Tier Lexikon Wiki
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Klasse: Mammalia

Ordnung: Artiodactyla

Familie: Bovidae

Gattung: Cephalophus

IUCN: CR

Beschreibung: Der Sansibar-Ducker ist ein eher kleiner Vertreter der Ducker und erreicht eine Länge von 63 bis 78 cm zuzügliche eines kurzen, nur 6 bis 13,8 cm messenden Schwanzes. Die Schulterhöhe beträgt 37,4 bis 44 cm, das Gewicht liegt bei 6,8 bis 12 kg. Männchen sind mit einem Körpergewicht von durchschnittlich 9,2 kg nur unwesentlich schwerer als Weibchen mit etwa 9 kg. Das Fell ist insgesamt weich und glänzend, die Grundfarbe des Rückens besteht aus einem lohfarbenen Rot oder Ockerbraun, das am Rumpf etwa dunkler ist. Am Nacken geht sie in ein mehr oder weniger deutliches Grau über. An den Seiten hellt der Grundton dagegen auf, während der Bauch und die Beininnenseiten weißlich erscheinen. Die Außenseiten der Beine sind dagegen ebenfalls rötlich mit einem dunkleren Farbton zu den Hufen hin, mit Ausnahme eines hellen weißen Streifens am hinteren Rumpf, der auf die Hinterbeine übergeht. Von anderen Rotduckern unterscheidet sich der Sansibar-Ducker durch weiße Flecken an den Unterbeinen. Der Hinterfuß misst 19,5 bis 22,5 cm. Der Schwanz ist lohfarben, zeigt aber am Ende ein weißes Haarbüschel. Am Kopf dominiert eine grau-hellbraune Farbgebung mit einer deutlich roten Stirn. Die Ohren werden durchschnittlich 7,8 cm lang. Die Hörner sind insgesamt nur sehr kurz, bei Männchen 3,5 bis 5,3, bei Weibchen 1,4 bis 3,5 cm. Zwischen den Hörnern steht ein deutlich rotes Haarbüschel aus 4 cm langen Haaren, die die Hörner manchmal überdecken.

Verbreitung: Der Sansibar-Ducker ist an der Ostküste Afrikas und auf der vorgelagerten Insel Sansibar verbreitet. Auf Sansibar sind insgesamt fünf mehr oder weniger getrennte Populationen im Kiwengwa forest im Norden, nahe dem Jozani-Chakwa-Bay-Nationalpark im Zentrum und bei Mtende im Süden der Insel nachgewiesen. Auf dem afrikanischen Festland kam die Duckerart einst entlang der kenianischen Küste von Mombasa bis nach Norden zur Grenze zu Somalia vor. Heute ist sie nur noch an einzelnen Flecken anzutreffen, etwa im 420 km² großen Arabuko Sokoke Forest südlich des Tana. Eine bisher unbekannte Population konnte nach einer kurzen Sichtung um 2004 rund sechs Jahre später im Boni- und Dodori-Nationalreservat nördlich des Tana wiederentdeckt werden. Dieser rund 3000 km² große Naturraum besteht aus einer Mosaiklandschaft von Wäldern, Dickichten und Savannen. Die Art bevorzugt ungestörte, geschlossene Küstenwälder und Dickichte auf Korallenkalken mit Wuchshöhen ab 3 m, allerdings mit offenem Unterstand.

Lebensweise: Der Sansibar-Ducker ist tagaktiv mit Aktivitätszeiten von der Morgen- bis zur Abenddämmerung, wobei er zumeist zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr ruht. Er tritt in der Regel einzeln auf, wurde aber auch in Gruppen bestehend aus zwei oder drei Individuen gesichtet. Als territoriales Tier verteidigt er sein Revier aktiv. Die Grenzen des Territoriums markiert der Sansibar-Ducker mit Hilfe seiner kleinen Voraugendrüsen, wobei er die Duftmarken an vorstehenden Zweigen absetzt.

Nahrung: Er ist reiner Pflanzenfresser.

Sansibar-Ducker (Cephalophus adersi).jpg
Sansibar-Ducker (Cephalophus adersi).png
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