Tier Lexikon Wiki
Advertisement

Info: Die Waldammer (Emberiza rustica) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Emberiza.

Aussehen und Maße: Die Waldammer gehört in der Familie der Ammern zu den kleinsten Arten. Sie erreicht eine Körperlänge von gut 12 bis Zentimeter, eine Flügelspannweite von 14 bis 17 Zentimeter sowie ein Gewicht von 15 bis 18 Gramm. Die Geschlechter weisen nur während der Paarungszeit einen wahrnehmbaren Geschlechtsdimorphismus auf. Der Kopf der Männchen ist zur Paarungszeit markant schwarz-weiß gezeichnet. Oberhalb der Augen befindet sich ein breiter weißlicher Streifen. Die Federhaube an sich ist schwarz gefärbt. Der Bereich der Kehle weist eine weißliche Färbung auf. Das Obergefieder und die Flügel sind bei beiden Geschlechtern überwiegend braun gefärbt. Im Bereich der Flügel sind einzelne Federchen weiß gesäumt. Stellenweise zeigen sich in diesem Gefiederbereich auch dunkle Federn. Die Bauchseite ist mit einer weißlichen Färbung deutlich heller gefärbt. Die Brust ist durch ein dunkles Querband geprägt. Der kräftige Schnabel weist eine dunkelgraue Färbung auf, die Extremitäten und die Zehen sind fleischfarben gefärbt.

Lebensweise: Waldammern leben außerhalb der Paarungszeit in kleinen Trupps, sie sind also durchaus gesellig. Auf den Zügen in die Winterquartiere finden sich ebenfalls kleinere Gruppen zusammen. Während der Balz- und Brutzeit ziehen sich einzelne Paare in kleine Brutreviere zurück. Im Frühjahr kommen die Männchen vor den Weibchen in den Brutgebieten an und besetzen sogleich ein Revier. Sie sind während dieser Zeit ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Drohgebärden schließen Aufplustern, Aufstellen der Federhaube auf dem Oberkopf und lautstarken Gesang mit ein. Der Gesang erfolgt von einer exponierten Ansitzwarte aus.

Verbreitung: Die Waldammer kommt in den nördlichen Regionen Europas und Asiens vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Skandinavien bis in den Nordosten von Asien. Die Waldammer bewohnt in den Brutgebieten sowohl die offene Taiga, lichte Wälder als auch Hochmoore und Sumpfgebiete mit entsprechender Vegetation. Zumeist ist sie in der Nähe eines Gewässers anzutreffen. Als Hauptlebensraum dienen daher Sumpfgebiete. Die Winterquartiere liegen hauptsächlich in Südostasien.

Ernährung: Waldammern gehören zu den Allesfressern und ernähren sich sowohl von Spinnentieren, Insekten und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie Sämereien, Früchte und Beeren, Knospen und Körner aller Art. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und Sommer deutlich höher als der pflanzliche Anteil. Im Winter nimmt eine Waldammer tierische und pflanzliche Kost etwa zu gleichen Teilen zu sich. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und Larven, gelegentlich auch mit kleinen Spinnentieren versorgt. Die Nahrungssuche erfolgt hauptsächlich auf dem Waldboden, gelegentlich auch im Geäst von Büschen und Bäumen. Auf Nahrungssuche gehen Waldammern vorzugsweise in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung: Die Waldammer erreicht die Geschlechtsreife mit 10 bis 12 Monaten, kann sich also im Frühjahr nach dem Schlupf erstmals verpaaren. Die Paarungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr, meist Ende März oder im April. Es kommt nur zu einer Jahresbrut, wobei ein kleineres Nachgelege durchaus möglich ist, falls das erste Gelege verlorengeht. Nur in südlichen Verbreitungsgebieten kann es zu einer zweiten Jahresbrut kommen. Die napfartigen Nester werden in dichtem Buschwerk in niedriger Höhe angelegt. Es wird vom Weibchen alleine aus Pflanzenfasern, Grashalmen, kleinen Wurzeln und anderen weichen Materialien errichtet. Das Nestinnere wird mit Tierhaaren, Federchen und anderen weichen Materialien ausgepolstert. Ein Gelege besteht meist aus vier bis fünf Eiern, die eine hellgrüne Färbung aufweisen. Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Gefüttert wird der Nachwuchs mit nahrhaften Insekten und deren Larven. Auch wenn sich beide Altvögel um die Versorgung des Nachwuchses kümmern, so obliegt die Hauptaufgabe der Vorsorgung dem Weibchen. Bereits im Alter von gut 14 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch einige Tage bei den Eltern.

Datei:Waldammer.jpg
Advertisement