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Info: Die Weidenmeise (Poecile montana) zählt innerhalb der Familie der Meisen (Paridae) zur Gattung Poecile.

Aussehen und Maße: Die Weidenmeise erreicht eine Körperlänge von 11 bis 12 Zentimeter, eine Flügelspannweite von gut 20 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10 bis 12 Gramm. Markantes Merkmal der Weidenmeise ist der schwarz gefärbte Oberkopf. Der Kopf wirkt insgesamt ausgesprochen groß. Schwarz gefärbt ist auch der Kehlbereich und der Nacken. Die Kopfseiten weisen eine weißliche Färbung auf. Die Oberseite des Gefieders ist graubraun gefärbt, im Winter ist das Gefieder üblicherweise deutlich heller. Dies trifft vor allem auf die nördlichen Unterarten zu. Die Bauchseite ist hellgrau bis weißlich. Die Flügel zeigen ein helles Feld. Der kurze aber kräftige Schnabel weist eine dunkelgraue bis mattschwarze Färbung auf. Die Extremitäten zeigen eine hellgraue Färbung, drei Zehen zeigen dabei nach vorne, eine Zehe nach hinten. Der lange Schwanz endet leicht gerundet. Insgesamt ähnelt die Weidenmeise stark der Sumpfameise (Parus palustris) und der Tannenameise (Periparus ater).

Lebensweise: Weidenmeisen leben üblicherweise in lockeren Trupps. Sie sind scheu und meiden in der Regel die Nähe zum Menschen. Daher sind Weidenmeisen nur selten an Futterstellen zu beobachten. Die Populationen in den gemäßigten Regionen gelten als Standvögel. Die nördlichen Populationen ziehen zum Winter hin in südliche Gefilde.

Verbreitung: Weidenmeise kommen in Europa im östlichen Westeuropa sowie in Nord- und Osteuropa vor. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Sibirien und Japan. Weidenmeisen leben sowohl in der Ebene als auch im Gebirge. Natürliche Lebensräume erstrecken sich sowohl über Laub- und Mischwälder als auch über reine Nadelwälder. Alter Baumbestand und dichtes Unterholz werden dabei eindeutig bevorzugt. In Höhenlagen kommen die Vögel bis an die Baumgrenze vor.

Ernährung: Weidenmeisen ernähren sich im wesentlichen von Insekten, deren Larven, Spinnentieren, Sämereien, Nüsse sowie von Beeren und Früchten. Auch Baumsäfte stehen bei der Weidenmeise hoch im Kurs. Im Hochsommer und im Herbst wird zumeist auf pflanzliche Nahrung zurückgegriffen. Im Frühjahr, insbesondere zur Brutzeit, fressen Weidenmeisen fast ausschließlich Insekten und Spinnentiere. Dies gilt vor allem für den Nachwuchs. Beutetiere werden zumeist in der dichten Krautschicht aufgespürt und gefressen. Aber auch im Geäst von Bäumen und Sträuchern gehen sie durchaus häufig auf die Jagd. Nördliche Populationen sind bekannt dafür, in Zeiten reichlich vorhandener Nahrung Vorräte für magere Zeiten anzulegen.

Fortpflanzung: Geschlechtsreif ist die Weidenmeise mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt in den gemäßigten Regionen bereits im März, spätestens Anfang April. Weidenmeisen leben in einer monogamen Einehe, die gelegentlich auch mehrere Jahre hält. Die Regel ist eher eine Saisonehe. Die Reviertreue ist deutlich stärker ausgeprägt wie die Partnertreue. Gelegentlich wird auch eine eigene Bruthöhle in morsche Baumstämme gehackt. Die Nester entstehen zumeist in verlassenen Baumhöhlen anderer Vögel.

Das Nestinnere wird zumeist mit Holzspänen und weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Am Bau oder Ausbau einer Bruthöhle sind beide Geschlechter beteiligt. Der Bau einer neuen Höhle kann sich dabei über mehrere Wochen erstrecken. Höhen von zwei bis fünf Meter sind dabei die Regel. Angebotene Brutkästen werden nur selten angenommen, da die Nähe zum Menschen gescheut wird. In einer Saison kommt es auch in den gemäßigten Regionen nur zu einem Gelege.

In das fertige Nest legt das Weibchen sechs bis neun, selten auch mehr weißliche Eier, die bräunliche Flecken aufweisen. Die Eier weisen eine Größe von etwa 15 mal 12 Millimeter auf. Die Brutzeit erstreckt sich über rund 15 Tage, dabei brütet ausschließlich das Weibchen. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von knapp drei Wochen. Die Brut wird von beiden Elternteilen mit Insekten, Larven und Spinnentieren gefüttert. Nach dem Erreichen der Flugfähigkeit bleiben die Jungvögel noch weitere zwei Wochen bei den Eltern und werden auch noch mit Nahrung versorgt. Danach fliegen sie aus, bleiben aber meist im Revier der Eltern und schließen sich nicht selten den gleichen Trupps wie die Eltern an. Die Lebenserwartung der Weidenmeise liegt unter günstigen Umständen bei sechs bis neun Jahren.

Datei:Weidenmeise.jpg

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