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Info: Der Uhu (Bubo bubo) zählt innerhalb der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae) zur Gattung der Uhus (Bubo). Im Englischen wird der Uhu eurasian eagle-owl genannt. Das erste Mal wissenschaftlich beschrieben wurde der Uhu von CARL VON LINNE im Jahre 1758.

Aussehen und Maße: Der Uhu ist die größte Eulenart, die auch in Deutschland beheimatet ist. Das Männchen erreicht ein Größe von 68 cm, ein Gewicht von 2 bis 2,5 Kg sowie eine Flügelspannweite von 160 cm. Das Weibchen erreicht ein Größe von 75 cm, ein Gewicht von bis zu 3 Kg sowie eine Flügelspannweite von rund 170 cm. Ihren sehr großen Kopf können sie bis zu 270 Grad drehen, was eine sehr gute Rundumsicht ermöglicht. Auf dem Oberkopf haben sie Federohren, die bis zu 8 cm lang sein können. Die Federohren werden bei Gefahr oder Erregung aufgestellt. Die Augen sind groß, die Pupillen orange gefärbt. Das Gefieder ist braun bis rostbraun und mit dunkler Bänderung versehen. Zur Bauchseite hin wird das Gefieder etwas heller und weist ebensfalls eine dunkle Bänderung auf. Die Beine, die bis zu den Zehen befiedert sind enden in stark gekrümmte lange Krallen. Zwei Zehen sind nach vorne gerichtet, eine Zehe nach hinten.

Lebensweise: Uhus verfügen über ausgesprochen gute Sinne. Ihr Sehvermögen ist sehr gut ausgeprägt. Sie sehen am Tag wie auch bei Nacht sehr gut. Bei der Jagd ist bei ihnen das Gehör das wichtigste Organ. Dieses ist außerordentlich gut ausgeprägt. In den meisten Verbreitungsgebieten sind Uhus Standvögel, nur in extrem kalten Gegenden sind sie ein Teilzieher. In gemäßigten Breitengraden bleiben sie auch im Winter in ihrem Revier, daß zu jeder Zeit gegenüber Artgenossen verteidigt wird. Im Jahre 2005 wurde der Uhu zum Vogel des Jahres gewählt. Er gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten und steht daher unter Schutz. In Gefangenschaft können diese Vögel ein Alter von über 50 Jahren erreichen. In freier Natur ist ein Alter von bis zu 25 Jahren nachgewiesen worden.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN ist der Uhu in folgenden Ländern verbreitet: Afghanistan, Albanien, Andorra, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Belorussland, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Hongkong, Ungarn, Indien, Islamische Republik Iran, Irak, Israel, Italien, Japan, Kasachstan, Demokratische Volksrepublik Korea, Republik Korea, Kirgisistan, Lettland, Libanon, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Republik Moldau, Mongolei, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Pakistan, palästinensische Autonomiegebiete, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Arabische Republik Syrien, Tadschikistan, Türkei, Ukraine und Usbekistan. Als Vagrant trifft man den Uhu in Bahrain und Gibraltar an. Sie bewohnen offene und bewaldete Habitate sowie felsige Hänge, Steinbrüche und auch offene Steppen. Sie sind oft in der Nähe von Gewässern anzutreffen. In Deutschland gibt es in den Alpen und einigen Mittelgebirgen kleinere Populationen.

Ernährung: Als nachtaktiver Jäger gehen sie als Ansitz- oder Suchflugjäger auf die Jagd. Ihre bevorzugte Beute sind Kleinsäuger und Vögel. Sie jagen meist in schwach bewaldeten oder offenen Landschaften.

Fortpflanzung: Die Geschlechtsreife erreichen Uhus im 2. Lebensjahr. Hat sich ein Paar gefunden, so führen sie eine lebenslange Einehe. Die Brutzeit beginnt im März, der eine zweimonatige Balz vorausgegangen ist. Als Felsenbrüter bauen sie ihr Nest vorzugsweise in Felsspalten. Es wird ein Gelege pro Jahr abgesetzt, das zwischen 2 und 4 Eier umfassen kann. Die Eier werden im Abstand von 3 Tagen gelegt. Die Brutdauer beträgt durchschnittlich 32 bis 35 Tage. Die geschlüpften Jungvögel wiegen zwischen 50 und 60 Gramm und verfügen über ein weißes Dunenkleid. Nach etwa 4 Wochen beginnen die Jungeulen die nähere Gegend um das Nest zu erkunden. Ab der 9. Woche sind sie flugfähig, bleiben aber noch 3 weitere Monate bei ihren Eltern. Während dieser Zeit werden die Jungeulen von ihren Eltern mit Nahrung versorgt.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Uhu heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Uhu selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

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