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Info: Die Vierflecklibelle (Libellula quadrimaculata), auch Vierfleck genannt, gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Libellula. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Aussehen und Maße:

Die Vierflecklibelle erreicht eine Körperlänge von bis zu 50 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von bis zu 80 Millimeter. Der Körper ist überwiegend hellbraun bis beige gefärbt. Die Grundfärbung verdunkelt sich dabei deutlich zum Ende des Abdomens hin. Markant und namensgebend sind die vier Flecken auf den Flügeln, die ansonsten überwiegend transparent sind. Die Flügel sind durchzogen von kleinen Äderchen, die ihnen die nötige Stabilität verleihen. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Die Vierflecklibelle ist aufgrund der Tatsache, dass sie ihre Flügelpaare unabhängig von einander bewegen kann, zum abrupten Richtungswechsel in der Lage. Sie bewegt ihre Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Fluge wirkt die Libelle meist hektisch. Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Des weiteren befinden sich kleine Punktaugen auf dem Oberkopf und vermitteln der Libelle hauptsächlich Helligkeitsunterschiede.

Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im Vorderen Mundbereich liegt das Labrum, also die Oberlippe, sowie an den Maxillen die Unterlippe, das sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Segmenten. Das sehr lange Abdomen, das eine gewisse Stabilität im Fluge erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht bewegliche Elemente unterteilt und endet in einer Greifzange, mit der sich das Männchen der Vierflecklibelle während der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet.

Lebensweise: Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen Mai und September.

Verbreitung: Die Vierflecklibelle ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet. Sie ist sowohl in Europa und Asien als auch in Nordamerika weit verbreitet. In Eurasien ist sie bis zum Polarkreis anzutreffen. In Höhenlagen kann man sie bis in Höhen von 1.200 Meter über NN. beobachten. Sie bevorzugen dabei stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel. Auch in Sümpfen und Mooren ist sie regelmäßig anzutreffen. Fliessende Gewässer hingegen werden gemieden.

Ernährung: Die Vierflecklibelle ernährt sich räuberisch von Insekten wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten. Dabei sucht sie ihre Beute von einer Ansitzwarte aus und erbeutet sie mit ihren Fängen im Fluge. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Mai bis August. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart findet im Fluge statt. Der Flug wirkt dabei rüttelartig. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine. Es legt seine Eier im Flug auf der Wasseroberfläche ab, die dann auf den Gewässerboden sinken. Das Männchen wacht während der Eiablage über das Weibchen. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, haben mit zwei Jahren eine lange Entwicklungszeit. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm. Im zweiten Frühjahr nach dem Schlupf der Larven steigen sie aus dem Wasser, üblicherweise auf Halme, die aus dem Wasser ragen. Hier schlüpfen sie aus ihrer Exuvie und fliegen nach der Trocknung der Flügel auf.

Datei:Vierflecklibelle.jpg

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