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Wale
Grönlandwal.png

Cetacea

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
ohne Rang: Cetartiodactyla
Ordnung: Wale
Zeitraum
vor 56 Mio. Jahren-heute
Allgemeines
Verbreitung: alle Meere
Größe: Hector-Delfin (1,2-1,6 m)

Blauwal (20-33 m)

Die Wale (Cetacea) sind eine Ordnung von vielen verschiedenen Arten von Säugetieren, welche ausschließlich im Wasser leben.

Anatomie[]

Wale haben unbehaarte, stromlinienförmige Körper, um Wasserturbulenzen zu verringern. Körperanhänge sind auf ein Minimum begrenzt: Flossen zum Steuern, ein Schwanz mit knochenloser, waagerechter Flosse, der Fluke, und meist eine Rückenfinne zur Stabilität. Sogar die Genitalien befinden sich in Hauttaschen. Weitere Anpassungen an das Leben im Wasser sind eine dicke, isolierende Blubberschicht (Fett und Öl) unter der Haut und leichte, poröse, ölgefüllte Knochen. Wale atmen durch ein (Zahnwale) oder zwei (Bartenwale) Spritzlöcher, muskulöse Nasenlöcher oben auf dem Kopf. Das Gehirn von Zahnwalen ist relativ gesehen so groß wie das der Primaten. Sie sind für ihre Intelligenz berühmt. Bartenwale haben relativ kleine Gehirne.

Sinne[]

Wale können außerordentlich gut hören. Das Sehvermögen ist hinreichend unter Wasser ausgezeichnet bis zu einem Meter und in der Luft bis zu zweieinhalb Meter, aber das Farbsehen ist stark eingeschränkt. Einige Arten können ihre Augen nach vorne, oben oder hinten richten und einige können sie unabhängig voneinander bewegen. Manche Süßwasserdelfine sind jedoch fast blind. Vertreter der Zahnwale erzeugen hochfrequente Klicklaute zur Echoortung und können auch mit vielen für Menschen hörbaren Tönen kommunizieren. Andere Wale zeigen vielfältige Lautäußerungen, die weniger gut untersucht sind. Wale können nicht riechen.

Lebensweise[]

Überleben unter Wasser[]

Obwohl alle Wale Luft atmen, können sie lange Zeit unter Wasser bleiben und kehren nur zum Aus- und Einatmen zur Wasseroberfläche zurück. Um unter Wasser bleiben zu können, verlangsamt sich der Herzschlag. Der Wasserdruck presst Blut aus den Gefäßen dicht unter der Haut, damit es lebenswichtige Organe versorgt. Er komprimiert auch die Lungen, wodurch Luft in Luftröhre und Nasengänge gepresst wird. Ein Teil der Luft wird durch schaumige Sekrete an den Wänden der Atmungsorgane absorbiert. Manche Zahnwale tauchen bei der Suche nach ihrer Beute bis zu 1000 m tief und bleiben bis zu 90 min unter Wasser. Wenn sie zur Oberfläche kommen, öffnen Wale die Spritzlöcher und blasen explosionsartig Luft und feine Öltröpfchen heraus, bevor sie einatmen.

Fortpflanzung[]

Einige Wale einschließlich der Furchenwale (z.B. Buckelwale) pflanzen sich im Winter fort. Sie wandern von ihren Sommer-Nahrungsgründen in den Polarmeeren in tropische Gewässer, wo sie die Jungen zur Welt bringen und sich sofort wieder paaren. Im Frühjahr kehren sie zum Fressen in die kalten Gewässer zurück. Andere Wale pflanzen sich zu bestimmten Zeiten fort, aber wandern hierfür nicht. Bei allen Arten ist die Paarung recht kurz. Der s-förmige Penis des Männchens befindet sich in der Körperhöhle. Er wird durch Muskeltätigkeit steif und nicht durch Füllen mit Blut. Nach der Geburt hilft die Mutter dem Neugeborenen an die Oberfläche, damit es seinen ersten Atemzug machen kann. Die Jungen saugen Milch, bis sie alt genug für feste Nahrung sind.

Taxonomie[]

Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti):

Familie: Furchenwale (Balaenopteridae):

  • Buckelwal (Megaptera novaeangliae)
  • Blauwal (Balaenoptera musculus)
  • Finnwal (Balaenoptera physalus)
  • Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata)
  • Südlicher Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis)
  • Brydewal (Balaenoptera brydei)
  • Seiwal (Balaenoptera borealis)
  • Omurawal (Balaenoptera omurai)

Familie: Glattwale (Balaenidae):

  • Pazifischer Nordkaper (Eubalaena japonica)
  • Atlantischer Nordkaper (Eubalaena glacialis)
  • Südkaper (Eubalaena australis)
  • Grönlandwal (Balaena mysticetus)

Familie: Grauwale (Eschrichtiidae):

  • Grauwal (Eschrichtius robustus)

Familie: Cetotheriidae:

  • Zwergglattwal (Caperea marginata)

Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti):

Familie: Pottwale (Physeteridae):

Familie: Schnabelwale (Ziphiidae):

  • Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris)
  • Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus)
  • Südlicher Entenwal (Hyperoodon planifrons)
  • Peruanischer Schnabelwal (Mesoplodon peruvianus)
  • Hector-Schnabelwal (Mesoplodon hectori)
  • True-Wal (Mesoplodon mirus)
  • Gervais-Zweizahnwal (Mesoplodon europaeus)
  • Japanischer Schnabelwal (Mesoplodon ginkgodens)
  • Camperdown-Wal (Mesoplodon grayi)
  • Hubbs-Schnabelwal (Mesoplodon carlhubbsi)
  • Andrew-Schnabelwal (Mesoplodon bowdoini)
  • Stejneger-Schnabelwal (Mesoplodon stejnegeri)
  • Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens)
  • Bahamonde-Schnabelwal (Mesoplodon traversii)
  • Perrin-Schnabelwal (Mesoplodon perrini)
  • Layard-Wal (Mesoplodon layardii)
  • Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon densirostris)
  • Deraniyagala-Zweizahnwal (Mesoplodon hotaula)
  • Baird-Wal (Berardius bairdii)
  • Südlicher Schwarzwal (Berardius arnuxii)
  • Berardius minimus
  • Shepherd-Wal (Tasmacetus shepherdi)
  • Longman-Schnabelwal (Indopacetus pacificus)

Familie: Gangesdelfine (Platanistidae):

  • Gangesdelfin (Platanista gangetica)
  • Indusdelfin (Platanista minor)

Familie: Amazonas-Flussdelfine (Iniidae):

  • Bolivianischer Amazonasdelfin (Inia boliviensis)
  • Amazonasdelfin (Inia geoffrensis)
  • Araguia-Delfin (Inia araguaianaensis)

Familie: Lipotidae:

  • Chinesischer Flussdelfin (Lipotes vexillifer) (vermutlich ausgestorben)

Familie: Pontoporiidae:

  • La-Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei)

Familie: Gründelwale (Monodontidae):

  • Weißwal (Delphinapterus leucas)
  • Narwal (Monodon monoceros)

Familie: Schweinswale (Phocoenidae):

  • Kalifornischer Schweinswal (Phocoena sinus)
  • Gewöhnlicher Schweinswal (Phocoena phocoena)
  • Burmeister-Schweinswal (Phocoena spinipinnis)
  • Brillenschweinswal (Phocoena dioptrica)
  • Weißflankenschweinswal (Phocoenoides dalli)
  • Glattschweinswal (Neophocaena phocaenoides)
  • Östlicher Glattschweinswal (Neophocaena asiaeorientalis)

Familie: Delfine (Delphinidae):

  • Kamerunflussdelfin (Sousa teuszii)
  • Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea)
  • Chinesischer Weißer Delfin (Sousa chinensis)
  • Sousa sahulensis
  • Amazonas-Sotalia (Sotalia fluviatilis)
  • Guyana-Delfin (Sotalia guianensis)
  • Schwarzdelfin (Lagenorhynchus obscurus)
  • Weistreifendelfin (Lagenorhynchus obliquidens)
  • Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris)
  • Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus)
  • Stundenglasdelfin (Lagenorhynchus cruciger)
  • Peale-Delfin (Lagenorhynchus australis)
  • Rundkopfdelfin (Grampus griseus)
  • Großer Tümmler (Tursiops truncatus)
  • Indopazifischer Großer Tümmler (Tursiops aduncus)
  • Burrunan-Delfin (Tursiops australis)
  • Ostpazifischer Delfin (Stenella longirostris)
  • Schlankdelfin (Stenella attenuata)
  • Zügeldelfin (Stenella frontalis)
  • Blau-Weißer Delfin (Stenella coeruleoalba)
  • Clymene-Delfin (Stenella clymene)
  • Schwertwal (Orcinus orca)
  • Gemeiner Delfin (Delphinus delphis)
  • Langschnäuziger Gemeiner Delfin (Delphinus capensis)
  • Nördlicher Glattdelfin (Lissodelphis borealis)
  • Südlicher Glattdelfin (Lissodelphis peronii)
  • Irawadidelfin (Orcaella brevirostris)
  • Australischer Stupsfinnendelfin (Orcaella heinsohni)
  • Commerson-Delfin (Cephalorhynchus commersoni)
  • Hector-Delfin (Cephalorhynchus hectori)
  • Heaviside-Delfin (Cephalorhynchus heavisidii)
  • Weißbauchdelfin (Cephalorhynchus eutropia)
  • Kleiner Schwertwal (Pseudorca crassidens)
  • Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus)
  • Grindwal (Globicephala melas)
  • Zwerggrindwal (Feresa attenuata)
  • Borneodelfin (Lagenodelphis hosei)
  • Breitschnabeldelfin (Peponocephala electra)
  • Rauzahndelfin (Steno bredanensis)

Familie: Zwergpottwale (Kogiidae):

  • Zwergpottwal (Kogia breviceps)
  • Kleiner Pottwal (Kogia simus)

Gefährdung[]

Wale wurden schon immer wegen ihres Fleischs, der Knochen und des Trans gejagt. Im 20. Jahrhundert, mit Beginn der intensiven Jagd und neuer Technologien wie der Fabrikschiffe, haben die Bestände dramatisch abgenommen. 1966 wurde von der Internationalen Walfangkommission (IWC) die Jagd auf bestimmte Arten verboten, die sich seitdem etwas erholt haben. Ein Moratorium zum kommerziellen Walfang ist 1986 vereinbart worden. Trotzdem fangen noch mehrere Länder Wale aus wissenschaftlichen Gründen, eine Quelle regelmäßiger Konflikte in der IWC.

Galerie[]

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