Tier Lexikon Wiki
Advertisement

Info: Der Weißkehlkolibri (Leucochloris albicollis), auch unter dem Synonym Trochilus albicollis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung Leucochloris. Im Englischen wird der Weißkehlkolibri white-throated hummingbird genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Der Weißkehlkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 10,5 bis 11,0 Zentimeter. Markantes Merkmal ist der breite weiße Kragen im Bereich der Kehle, der sich bis zum Nacken hinzieht. Des Weiteren zeigt sich entlang der Mittellinie des Bauches ebenfalls ein breiter längsverlaufender grau-weißer Fleck. Der Schnabel ist vollkommen gerade und proportional lang. Die schuppenartigen Federn auf dem Kopf sind von einer gräulich-blauen Färbung. Die Ohrdecken weisen eine braune Tönung auf und geht unterhalb der Ohrdecken in eine schmale weiße Linie über. Der gesamte Hals und der Nacken sind mit schuppigen amethystfarbenen Federn bedeckt, die sich auf jeder Seiten länglich erstrecken und dann am Hals enge punktierte Flecken bilden. Von der Mitte dieser Flecken zeigt eine rein weiße Linie. An den Schwanzdecken zeigt sich die gleiche Färbung. Die Unterseite sowie das Obergefieder sind von einer goldgrünen Färbung. An manchen Körperpartien zeigt sich jedoch eine hellere grüne Tönung. Der Schwanz ist leicht gegabelt und ist mit einem bräunlich-grünen Glanz überzogen. Die beiden äußeren Schwanzfedern sind an der Spitze mit einem runden weißen Fleck markiert. Das Weibchen hat fast die gleiche Gefiederfärbung wie das Männchen, jedoch zeigt sich an der Kehle ein grau-weißer Fleck und die Basis der Federn ist mit einem dunkleren Farbton markiert. Das Gefieder der Jugendlichen ist in der Regel matter gefärbt und vereinzelt zeigen sich ein paar purpurfarbene Federn an der Kehle der Männchen.

Lebensweise: Weißkehlkolibris sind sehr aktive Vögel, die den Großteil des Tages auf Nahrungssuche sind. Unabläßlich sind sie mit surrenden Flügeln unterwegs oder stehen scheinbar schwebend vor Blüten, um Nektar aufzunehmen. Weißkehlkolibris leben im Wesentlichen einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Vor allem während der Paarungszeit legen die Männchen ein territoriales Verhalten an den Tag. Während der Nacht suchen Weißkehlkolibris die Schlafbäume auf und halten hier ihre Nachtruhe. Während der Nacht verfallen sie in eine Art Starre, bei der ihr Stoffwechsel deutlich heruntergefahren wird, um Energie zu sparen.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Weißkehlkolibri in folgenden Ländern vor: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Der Weißkehlkolibri hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, gemäßigte Heideflächen, subtropische und tropische feuchte Heideflächen, Feuchtgebiete (Inland) wie Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, ländliche Gärten, urbanisierte Flächen, Plantagen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung: Weißkehlkolibris ernähren sich im Wesentlichen vom Blütennektar, Blütenpollen sowie in geringen Mengen von kleinen Spinnentieren (Arachnida), Kleinstinsekten (Insecta) und deren Larven. Sie nehmen dabei eine Vielzahl von blütentragenden Pflanzen auf. Nektar wird im Flug aus den Blüten aufgenommen. Kleinstinsekten werden grundsätzlich nur im Flug gefangen. Mit dem Schnabel fahren sie beispielsweise in eine Blüte und nehmen den Nektar dort mit der Zunge auf. Bedingt durch den hohen Stoffwechsel muss ein Weißkehlkolibri im Laufe eines Tages fast das eigene Körpergewicht an Nahrung zu sich nehmen.

Fortpflanzung: Die Geschlechtsreife erreicht der Weißkehlkolibri mit ein bis zwei Jahren. Die Brutzeit erfolgt zwischen Juli und September sowie im Dezember. Das Nest ist ein becherförmiges Gebilde, das innen mit Pflanzenfasern ausgepolstert und außen mit Flechten und Moosen sowie mit Spinnweben zusammengehalten wird. Das Nest wird auf einem horizontalen Zweig in kleineren Bäumen angelegt. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern. Das Brutgeschäft und die Aufzucht der Jungen wird nur von dem Weibchen gewährleistet. Nach etwa 15 bis 16 Tagen schlüpfen die Küken. Die Küken sind zuerst nackt und nach etwa fünf Tagen wachsen die ersten Federn. Die Jungen werden ein- bis zweimal pro Stunde mit Nahrung versorgt. Das Weibchen verbringt etwa die Hälfte des Tages mit hudern und füttern der Jugen und die andere Hälfte des Tages ist das Weibchen auf Nahrungssuche. Nach etwa 22 bis 24 Tagen sind die Jungen flügge, aber sie halten sich dann noch immer in der Nähe des Nestes auf. Die Selbständigkeit haben die Jungvögel nach etwa zwei bis drei Wochen erreicht und verlassen dann den Nistplatz. Es kann pro Jahr zu zwei Bruten kommen.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Weißkehlkolibri heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Weißkehlkolibri selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Weißkehlkolibri.jpg

Advertisement