Tier Lexikon Wiki
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Klasse: Mammalia

Ordnung: Artiodactyla

Familie: Bovidae

Gattung: Neotragus

IUCN: LC

Beschreibung: Das Kleinstböckchen erreicht eine Körperlänge von 380 bis 510 mm, eine Schulterhöhe von 240 bis 305 mm, eine Schwanzlänge von 5 bis 8 mm sowie ein Gewicht von 1.500 bis 3.000 g. Das kompackt gebaute Kleinstböckchen verfügt über relativ lange Beine, wobei die Hinterbeine etwas länger sind als die Vorderbeine. Dadurch bedingt ist die Art ein schneller und wendiger Läufer. Das weiche und glatte Fell ist goldbraun bis rotbraun gefärbt, lateral zeigt sich eine etwas hellere Färbung. Die Bauchseite bis hoch zum Kinn ist weiß gefärbt. Die Ohren sind leicht abgerundet und an der Innenseite zart rosa gefärbt. Die Augen sind groß, rund und dunkel gefärbt. Die Schnauze ist relativ kurz, der Nasenspiegel ist gräulichrosa gefärbt. Männchen haben ein Paar kurze, konisch geformte, schwarze Hörner. Die Hörner erreichen lediglich eine Länge von 12 bis 35 mm. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 4 Milchdrüsen. Der Schwanz ist dünn, kurz und endet in einem weißen Büschel (Nowak, 1999).

Lebensweise: Kleinstböckchen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Zudem führen die Tiere eine eher heimliche Lebensweise. Am Tage ruhen sie vorzugsweise im dichten Unterholz, wo sie vor natürlichen Feinden sicher sind. Kleinstböckchen leben einzelgängerisch oder in kleinen Familengruppen. Die Reviere der Tiere sind eher klein und werden an den Grenzen mit Kot markiert. Bei Gefahr ducken sich die Tiere und flüchten erst im allerletzten Moment (Nowak, 1999).

Verbreitung: Das Kleinstböckchen ist in der Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Liberia und Sierra Leone verbreitet. Die Art besiedelt tropische Regenwälder, aber auch andere Waldarten wie Trockenwälder, Galeriewälder und Waldsavannen. Habitate mit einem dichten Unterholz werden jedoch bevorzugt. Häufig sind die Tiere an Waldrändern und auf Lichtungen anzutreffen. In der Nähe des Menschen wird zudem auch Agrarland als Lebensraum angenommen (IUCN, 2013).

Nahrung: Das Kleinstböckchen ernährt sich als reiner Pflanzenfresser hauptsächlich von Blättern, Knospen und jungen Trieben. Zu einem kleinen Teil werden aber auch Gräser und Kräuter sowie Früchte und Pilze gefressen. Weit oben auf der Speisekarte stehen verschiedene Korbbütler (Asteraceae), Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), Akanthusgewächse (Acanthaceae), Rötegewächse (Rubiaceae), Enziangewächse (Gentianaceae), Schmetterlingsblütler (Faboideae) und Lippenblütler (Labiatae) (Nowak, 1999).

Fortpflanzung: Über das Fortpflanzungsverhalten der Kleinstböckchen ist nur wenig bekannt. Die Tragezeit ist unbekannt, ein Wurf besteht typischerweise aus einem Jungtier, welches 300 bis 800 g bei der Geburt wiegt. DIe Säugezeit erstreckt sich über etwa 8 Wochen. Die Geschlechtsreife setzt mit rund 12 Monaten ein, die Lebenserwartung liegt bei 6 bis 7 Jahren (Nowak, 1999).

Kleinstböckchen (Neotragus pygmaeus).png
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