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Info: Die Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus), auch unter dem Synonym Araneus reaumuri bekannt, gehört innerhalb der Familie der Echte Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Echte Kreuzspinnen (Araneus).

Aussehen und Maße: Die Vierfleckkreuzspinne gehört zu den größten mitteleuropäischen Kreuzspinnen, sie ist recht verbreitet und häufig. Diese ausgesprochen massig wirkende Radnetzspinne erreicht als Männchen 7 bis 10 Millimeter, als Weibchen 13 bis 18 Millimeter Körperlänge. Verglichen mit der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) ist der Hinterkörper deutlich breiter und kürzer. Seine breiteste Stelle liegt dabei etwa in der Mitte. Die Färbung ist außerordentlich starken Schwankungen unterworfen. Der Vorderkörper ist weißlich oder hellbraun gefärbt und oberseits mit einem nach vorn verbreiterten, dunklen Längsband gezeichnet, vorn ist es breiter als das mittlere Augenfeld. Der Hinterkörper kann weißlich, grünlich, orange, braun, weinrot oder auch leuchtend kirschrot gefärbt sein. Stets trägt der Hinterkörper aber oberseits ein weißes Fleckenmuster, das im vorderen Teil der Kreuzzeichnung der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) entspricht, dem sich aber etwas weiter hinten noch zwei weitere quergestellte, weiße Flecke anschließen. Zusammen mit den beiden Querflecken der Kreuzzeichnung bilden sie ein nach hinten erweitertes Trapez. Meist ist dieses Muster sehr klar ausgebildet, kann sich aber bei sehr hellen Exemplaren auch weniger deutlich abheben. Die adulten Tiere findet man von Juli bis Oktober.

Lebensweise: Die Vierfleckkreuzspinne spannt ihr Radnetz stets dicht über dem Boden, selten in mehr als 50 Zentimeter Höhe aus. Das Netz weist weniger Radien, etwa 20, und größere Fangfadenabstände auf, 4 bis 5 Millimeter als bei der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus). Die Vierfleckkreuzspinne hält sich tagsüber in einem neben dem Netz angelegten, kuppelförmigen Schlupfwinkel verborgen und hält über einen Signalfaden Kontakt zur Nabe des Fangnetzes. Soblad ein Beutetier ins Netz gerät, wird sie über den Signalfaden alarmiert, eilt herbei und wickelt die Beute ein. Frühmorgens und abends kann man die Vierfleckkreuzspinne jedoch in ihrem Netz sehen, wenn sie beim Ausbessern von Schäden ist.

Verbreitung: Die Vierfleckkreuzspinne hält sich am häufigsten an offenen, etwas feuchten Stellen, besonders auf Feuchtwiesen zwischen Disteln und ähnlichen halbhohen Pflanzen auf. Daneben trifft man sie auch an trockenen Wegrändern, auf Waldlichtungen und Trockenrasen an. Die Art ist in Mitteleuropa etwa ebenso häufig wie die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus), stellt aber höhere Ansprüche an den Lebensraum. Im gleichen Lebensraum kommt auch die Schilfradspinne (Larinioides cornutus) vor.

Ernährung: Die Vierfleckkreuzspinne lauert tagsüber in einem gewobenen Schlupfwinkel und ist nur mit einem Signalfaden mit ihrem Netz verbunden. Sobald ein Beutetier ins Netz gerät, wird die Vierfleckkreuzspinne alarmiert, eilt herbei und wickelt die Beute ein. Gefangene Beutetiere, in der Regel kleinere Insekten (Insecta), werden in Vorratspaketen in der Mitte des Netzes gelagert. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen. Ist die Spinne hungrig, so öffnet sie ein Paket und saugt das Opfer aus. Das Netz wird nach jedem Beutefang sorgsam repariert.

Fortpflanzung: Im Paarungsverhalten bestehen keine auffallenden Unterschiede zur Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus). Das Männchen erweist sich allerdings als weniger ausdauernder Werber. Mißglücken die Paarungsversuche mehrfach, gibt das Männchen schneller auf als das Männchen der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus). Der Eikokon wird ebenfalls mit gelber Fadenwolle umhüllt und an Pflanzen befestigt. Die im Frühjahr schlüpfenden Jungspinnen werden noch im gleichen Jahr erwachsen, benötigen also - trotz der größeren Masse als Erwachsene - ein Jahr weniger zur Entwicklung als die der Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus).

Datei:Vierfleckkreuzspinne.jpg
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