kraken (Octopoda) und Kalmare (Teuthida) gefressen.

Fortpflanzung[]

Die Geschlechtsreife erreichen Stellersche Seelöwen mit drei bis sieben Jahren. Die Bullen brauchen in der Regel ein Jahr länger als Weibchen. Beginnt die Paarungszeit der Stellerschen Seelöwen, so treffen die Bullen vor den Weibchen an der Küste ein. Ein Bulle besetzt ein Territorium, das er fortan energisch gegen andere Bullen behauptet und verteidigt. Hat der Bulle sein Revier erfolgreich gegen jüngere und schwächere Männchen verteidigt, so wandern die Weibchen zu dem größten und stärksten Bullen. Ein Harem kann bis zu 20 Weibchen bestehen. Stellersche Seelöwen neigen dazu, immer wieder die gleichen Strände für die Fortpflanzung aufzusuchen. Dies macht sie für Jäger und Wilderer sehr verwundbar.

Die Paarungszeit beginnt im Mai, die Hochzeit erstreckt sich dabei über den Juni. Die meisten Geburten finden von Mitte Mai bis Mitte Juni statt. Dabei gehen die Paarung und die Geburt des Nachwuchses zeitgleich einher. Die Zeit zwischen Östrus und Geburt beträgt ungefähr 28 Tage. Nach einer Tragezeit von etwa elf bis zwölf Monaten, bringt das Weibchen ein Junges zur Welt. In der Gesamttragezeit ist eine Keimruhe von rund drei Monaten enthalten.

Das Neugeborene (Welpe) misst etwa 100 Zentimeter und wiegt 16 bis 21 Kilogramm. Es hat eine schwarzbraune Färbung. Nach dem ersten Monat findet ein Farbwechsel statt und das Junge ist dann hellbraun gefärbt. Nach zwei Wochen ist das Junge schon sehr selbständig und bildet dann mit anderen Jungen kleine Gruppen, in denen sie in stillen Buchten spielen und schwimmen. Die Schwimmfähigkeit wird mit gut vier Wochen erreicht, junge Seelöwen müssen das Schwimmen erst lernen. Bereits nach gut vier Wochen weisen die Welpen ein Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm auf. Ein Welpe wird von der Mutter intensiv umsorgt und drei Monate lang gesäugt. Im Alter von zwei Jahren stellt sich die adulte Fellfärbung ein.

Kurz nach der Geburt des Nachwuchses paart sich das Weibchen gleich wieder mit einem Bullen. Stellersche Seelöwen können in der Wildnis ein hohes Alter erreichen. Weibchen erreichen meist ein Alter von bis zu 30 Jahren, Männchen hingegen nur ein Alter von 18 bis 20 Jahren. Der große Unterschied ergibt sich aus den teils heftigen Rivalenkämpfen der Männchen, die schwächende Auswirkungen auf den Organismus haben.

Gefährdung und Schutz[]

Stellersche Seelöwen stehen in Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Dies wurde für die Art in der Vergangenheit zum Verhängnis. Man bejagte die Tiere schonungslos und brachte sie an den Rand der Ausrottung. Begehrt waren vor allem das Fleisch und der Tran, der sich im Blubber verbirgt. Heute stehen die Stellerschen Seelöwen weltweit unter Schutz und dürfen nur noch von den Ureinwohnern der Aleuten zur Selbstversorgung gejagt werden. Die Ureinwohner nutzen das Fleisch, den Tran und die Häute, um beispielsweise Kleidung herzustellen oder ihre Boote zu überziehen.

Die Art wurde 1997 in der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (endangered, EN) geführt. Heute gilt die Art als gering gefährdet (near threatened, NT). Die östlichen Populationen sind dabei deutlich stärker gefährdet als die westlichen. In der Vergangenheit wurde jährlich Tausende Tiere von Jägern, Fischern und Wilderern getötet. Vor allem die Tatsache, dass Stellersche Seelöwen kommerziell genutzte Fische fressen, hat die Art sehr unbeliebt gemacht. Eine Verfolgung blieb daher nicht aus. Seit den 60er Jahren haben sich die Bestände von rund 175.000 auf weniger Tausend Tiere reduziert. Mit ein Grund dafür ist auch die Überfischung der Meere, die den Stellerschen Seelöwen die Nahrungsgrundlage entzogen hat. Auch die weitreichende Wasserverschmutzung setzt den Tiere stark zu. So wurde auch schon Abfälle wie Plastik in den Mägen der Seelöwen gefunden. Mittlerweile konnten sich die Bestände jedoch einigermaßen erholen.