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Info: Die Waldralle (Gallirallus sylvestris), auch unter dem Synonym Tricholimnas sylvestris bekannt, zählt innerhalb der Familie der Rallenvögel (Rallidae) zur Gattung Gallirallus. Im Englischen wird die Waldralle Lord Howe WoodhenLord Howe Island WoodhenLord Howe Rail oder Lord Howe Wood Rail genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Aussehen und Maße: Die Waldralle ist ein flugunfähiger Vogel aus der Familie der Rallenvögel (Rallidae). Sie ist auf Lord Howe Island vor der australischen Küste endemisch. Die Waldralle ist ein kleiner Vogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 35 bis 40 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 49 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Allerdings wirkt das Männchen im Gegensatz zum Weibchen etwas größer. Das Obergefieder weist eine einfarbig olivbraune Färbung auf, während die Unterseite von einer grauen Tönung ist. Die Iris der Augen weist eine rötlichbraune Färbung auf. Des Weiteren ist das Kinn von einer weißlichen Färbung. Ferner sind die Flügel schwarz und rot gebändert. Die Flügel sind sehr kurz und nicht zum Fliegen geeignet. Auch der Schwanz dieser Art ist recht kurz geraten. Die Waldralle ist ausschließlich ein Bodenvogel. Mit den kurzen aber kräftigen Beinen ist sie am Boden recht schnell unterwegs. Die Beine und die Zehen sind hellgrau bis fleischfarben geschönt. Der lange, abwärts gebogene Schnabel ist kräftig gebaut und weist ebenfalls eine fleischfarbene Tönung auf.

Lebensweise: Die Waldralle ist dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich an geschützter Stelle. Vor allem die Männchen gelten als ausgesprochen territoriale Vögel, die ihr Revier gegenüber Artgenossen verteidigen. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen oftmals zu heftigen Kommentkämpfen.

Verbreitung: Die Waldralle ist auf Lord Howe Island (Australia) endemisch. Im Jahre 1788 lebte die Waldralle auch in den Bergregionen auf der Insel und in der Mitte des 19. Jahrhunderts war der Lebensraum der Waldralle bis zu den Gipfeln begrenzt. In den 1980er Jahren hielten sich die Vögel in den Tieflandebenen auf, einschließlich einzelner Individuen, die auch die steilen Küsten-Palmwäldern in Little Slope besiedelten und in den Tiefland-Palmenwäldern rund um die Siedlung eingeführt wurden. Die höchste Dichte befindet sich zur Zeit auf dem Mount Gower. Die Populationsdichte der Altvögel beträgt etwa 130 und die gesamte Population auf der Inselt zählt etwa 220 Vögel. Die Waldralle hält sich vorwiegend in geschlossenen Wäldern auf. Des Weiteren kommt die Waldralle auch in großen Höhen in knorrigen, bemoosten Wäldern vor. In den tieferen Lagen bewohnt die Waldralle Wälder mit breiter Hartlaub-Vegetation, insbesondere in den Wäldern mit Kentiapalmen (Howea forsteriana), die auf vulkanischen Böden wachsen. Selten ist die Waldralle in Regenwäldern anzutreffen.

Ernährung: Die Waldralle gilt als Allesfresser. Neben Sämereien, Früchten und Beeren werden vor allem Vogeleier und die Nestlinge von Sturmvögeln (Procellariidae) und Sturmtauchern (Puffinus), Insekten (Insecta) und deren Larven, Krebstiere (Crustacea), wirbellose Tiere wie zum Beispiel Regenwürmer (Lumbricidae) und Weichtiere (Mollusca) verspeist. Auch Aas wird bei Gelegenheit nicht verschmäht. Mit ihrem langen, gebogenen Schnabel durchwühlt die Waldralle den Boden nach Fressbarem. Hartschalige Nahrung wird mit kräftigen Schnabelhieben geöffnet.

Fortpflanzung: Die Waldralle führt eine monogame Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Die Paarungszeit erstreckt sich grundsätzlich über das ganze Jahr, jedoch erstreckt sich die Hauptbrutzeit zwischen dem späten Frühjahr und Frühsommer. Je nach Nahrungsangebot kann es in einem Jahr zu zwei bis vier Gelegen kommen. Die Waldralle nistet auf dem Boden in dichter Vegetation oder in den Röhren von Sturmvögeln (Procellariidae) oder in Höhlen unter Baumwurzeln. Das Nest wird mit Gräsern, Moosen und mit weichen Palmfasern ausgepolstert. Das Nest wird zumeist vom Männchen alleine errichtet. Das Weibchen legt im Abstand von zwei Tagen zwei bis vier, selten auch bis sechs Eier. Die Brutdauer, die bereits mit dem ersten Ei beginnt, erstreckt sich über 26 bis 28 Tage. Während der Nacht brütet das Männchen, am Tage das Weibchen. Die Küken weisen ein flaumiges, schwarzes Dunenkleid auf. Sie sind ausgesprochene Nestflüchter und folgen kurz nach dem Schlupf den Eltern. Selbständig sind die Jungvögel mit gut vier Wochen, sie verbleiben im Familienverband aber meist für drei bis vier Monate, ehe sich dieser auflöst. Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden die Jungvögel vom Vater aus dem Revier gejagt.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN wurde die Art durch Nestplünderungen der Wildschweine (Sus scrofa), der verwilderten Hauskatzen (Felis catus), der Menschen und der verwilderten Haushunde (Canis lupus familiaris) sowie durch Störungen von Schweinen und Ziegen (Capra) in der Tieflandebene eliminiert. Naturkatastrophen sind eine zusätzliche Bedrohung für die Waldralle. Die einzige verbleibende signifikante Bedrohung ist die Einführung der Maskenschleiereule (Tyto novaehollandiae) oder auch Neuhollandeule genannt, die auch für einen deutlichen Rückgang der Population in Little Slope im Jahre 1989 verantwortlich ist. Weitere Einführungen von exotischen Raubtieren oder Einführungen von chronischen Krankheiten könnten schwerwiegende Folgen für diese Art haben.

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