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Info: Der Weißkopfnoddi (Anous minutus), der auch Weißkappennoddi genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Seeschwalben (Sternidae) zur Gattung der Noddiseeschwalben (Anous). Im englischen wird der Weißkopfnoddi Black Noddy oderWhite-capped Noddy genannt.

Beschreibung: Der eher kleine Weißkopfnoddi erreicht eine Körperlänge von 30 bis 32 Zentimeter, eine Flügelspannweite von etwa 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von kaum 100 bis 120 Gramm. Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Die erwachsenen Vögel haben eine weißliche Kappe, bei den juvenilen Vögeln ist die Kappe bräunlich gefärbt. Die Kappe reicht vom Schnabelansatz, über die Augen bis in den Nacken hinein. Der mittellange und schlank geformte Schnabel ist schwarz gefärbt und nur sehr leicht nach unten gebogen. Die Extremitäten weisen eine dunkelbraune bis schwarzbraune Färbung auf, die Krallen sind schwarz gefärbt. Der Schwanz weist eine feilförmige Gestalt auf. Bei den Geschlechter zeigt sich bis auf einen kleinen Größenunterschied ein Dimorphismus. Der Weißkopfnoddi ist ein guter und gewandter Flieger. Weißkopfnoddis sind gesellige Vögel, die in der Regel in mittelgrßen bis großen Gruppen anzutreffen sind. Sie sind vorwiegend am Tage aktiv und nisten in großen Kolonien.

Verbreitung: Der Weißkopfnoddi ist in tropischen und subtropischen Regionen rund um den Pazifik beheimatet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Inselwelt Südostasiens bis nach Mikronesien und Ozeanien, weiter westlich über die tropischen Gebiete des Pazifiks bis nach Mittelamerika und die Karibik. Eine Unterart ist auch auf Hawaii anzutreffen. In allen Verbreitungsgebieten gilt der Weißkopfnoddi als Standvogel. Zu Wanderungen kommt es eher selten. Bevorzugte Lebensräume sind die Küsten vom Festland und der Inselwelt. Lagunen und Außenriffe bieten den Vögeln einen geeigneten Lebensraum. Genistet wird an felsigen Küstenabschnitten.

Ernährung: Weißkopfnoddis ernähren sich hauptsächlich von kleineren Knochenfischen (Osteichthyes) sowie Kalmaren (Teuthida) und Tintenfischen (Coleoidea), gelegentlich auch anderen Weichtiere (Mollusca) und kleinen Krebstieren (Crustacea). Beutetiere werden tachend im Wasser erbeutet, wobei der Weißkopfnoddi nur unmittelbar unter der Wasseroberfläche jagt, in tiefere Wasserschichten dringt er nicht vor. Auf Nahrungssuche gehen die Vögel nur am Tage. Dabei sind Weißkopfnoddis meist in größeren Gruppen, zuweilen auch in Gesellschaft anderer Seevögel zu beobachten.

Fortpflanzung: Der Weißkopfnoddi erreicht die Geschlechtsreife mit frühestens drei, meist jedoch erst mit vier Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und kann sich bin in den Frühsommer hinziehen. Während dieser Zeit kommt es zu einem Gelege. Genistet wird in größeren Kolonien an felsigen Küsten, meist in Gesellschaft mit Seeschwalben (Sterna) oder anderen Seevögel. Die einzelnen Nester befinden sich in den Kolonien dicht beieinander. Nicht selten sind die einzelnen Nester nur eine Flügellänge von einander entfernt. Im Rahmen der Balz bieten sich die Partner gegenseitig Nahrung und Nistmaterial an. Die Geschlechter gehen dabei eine monogame Saisonehe ein. Das Nest entsteht in der Regel in Böumen, meist in Astgabeln oder seltener in einfachen Vertiefung am Boden. Als Baumaterial dienen dünne Äste und Reisig. Ausgepolstert wird das Nestinnere mit weichen Pflanzenteilen wie Algen oder ähnlichem. Das Weibchen legt in das fertige Nest meist nur ein Ei. Es wird über einen Zeitraum von rund 35 bis 36 Tagen von beiden Elternteilen gewärmt. Auch um die Versorgung des Kükens mit Nahrung kümmern sich beide Altvögel gleichermaßen. Es wird mit hochgewürger und vorverdauter Nahrung gefüttert. Flügge ist der Jungvogel etwa fünf bis sechs Wochen. Der Jungvogel bleibt für gewöhnlich nach Erreichen der Flugfähigkeit noch einige Zeit bei seinen Eltern. Der Weißkopfnoddi hat eine Lebenserwartung von 20 oder mehr Jahren.

Gefährdung und Schutz: Das Verbreitunsgebiet der Weißkopfnoddis erstreckt sich über nahezu eine Millionen Quadratkilometer. Die Gesamtbestände wurden bislang nicht quantifiziert, man geht jedoch von mehr oder weniger gesunden Beständen in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete aus. In der Roten Liste der IUCN wird der Weißkopfnoddi als nicht gefähret (LC, Least concern) geführt.

Datei:Weißkopfnoddi.jpg

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