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Info: Der Wasserskorpion (Nepa cinerea), auch unter dem Synonym Nepa rubra bekannt, zählt innerhalb der Familie der Skorpionswanzen (Nepidae) zur Gattung Nepa. Im Englischen wird der Wasserskorpion water scorpion genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 15,5 bis 18,5 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 20,0 bis 23,0 Millimeter erreicht. Das lange, zweiteilige Atemrohr, auch Afterrohr genannt, das sich am Ende des Abdomens befindet, ist etwa 9,0 bis 12,5 Millimeter lang. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Der Körper ist elliptisch und abgeflacht und ähnelt in seinem Aussehen einem verdorrten Blatt. Das Pronotum ist viereckig-trapezförmig länglich und auf 2/3 der Länge quer eingeschnitten. Der Hinterrand ist ausgeschweift. Schild fast gleichseitig dreieckig und eben. Die Fühlerwurzel ist kurz und keulig. Das zweite Glied ist fast eben so lang, seitlich mit einem gerade auslaufenden, hornförmigen Fortsatz. Das dritte Glied ist seitlich gekrümmt und länger als der Fortsatz vom zweiten Glied und ist demselben aufliegend. Die Schnabelwurzel ist ringförmig und das zweite Glied ist dick und kegelig abgestutzt. Die Unterseite erscheint dicker. Das dritte Glied ist etwas kürzer, dick und pfriemförmig. Die Bauchplatte des Männchens ist lanzettförmig spitz ausgebildet.

Lebensweise: Der Wasserskorpion tritt auch in Küstengebieten auf, vor allem mit Vegetation. Ferner verträgt der Wasserskorpion auch salziges Wasser. Markantes Merkmal sind die sehr großen Vorderbeine, die sich im Laufe der Evolution zu Fangbeinen ausgebildet haben. Mit den Fangbeinen werden Beutetiere gefangen und gehalten. Außerdem dienen sie zum Vortrieb unter Wasser. Unter den Flügeldecken befinden sich zwar voll ausgebildete Flügel, aufgrund der schwach ausgebildeten Muskulatur ist der Wasserskorpion damit aber nicht flugfähig.

Verbreitung: Wasserskorpione kommen in fast ganz Europa sowie in Zentralasien, in Kleinasien und im Nordwesten von Afrika vor. In der Regel lebt der Wasserskorpion in stehenden Gewässern wie kleinen Seen, Teichen, Tümpeln und ähnlichen Gewässertypen. Man sieht ihn meist dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen. Bei der Jagd kann er aber durchaus auch auf dem Grund des Gewässers hinuntertauchen.

Ernährung: Wasserskorpione ernähren sich räuberisch und machen insbesondere Jagd auf Wasserflöhe, Larven anderer Insekten und auf andere kleine wirbellose Tiere. Ausgewachsene Wasserskorpione fressen auch Kaulquappen und machen gelegentlich auch Jagd auf kleine Fischchen. Sie töten ihre Beute mit einem Stich ihres kurzen Rüssels. Ein solcher Stich ist für einen Menschen zwar nicht gefährlich, kann aber recht schmerzhaft sein.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit der Wasserskorpione erstreckt sich über den Frühsommer. Nach einer erfolgreichen Begattung legt das Weibchen ihre Eier unter Wasser an Pflanzenteilen ab. Der Schlupf der Nymphen erfolgt nach bereits einigen Tagen. Die Larven (Nymphen) durchlaufen eine Teilmetamorphose mit ingesamt fünf Entwicklungsstadien, an dessen Ende jeweils eine Häutung stattfindet. Die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Wasserskorpion dauert rund vier bis fünf Wochen. Die Larven ernähren sich wie die Imagines von Kleinstlebewesen. Die Lebenserwartung der Imagines beträgt nach der Eiablage etwa zwei bis drei Monate. Die Larven der letzten Generation überwintern.

Datei:Wasserskorpion.jpg
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