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Info: Der Weiße Riesenhüpferling (Macrocyclops albidus) zählt innerhalb der Familie der Hüpferlinge (Cyclopidae) zur Gattung Macrocyclops.

Aussehen und Maße: Das Weibchen ist größer als das Männchen und erreicht eine Gesamtlänge von etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter, das Männchen etwa 0,96 Millimeter. Der Weiße Riesenhüpferling weist eine transparente gelblich-graue Färbung auf, mehr oder weniger mit Blau, Braun und Grün meliert. Ferner erkennt man am Kopf und an den Thoraxsegmenten dunkelbraune Querstreifen. Die vorderen Antennen sind mit je zwei dunklen gefärbten Streifen besetzt, einschließlich das zweite und dritte sowie das zehnte und elfte Segment. Die Augen sind sehr klein und weisen eine leuchtend rote Färbung auf. Der äußerlich ungegliederte Kopf endet nicht mit dem Segment der zweiten Maxille, sondern mit dem Brustring, der ein Paar einästiger Kieferfüße (Maxillipeden) aufweist. Die restlichen fünf Brustringe tragen je ein Spaltfußpaar und bilden zusammen die auch äußerlich gegliederte Brust. Nur der fünfte Brustring nimmt eine Sonderstellung ein, da er mit dem ersten Ring des Hinterleibs verwachsen ist. Ferner ist das Beinpaar in beiden Geschlechtern mehr oder weniger weit rückgebildet. Das dreiteilige Stirnauge der Naupliuslarve erhält sich meist zeitlebens. Der Hinterleib besteht aus fünf oder weniger Ringen, ist beinlos und endet mit zwei gabelig auseinanderstehenden Anhängen (Furca; Gabel). Die Breite des Kopf-Brust-Abschnittes geht allmählich in die des Hinterleibes über, so dass der Weiße Riesenhüpferling birnen- bis walzenförmig erscheint. Als ein beständiges Merkmal erweisen sich die Eiersäckchen des Weibchens. Die Drüsen am Endabschnitt der Eileiter erzeugen einen Kitt, der zugleich mit dem Austritt der Eier um sie herum abgeschieden wird und sie zusammenhält. Herz und Gefäße fehlen bei dem Weißen Riesenhüpferling. Das Blut zirkuliert frei in Gewebslücken. Für sein Hin- und Herfluten sorgen die ausgiebigen Bewegungen des Darmes, für die besondere Muskeln entwickelt sind. Ferner fehlen bei dem Tier auch die Atemorgane. Denn bei der geringen Körpergröße und der durchlässigen Haut sind sie entbehrlich und es genügt vollkommen die Hautatmung.

Lebensweise: Der Weiße Riesenhüpferling kommt im Süßwasser vor und lebt in Gesellschaft mit einer Vielzahl von anderen Arten aus der Familie der Hüpferlinge (Cyclopidae) wie zum Beispiel Acanthocyclops brevispinosusEucyclops agilis und Homocyclops ater. Die Art bevorzugt Gewässer mit reichlich organischer Substanz, so findet man den Weißen Riesenhüpferling in Teichen, Straßengräben, Mooren, im Brackwasser und auch in Sickerböden. Der Weiße Riesenhüpferling ist viel häufiger im September bis Oktover als im Frühjahr und im Frühsommer anzutreffen. Die Art ist ein Zwischenwirt für den hermaphroditischen Parasiten Schistocephalus solidus. Dieser Bandwurm wird dann von den Fischen wie zum Beispiel von den Stichlingen (Gasterosteidae), die sich bevorzugt vom Weißen Riesenhüpferling ernähren, aufgenommen und diese wiederum werden von fischfressenden Vögeln verspeist.

Verbreitung: Der Weiße Riesenhüpferling weist ein weites Verbreitungsgebiet auf, dazu zählen unter anderem Europa, Nord-Asien, Zentralafrika, Australien, Hawaii-Inseln, Britische Inseln, Norwegische Seen, Turkestan, Polen, Schweiz, Russland, Niederlande, Nordamerika, Massachusetts. Die Art bevorzugt Gewässer mit reichlich organischer Substanz, so findet man den Weißen Riesenhüpferling in Teichen, Straßengräben, Mooren, im Brackwasser und auch in Sickerböden.

Fortpflanzung: Das Weibchen kann bei einer Lebensdauer von etwa 150 Tagen und bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius etwa 26 Gelege produzieren. In einem Eiersäckchen, das sich bei dem Weibchen unter dem Hinterleib befindet, sind etwa 40 bis 50 Eier enthalten. Die Entwicklung von Cyclops durchläuft zahlreiche Häutungsstadien, die als Nauplius-, Metanauplius- und Copepoditstadien bezeichnet werden. Bei diesen Häutungsstadien treten unterschiedliche Größen auf. Im ersten Stadium erreichen die Larven eine durchschnittliche Länge von etwa 140 µm und eine Breite von etwa 90 µm, während im sechsten Stadium eine durchschnittliche Länge von etwa 310 µm und eine Breite von etwa 200 µm erreicht werden. Die Naupliuslarve weist einen ovalen, unsegmentierten Körper, einen sackförmigen Darm, ein Naupliusauge und drei Paar Extremitäten: erste und zweite Antennen und Mandibeln auf. Das Paar ist einästi, die beiden anderen zeigen deutlich Spaltfußcharakter. Alle drei Paare dienen der Fortbewegung, die in raschen, durch Ruhepausen getrennten Sprüngen besteht. Die zweite Antennen und die Mandibeln dienen gleichzeitig auch der Nahrungsaufnahme.

Datei:Weißer Riesenhüpferling.jpg
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