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Info: Die Weberameise (Polyrhachis dives) zählt innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae) zur Gattung Polyrhachis. Im Englischen wird die Weberameise black tree ant genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Aussehen und Maße: Die Königin wirkt ziemlich kräftig und erreicht eine Körperlänge von etwa 12,0 bis 14,0 Millimeter und weist eine schwarze Färbung mit einem silberigen Schimmer auf. Die Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 8,0 bis 10,0 Millimeter und weisen eine schwarze Färbung mit einem silberfarbene Schimmer auf. Des Weiteren sind die Arbeiterinnen mit Stacheln besetzt. Die Männchen wirken eher schlank und erreichen eine Körperlänge von etwa 7,0 bis 8,0 Millimeter und weisen ebenfalls eine schwarze Färbung mit einem silberigen Schimmer auf. Soldaten gibt es bei dieser Art nicht. Der Thorax ist mit zwei kurzen, gebogenen Stacheln im vorderen Bereich ausgestattet. Die zwei Stachlen haben etwa die gleiche Länge wie der Metathorax. Die Seiten des Thorax verlaufen fast parallel und leicht verbreitert. Der Umfang des Bauches ist etwas komprimiert und am Ende befinden sich zwei freie gebogene Stacheln. Die Behaarung auf dem Kopf und dem Thorax ist goldfarben oder silberfarben. Die Beine weisen keine Stacheln oder keine Behaarug auf. Die Calcaria ist von einer blassen bräunlichen Färbung.

Lebensweise: Aus wissenschaftlicher Sicht wird diese Art nicht zu den Weberameisen gezählt wie die zählt die Weberameise nicht zu den eigentlichen Weberameisen wie die Arten aus der Gattung der Weberameisen (Oecophylla), denn diese bauen ihre Nester nicht in Blättern, sondern die Weberameise sucht selbständig nach Nistmaterial und verwebt das Nestmaterial mit Hilfe der Larven zu Wänden und Böden. Die Weberameise ist in Südostasien sehr weit verbreitet. Sie ist polygyn, polydom und monomorph und hält sich oft in Bodennähe auf. Die Weberameise weist eine Besonderheit auf, indem sie große Gespinstnester aus Moosen, Gräsern, Blättern, aus kleinen Holzstücken oder aus Erdbrocken baut und mit Hilfe ihrer Larven verwebt. Dabei werden die Larven wie ein Werkzeug von den Arbeiterinnen in die Mandibeln genommen, um defekte oder offene Stellen im Bau zu stopfen oder das Nest zu erweitern. Die Larven produzieren dabei einen seidenähnlichen Faden. Die Gespinstnester können sich im Gras, an Felswänden, Steinen, in Gebüschen, an Baumrinde, an Baumstämmen oder auf Bäumen befinden. Des Weiteren braucht die Weberameise, was sehr selten bei Ameisen vorkommt, sehr viel Wasser. Das Wasser wird in das Nest getragen, um im Nest die Feuchtigkeit zu regeln. Ferner hält die Weberameise auch keine Winterruhe.

Verbreitung: Die Weberameise ist vor allem im südöstlichen Teil von Asien verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indonesien bis nach Australien. Die Kolonien in der freien Natur können sehr unterschiedlich groß sein. In Japan gibt es Kolonien mit mehreren 100 Königinnen und mit über einer Millionen Arbeiterinnen. Eine solch große Kolonie besteht aus vielen hundert Gespinstnestern. Im westlichen Malaysia besteht eine Kolonie nur aus 1.300 bis 2.300 Arbeiterinnen.

Ernährung: Die Weberameise ernährt sich insbesondere von Insekten (Insecta) und Spinnentieren (Arachnida). Auch der Saft von Bäumen, der an Saftwunden austritt wird von den Ameisen gerne aufgenommen. Auf Nahrungssuche gehen sie immer in großen Gruppen. Dabei können sie problemlos selbst größere Beutetiere überwältigen und zum Bau schaffen. Die Weberameisen suchen ihre Nahrung meist im Umkreis von zwanzig bis dreißig Metern.

Fortpflanzung: Die Weberameise ist polygyn, d. h. sie hat mehrere Königinnen. Da die Weberameise keine Winterruhe hält, ist die Entwicklung relativ schnell. Ein Ei benötigt etwa zehn bis zwölf Wochen bis zur ausgewachsenen Weberameise. Die Kolonie kann aus 1.300 bis 2.300 Arbeiterinnen bestehen. Im Laufe der Zeit bilden sich dann mehrere Zweignester, die eigenständig mit Gyne und Arbeiterinnen bestehen können. Gyne ist die primäre weibliche reproduktive Kaste sozialer Insekten, insbesondere bei Ameisen. Die Gynes sind diejenigen, die zu Königinnen werden, während weibliche Arbeiter typischerweise steril sind und nicht zu Königinnen werden können. Eine Kolonie mit mehreren Königinnen ist polygyn, während eine Kolonie, die nur eine Königin hat, monogyn ist. Die Verpaarung findet am Boden statt. Das Männchen übergibt der Königin ein Samenpaket, welches sie in ihrer Samentasche aufbewahrt. Die Eier werden in ein separates Zweignest gelegt. Nach einigen Tagen schlüpfen die Larven. Speziell dafür abgestellte Arbeiterinnen versorgen die Larven mit Nahrung. Die Nahrung führen sie in Nahrungstaschen (Kropf) mit und wird über Mund-zu-Mund-Fütterung an die Larven übergeben. Über eine Beimischung von Hormonen aus der Unterlippenspeicheldrüse entscheidet sich, ob aus einer Larve eine Königin entsteht oder ein anderes Mitglied der Kaste.

Datei:Weberameise.jpg

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