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Info: Der Weißgesicht-Sturmtaucher (Calonectris leucomelas) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung Calonectris. Im Englischen wird der Weißgesicht-Sturmtaucher streaked shearwater genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Der Weißgesicht-Sturmtaucher erreicht eine Körperlänge von etwa 48,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 122,0 Zentimeter. Die Stirn weist eine weiße Färbung auf und die Krone ist weißlich-braun gestreift. Die Seiten des Gesichtes erscheinen ebenfalls weiß und sind leicht mit braunen Streifen versehen. Das restliche Obergefieder einschließlich der Flügel ist braun gezeichnet und weist zusätzlich blasse Fransenfedern auf. An der Schwanzbasis zeigt sich ein weißer halbmondförmiger Fleck. Der Schwanz ist ansonsten braun gefärbt. Die Unterseite ist ganz weiß getönt. Über den oberen Brustbereich erstreckt sich teilweise ein graubrauner Kragen. Der Schnabel ist hornfarben und die Spitze ist von einer grauen Färbung. Die Iris der Augen sind braun getönt. Die Beine und die Füße sind fleischfarben oder rosa geschönt. Die weiße Stirn, der schlanke Schnabel und der lange Hals sowie der gemächliche Gleitflug machen diesen Weißgesicht-Sturmtaucher unverwechselbar.

Lebensweise: Der Weißgesicht-Sturmtaucher ernährt sich von Fisch, Weichtieren und von Innereien. Auf der Suche nach Beute taucht er etwa vier bis fünf Meter tief. Mit lauten Streitereien folgt der Weißgesicht-Sturmtaucher den Fischerbooten, um von diesen Fischabfälle zu ergattern. Der Weißgesicht-Sturmtaucher ist eine gesellige Art und wird in großer Zahl in der Nähe von Schiffen oder auf Landzungen gesehen. Auf dem Meer ist der Weißgesicht-Sturmtaucher ziemlich still, aber nachts hört man in den Brutkolonien ein lautes Rufen. Dies erfolgt oft am Boden oder auch im Flug. Die Rufe der Männchen und Weibchen dauern unterschiedlich lang, zum Beispiel dauert der Ruf des Männchens durchschnittlich 1,27 Sekunden und die Rufe des Weibchens etwa 1,45 Sekunden. Der Weißgesicht-Sturmtaucher ist ein pelagischer Vogel, der in den Küstengebieten auftritt und sich auf dem Pazifischen Ozean aufhält. Er nistet in Japan und auf den vielen umliegenden Inseln, die in offenen Gewässern liegen. Nach der Brutsaison wandert der Weißgesicht-Sturmtaucher bis in den Süden von Australien.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN ist der Weißgesicht-Sturmtaucher in folgenden Gebieten verbreitet: Australien, Brunei Darussalam, China, Guam, Indonesien, Japan, Demokratische Volksrepublik Korea, Republik Korea, Malaysia, Föderierte Staaten von Mikronesien, Nördliche Marianen, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Russische Föderation, Salomonen, Taiwan, Thailand, Timor-Leste, USA und Vietnam. Als Durchzügler kommt der Weißgesicht-Sturmtaucher in folgenden Ländern vor: Israel, Jordan, Malediven und Singapur. Präsent ist der Weißgesicht-Sturmtaucher in Indien und Sri Lanka, jedoch ist die Herkunft ungewiss. Der Weißgesicht-Sturmtaucher lebt in gemäßigten Wäldern. Ferner besiedelt der Weißgesicht-Sturmtaucher neritische pelagische Bereiche sowie die supratidalen Küstenbereiche in der Nähe von Süßwasserseen.

Ernährung: Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Fisch, Kopffüßern, Krebstieren (Garnelen), Quallen und anderen Meerestieren. Manchmal nutzt er auch die Innereien, die von den Fischerbooten entsorgt werden, aber weniger häufig als die anderen Sturmvögel (Procellariidae). Der Weißgesicht-Sturmtaucher geht vorwiegend nachts auf Beutesuche. Er folgt oft den Schwärmen großer Fische, die kleine Fische, wie Sardellen (Engraulidae), an die Wasseroberfläche treiben, wo der Weißgesicht-Sturmtaucher sie sofort erbeuten kann. Er greift die Beute mit dem Schnabel von der Wasseroberfläche, aber er kann auch vier bis fünf Meter tief tauchen.

Fortpflanzung: Der Weißgesicht-Sturmtaucher ist mit etwa drei Jahren geschlechtsreif. Die Art nistet in Kolonien und die Erwachsenen kehren im März zu ihren Nistplätzen zurück. Die Brutzeit beginnt Mitte Mai und endet im Juni. Die Nisthöhlen befinden sich in der Regel auf bewaldeten Hügeln. Beide Geschlechter beteiligen sich am Nestbau. Während der Brutsaison suchen die Erwachsenen nur in der Nacht die Brutkolonien auf. Das Weibchen legt in der Regel ein einziges Ei. Das Ei weist eine matte weiße Färbung auf. Beide Geschlechter sorgen für die Inkubation, die etwa 55 Tage dauert. Sie kann aber auch 64 Tage dauern. In der Regel schlüpft das Küken Anfang oder Mitte August. Nach dem Schlupf des Küken suchen die Eltern nur in der Nacht das Nest auf. Die Nestlingszeit dauert insgesamt 66 bis 80 Tage. Nach 14 Wochen ist der Jungvogel dann flügge. Von Oktober bis November verlassen die Jung- und Altvögel ihre Brutgebiet. Einige Nachzügler verlassen sogar erst im Dezember die Brutkolonie.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Weißgesicht-Sturmtaucher heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Weißgesicht-Sturmtaucher selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Weißgesicht-Sturmtaucher als least concern (nicht gefährdet) geführt. Brooke (2004) schätzt die Globalpopulation auf mindestens 3.000.000 Individuen.

Datei:Weißgesicht-Sturmtaucher.jpg
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